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Klimasünder Landwirtschaft Bauern als Opfer und Täter des Klimawandels

Die Schweizer Landwirtschaft bringt den CO2-Ausstoss seit 2000 nicht weiter runter. Wars das oder geht noch etwas?

Legende: Audio Bauern und CO2-Ausstoss: Geht da noch was? abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
01:49 min, aus HeuteMorgen vom 24.08.2018.

Methan aus Kuhmägen, Diesel aus Traktorenmotoren – die Landwirtschaft verursacht unterschiedliche Treibhausgase. Es sind insgesamt rund 13,5 Prozent aller klimaschädlichen Gase der Schweiz, wie das Inventar der Treibhausgasemissionen zeigt.

Doch während der Verkehr wie auch die Industrie in den letzten Jahren ihre CO2-Werte verbessern konnten, verharrt die Landwirtschaft bei rund 6,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Letzte deutliche Fortschritte liegen weit zurück

Daniel Felder, beim Bundesamt für Landwirtschaft zuständig für die Themen Klima und Energie, sieht die Bauern in Bezug auf den Klimawandel in einer Doppelrolle: «Einerseits ist die Landwirtschaft Opfer, weil sie sich vor allem draussen abspielt. Anderseits ist sie Verursacherin von Treibhausgas und trägt so auch zum Klimawandel bei.»

In den 1990er-Jahren konnte die Landwirtschaft ihren Treibhausgasausstoss merklich reduzieren, wie Felder betont. Und zwar dank kleinerer Tierbestände und weniger Düngereinsatz bei gleichbleibender Produktion. Ein deutlicher Negativtrend bei den Emissionen sei aber seit dem Jahr 2000 nicht mehr festzustellen.

Seit 2000 sieht man keinen deutlichen Trend mehr, der nach unten zeigen würde.
Autor: Daniel FelderBundesamt für Landwirtschaft BLW

Bauernverband: Potenzial beim Kuhfutter

Das stimme so nicht, sagt Martin Rufer, Verantwortlicher für Produktion, Märkte und Ökologie bei Schweizer Bauernverband SBV. Die Bauern hätten schon einiges getan und suchten weiter nach Wegen, um die Emissionen zu reduzieren.

Als Beispiel nennt Rufer die Modifikation des Kuhfutters, damit die Tiere weniger Methan ausstiessen. Das Problem dabei: «Die ganze Reduktion ist wissenschaftlich noch zu wenig belegt, womit diese Massnahmen in den Treibhausgasinventaren noch nicht angerechnet würden.»

Die Landwirtschaft wird wohl immer gewisse Emissionen verursachen. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssten aber auch die Bauern deutlich mehr beitragen als heute.

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68 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Feierabend (Quantenmechanik)
    Der Bauernverband streitet den Klimawandel ab. So bald Ernteausfälle we gem Trockenheit anfallen will man Von Konsumenten mehr Geld Oder Ersatzzahlungen. Ansonsten wird das Verursacherprinzip genannt bei den Bauern soll dies nicht gelten.? Die Sache stinky.
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  • Kommentar von Ulrich Thomet (UTW)
    Mein Sohn steht vor der Berufswahl. Er hätte die Möglichkeit den Betrieb von mir zu übernehmen. Er liest Artikel auf 20min, SRF, usw. Wir haben vorhin über die Negativserie (Pestizide, Mineralölsteuer, Klima) auf SRF diskutiert. Zu denken geben ihm die vielen negativen Kommentare. Ich frage ihn: Willst du für solche Leute Lebensmittel produzieren? Antwort : Nein, für die nicht. Er sieht seine Zukunft ausserhalb der Landwirtschaft.
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    1. Antwort von Tim Buesser (TimBue)
      Die einseitige Ideologisierung des Schutzes der Umwelt zum Wohl von Mensch und Natur hinterlässt seine negativen Spuren, wie dieses Beispiel zeigt. Nur nimmt man dies in heutiger Wohlstandverblendung, vor allem und gerade in grünen Kreisen, nicht mehr wahr oder stösst es aus politischen Motiven in Verdrängung.
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    2. Antwort von u. Felber (Keule)
      Schade, denn hinter dieser Bauernhetze ist eine Minderheit und sicher nicht die Mehrheit. Aber die selben hetzen auch gegen Berufsstände allerart. Ausser wahrscheinlich über ihren Eigenen.
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Ich finde es einfach himmeltraurig, CO2 unseren guten Kühe anzulasten. Reduzieren? - also muss heute eine Kuh noch vor dem 8. Lebensjahr in di Metzg (früher wurden Kühe mind. 14 Jahre alt) und sie waren gesund und gaben Milch. CO2 kommt von uns Menschen!! Wir sind dafür verantwortlich und nicht die Kühe !!!
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