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Kommission für Legalisierung Legale Eizellenspende rückt einen Schritt näher

  • Die Eizellenspende soll auch in der Schweiz künftig erlaubt sein.
  • Die zuständige Ständeratskommission hat in ihrer Sitzung am Dienstag eine entsprechende Motion befürwortet.
  • In der Frühlingsession im vergangenen März hatte der Nationalrat einer Legalisierung bereits zugestimmt.
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Aus dem Archiv: Nationalrat für legale Eizellenspende
Aus 10 vor 10 vom 17.03.2022.
abspielen. Laufzeit 7 Minuten 59 Sekunden.

Der Entscheid fiel laut den Parlamentsdiensten mit 6 zu 5 Stimmen. Die Motion will, dass die Eizellenspende für Ehepaare möglich sein soll, bei welchen der Unfruchtbarkeitsgrund bei der Frau liegt. Bis zu einer gesetzlichen Regelung dürfte es aber noch ein langer Weg sein.

Wohl Jahre von Lösung entfernt

Stimmt die kleine Kammer als Zweitrat zu, hat der Bundesrat und mit ihm die Verwaltung den Auftrag, eine gesetzliche Grundlage für die Legalisierung der Eizellenspende zu schaffen und deren Rahmenbedingungen festzulegen.

Zunächst soll die Regierung aber eine Roadmap vorlegen, die alle offenen Fragestellungen zum Sachverhalt thematisiert. Der Bundesrat soll regelmässig über den Fortschritt der Arbeit informieren. Aktuell sind neben der Eizellenspende in der Schweiz anonyme Samenspenden und die Leihmutterschaft verboten.

Frau bei einer Eizellenentnahme
Legende: Mithilfe des Ultraschalls und einer feinen Nadel werden die Eizellen über die Scheide entnommen und ins Labor gebracht. Die Follikelflüssigkeit, die die Eizelle umgibt, wird bei der Follikelpunktion in einem Reagenzglas aufgefangen. Keystone / GAETAN BALLY

Selbst bei einer raschen Behandlung dürften wohl Jahre vergehen, bis in der Schweiz legal ein Baby mit einer gespendeten Eizelle gezeugt werden könnte. Ein Referendum und damit ein Volksentscheid wären bei einem Ja des Parlaments zu einer entsprechenden Gesetzesvorlage so gut wie sicher.

Ethikkommission offen für neue Regeln

In den Augen der Befürworter einer Neuregelung führt das momentane Verbot der Eizellenspende zu einer «inakzeptablen Ungleichbehandlung». Mit der Legalisierung der Eizellenspende würden Ehepaare, bei denen der Unfruchtbarkeitsgrund bei der Frau liegt, den Ehepaaren gleichgestellt, bei welchen der Unfruchtbarkeitsgrund beim Mann liegt.

Paare, bei denen der Mann unfruchtbar ist, könnten eine Samenspende in der Schweiz in Anspruch nehmen. Die heutige Regel zwinge jedoch unfruchtbare Frauen mit Wohnsitz in der Schweiz, ins Ausland zu gehen, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Auch die Mehrheit der Nationalen Ethikkommission (NEK) ist der Ansicht, dass das Verbot der Eizellenspende in Anbetracht der Zulässigkeit der Samenspende diskriminierend sei und sich auf eine fragwürdige naturalistische Rechtfertigung stütze. Innerhalb von Europa kennt neben der Schweiz nur noch Deutschland ein Verbot der Eizellenspende.

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Aus dem Archiv: Im Nationalrat scheint ein Umdenken stattzufinden
Aus Tagesschau vom 17.03.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 56 Sekunden.

Warnung vor voreiligem Entscheid

Skeptischer ist der Bundesrat und mit ihm eine Kommissionsminderheit. Sie argumentieren, die im Gesetz festgeschriebene Evaluierung des erst unlängst geänderten Fortpflanzungsmedizingesetzes sei noch nicht abgeschlossen. Erste Resultate seien im Jahr 2023 zu erwarten. Die Eizellenspende müsse im Kontext der Gesamtentwicklung beurteilt werden.

Kritikerinnen und Kritiker einer Legalisierung haben vor allem ethische, aber auch medizinische Bedenken. Im Unterschied zur Samenspende stelle die Eizellenspende einen körperlich invasiven und potenziell gesundheitsgefährdenden Eingriff dar, war während der Debatte im Nationalrat zu hören.

Video
Aus dem Archiv: «Hinter den Spenderinnen stecken viele schwierige Geschichten»
Aus Tagesschau am Vorabend vom 17.03.2022.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 58 Sekunden.

Zudem bezweifeln die Gegnerinnen und Gegner, dass bei einer Legalisierung der Eizellenspende ausreichend Schweizerinnen zur Spende bereit wären, um die Nachfrage zu decken. So könnten Frauen aus ökonomisch unterprivilegierten Ländern für eine Spende ausgebeutet werden.

SRF 4 News, 23.08.2022, 12:30 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community, vielen Dank fürs Mitdiskutieren - für heute schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen Ihnen weiterhin einen schönen Abend.
  • Kommentar von Anna Kissling  (Cristalmix)
    Was bedeutet es für Kinder, das Resultat modernster Fortpflanzungstechnik zu sein, und wie prägen diese Anfänge ihre Entwicklung? Welche Risiken werden Eizellenspenderinnen und Leihmüttern zugemutet und welche Herausforderungen warten auf Paare, die durch Eizellenspende oder Leihmutterschaft Eltern werden möchten?
    Wie Frau Lilli Roffler 16.14 schon erwähnt hat, nicht alles was machbar ist, ist auch gut für das Kind.
  • Kommentar von doris keller  (die zweite)
    eizellen spenden ist anders als samenspenden, es braucht eine hormonelle behandlung und die anzahl eizellen die eine frau hat, ist begrenzt.
    es muss sichergestellt werden, dass junge frauen nicht aus not (für geld) ihre eigene fruchtbarkeit riskieren.
    und wie bei der samenspende muss das kind das recht haben seinen genetischen ursprung zu kennen.
    problematisch wirds, wenn ein geschäft daraus gemacht wird.
    innerhalb der familie (z.b. schwester, mutter) find ichs weniger problematisch.
    1. Antwort von doris keller  (die zweite)
      und es braucht eine altersbeschränkung…frauen mit 64 jahren noch zu einer schwangerschaft zu verhelfen ist nicht im interesse der so geborenen kinder.