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Keller-Sutter kandidiert «Habe den Kopf frei für das Bundesrats-Amt»

  • Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter (FDP/SG) will bei der Ersatzwahl am 5. Dezember Bundesrätin werden.
  • Ihre Kandidatur gab sie an einer Medienkonferenz in Wil bekannt. Ihre Nominierung durch Kantonalpartei und Fraktion dürfte Formsache sein.
  • Vor acht Jahren war Keller-Sutters Kandidatur erfolglos. Die Vereinigte Bundesversammlung zog ihr Schneider-Ammann vor.

«Es wäre mir eine grosse Ehre und Freude, mich in dieser verantwortungsvollen Position für unser Land einzusetzen», sagte Keller-Sutter zu ihrer Kandidatur. Sie wolle sich für das Fundament der Zukunft der Schweiz einsetzen: eine erfolgreiche Wirtschaft, eine freiheitliche Gesellschaft und einen gesunden Staat.

Ich wäre in der Lage, mich in den kommenden Jahren vorbehaltlos in den Dienst unseres Landes zu stellen.
Autor: Karin Keller-Sutterbei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur

Noch vor kurzer Zeit habe sie sich eine zweite Bundesratskandidatur nicht vorstellen können, so Keller-Sutter weiter. Für ihren Sinneswandel mit ausschlaggebend sei gewesen, dass es ihr in den vergangenen Jahren im Ständerat und in den Kommissionen wiederholt gelungen sei, Brücken zu bauen und Kompromisse zu finden.

Legende: Video Karin Keller-Sutter zu ihrer politischen Erfahrung abspielen. Laufzeit 00:57 Minuten.
Aus News-Clip vom 09.10.2018.

Aber auch die Ermunterungen für eine Kandidatur über die Parteigrenzen hinweg habe ihr den Mut und die Kraft gegeben, sich erneut zur Verfügung zu stellen. Insbesondere das Vertrauen der eigenen Parteispitze bedeute ihr viel. «Denn ich habe grossen Respekt vor dem Bundesratsamt. Die Rücktrittsreden der Bundesräte Leuthard und Schneider-Ammann haben deutlich gemacht, dass das Amt sehr spannend und befriedigend sein kann, dass es dem Amtsinhaber persönlich aber auch viel abverlangt.»

Ich werde alles tun, um dieses Mal gewählt zu werden. Aber es kommt, wie es muss.
Autor: Karin Keller-Sutter

Doch sie sei in einer Lebenslage, in der sie den Kopf für ein solches Amt frei hätte, so Keller-Sutter. «In Anbetracht meiner Lebenssituation als glückliche Frau, die seit bald 30 Jahren verheiratet ist und auf die starke Unterstützung ihres Ehemannes zählen darf, fühle ich mich in der Verantwortung, unserem Land etwas zurückzugeben.»

Zu Fragen des Tickets für die Wahl am 5. .Dezember oder der Frauenvertretung im Bundesrat wollte sich Keller-Sutter sich nicht äussern.

Der weitere Fahrplan zum FDP-Ticket

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Die FDP sieht folgendes Prozedere vor: Bis am 24. Oktober müssen die Kantonalparteien die Kandidaturen melden. Nominiert wird dann am 16. November durch die Fraktion. Am 5. Dezember finden schliesslich die Ersatzwahlen in den Bundesrat statt.

2010 für viele Linke nicht wählbar - das ist heute anders

Bei ihrer erfolglosen Kandidatur 2010 galt Keller-Sutter als Hardlinerin und war namentlich für viele Linke nicht wählbar. Dies hat sich in der Zwischenzeit geändert. Im Ständerat hat sie sich einen Namen gemacht als gute Netzwerkerin und Kompromissschmiedin. Zudem konnte sich die heutige Ständeratspräsidentin mit anderen Themen profilieren als mit der Asylpolitik – etwa mit Gesundheit oder Europafragen.

Legende: Video Karin Keller-Sutters Polit-Image hat sich in Bern gewandelt abspielen. Laufzeit 02:54 Minuten.
Aus 10vor10 vom 26.09.2018.

Der Unterschied zwischen der St.Galler Regierungsrätin Keller-Sutter von 2010 und der heutigen Ständeratspräsidentin sei freilich kein politischer, sagt SRF-Bundeshausredaktor Gion-Duri Vincenz. «In ihren Positionen hat sich Keller-Sutter kaum verändert. Der Unterschied ist vielmehr, dass sie jetzt dazugehört und im Parlament äusserst gut vernetzt ist.» Da sie für Kompromisse keine Berührungsängste kenne, werde ihre Kandidatur quer durch die Parteien auf Unterstützung stossen.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    Leider gehört auch Karin Keller-Sutter zu den 80% Politiker in Bern, die behaupten, der nichtsnützende Inländervorrang Light könne als Umsetzung der MEI betrachtet werden. So wird sie weiterhin die Interessen der Wirtschaft vertreten und für ein umfassendes Rahmenabkommen kämpfen, das uneingeschränkte PFZ und EU-Rechtsübernahme beinhaltet. Die Ausgemobbten und die Ausgesteuerten werden sich weiterhin von der Politik vergessen fühlen. Und ihre Zahl wird immer grösser. Kein Grund zum Jubeln.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Egal wer gewählt wird, der Bundesrat wird seinen Trott weitergehen und am Volk vorbei politisieren. Die Sorgen und Nöte der Bürger werden ignoriert. Hauptsache sie haben ihre Schäfchen im Trockenen und können eine gewisse Macht ausüben. Das wird auch Frau Keller-Sutter nicht ändern können. Einzelne Stimmen zählen nicht.
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  • Kommentar von Gré Stocker-Boon (GréStocker-Boon)
    Danke Frau Keller-Sutter.
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