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Legende: Video Feuerwerk in Konstanz soll abgeschafft werden abspielen. Laufzeit 03:38 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.06.2019.
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Klimanotstand in den Städten Werden jetzt auch die Feuerwerke verboten?

Im Kampf gegen den Klimawandel will Konstanz künftig auf das Feuerwerk am jährlichen Seenachtsfest verzichten. Grosse Schweizer Städte ziehen nicht nach. Der Klimaforscher Reto Knutti ist skeptisch.

Konstanz am Bodensee hat den Klimanotstand ausgerufen. Die deutsche Stadt ist dabei kein Einzelfall – weltweit rufen Städte den Notstand aus. Aussergewöhnlich ist jedoch die Idee von Oberbürgermeister Uli Burchardt. Er will das Feuerwerk aus dem Programm des Seenachtsfestes streichen.

Burchardt nennt als Gründe die ökologischen Auswirkungen eines Feuerwerks mit Feinstaub und Lärmemissionen. «Deshalb ist es seit längerem ein Thema, ob das Seenachtsfest in Gänze mit dem Feuerwerk als Höhepunkt zur heutigen Zeit noch passt».

Legende: Video Uli Burchardt: «Es ist ein Thema, ob das Feuerwerk zur heutigen Zeit passt» abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.06.2019.

Tatsächlich sind Feuerwerke schädlich für die Umwelt. In einer Untersuchung kam das Bundesamt für Umwelt (Bafu) zum Schluss, dass alle Feuerwerke in der Schweiz zusammen verantwortlich sind für ein bis zwei Prozent des gesamten Feinstaub-Ausstosses. Dies hat aber vor allem Einfluss auf die Luftqualität. Für das Klima ist die Auswirkung gering.

Mit einem Feuerwerksverbot das Klima retten? Klimaforscher Reto Knutti von der ETH Zürich ist skeptisch: «Was wir mit dem Auto und dem Flugzeug an CO2 ausstossen ist bis zu 10'000 Mal mehr als was die Feuerwerke bewirken. Wichtig ist deshalb, dass wir da den Hebel ansetzen.»

Bern, Zürich und Basel halten am Feuerwerk fest

Ähnlich beurteilen die grossen Deutschschweizer Städte die Situation. Bern feiert den 1. August mit einem Feuerwerk auf dem Hausberg Gurten. Auf Nachfrage heisst es, dieses werde im August 2019 sicher durchgeführt.

In Zürich findet in einem Monat das «Züri Fäscht» statt. Rund eine Million Menschen verfolgen dabei jeweils das Feuerwerk – so auch dieses Jahr. Ein Verzicht steht gemäss dem Sicherheitsdepartement nicht zur Diskussion.

Legende: Video Sabine Horvath: «Ein Verzicht steht nicht zur Debatte» abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.06.2019.

Auch die Stadt Basel will nicht auf das traditionelle Feuerwerk am 31. Juli und an Silvester verzichten. Sabine Horvath, Leiterin Standortmarketing der Stadt Basel begründet diesen Entscheid folgendermassen: «Über 100'000 Besucher wollen diese Feuerwerke vor Ort sehen. Es ist ein Highlight der Festlichkeiten».

Dem Feuerwerk stehe der Klimaschutz gegenüber – aber bei dieser Interessenabwägung obsiege das Feuerwerk. «Ein Verzicht steht nicht zur Debatte», erklärt Horvath.

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71 Kommentare

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  • Kommentar von u. Felber  (Keule)
    Herzlich willkommen im Ökoforum Schweiz. Am besten alles Verbieten, was auch nur 1 grad mehr als Körpertemperatur hat. Und warum das SRF hier vom "Klimanotstand in den Städten" redet, weiss ich auch nicht, weil viele diesen gar nicht aktiviert haben. Ist wohl mehr ein Wünsch dir was Artikel...
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  • Kommentar von Urs Sahli  (sahliu)
    Die Stadt Bern will scheinbar nicht auf Feuerwerk verzichten. Was für eine verlogene Klimapolitik. Aber so regieren/denken diese rot/grünen Regierungen. Wenn man weiss und sieht, was an einem Feuerwerk so alles an Umweltverschmutzung freigesetzt wird. Verkehr wo immer nur möglich verbieten oder zu mindestens einschränken.... Unkonsequenzer geht nicht mehr. Für mich eine unglaubwürdige Politik. Mache sich jeder selber seine Gedanken dazu
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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Die Inflation von sinnlosen Feuerwerken während den Sommermonaten ist auch aus Lärmgründen endlich zu bremsen. Man mag schon gar nicht mehr hinsehen und -hören, wenn Hinz - und Kunz bei jedem Fest nichts mehr Gescheiteres wissen, als eine Pyrokiste abzubrennen. Totale Verblödung!
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