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Legende: Video Im Webvideo wehren sich die Frauen offenbar abspielen. Laufzeit 03:18 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 21.08.2019.
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Konfrontationen angestiegen Cybermobbing schwappt in die Realität

  • In den letzten Tagen verbreitete sich ein Onlinevideo, welches zwei junge Frauen zeigt, die sich offenbar gegen Mobberinnen wehren.
  • Wie der Streit entstanden ist, ist bislang unklar.
  • Letzte Woche sei die Situation am Bahnhof Stadelhofen eskaliert, wie eine der Beteiligten gegenüber SRF sagt.

Mehrere Dutzend Jugendliche seien beteiligt gewesen und es habe auch eine Schlägerei gegeben. Zum konkreten Fall kann die Polizei keine Aussage machen. Doch generell schwappe Cybermobbing immer häufiger ins reale Leben, sagt der Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, Marco Cortesi.

«Vor allem im Cyberbereich stellen wir fest, dass es eine Zunahme von Drohungen und ‹fertig machen› gibt, insbesondere bei jungen Frauen», so Cortesi. «Diese Konflikte werden dann leider oft in die reale Welt weitergetragen, was mitunter zu Tätlichkeiten führen kann.»

Online und offline die gleichen Menschen

Diese Entwicklung beobachtet auch Thomas Brunner, Jugendberater bei Pro Juventute. Die Zunahme von digitalen Fällen, die sich ins reale Leben verschieben, erstaunt ihn nicht.

«Wenn Mobbing in einem digitalen Bereich auftritt, dann verlagert es sich in den analogen Bereich», so Brunner. «Junge Menschen leben zwar sehr oft auf der digitalen Plattform, oftmals treffen sie dort die gleichen Menschen, die sie auch physisch treffen.»

Direkte Konfrontationen angestiegen

Und auch die neusten Zahlen der Zürcher Oberjugendanwaltschaft zeigen: Ehrverletzungsdelikte geschehen wieder häufiger im direkten Kontakt. Im letzten Jahr wurde gegen 99 Jugendliche ein Strafverfahren wegen Ehrverletzung eröffnet. Der Anteil der online begangenen Delikte hat sich jedoch im letzten Jahr markant reduziert, während die direkte Konfrontation angestiegen ist, von knapp einem Drittel auf die Hälfte der Fälle.

Doch wie sollen Betroffene reagieren, wenn sie digital oder direkt Mobbing erleben? Thomas Brunner von Pro Juventute rät: «Wenn ich Mobbing-Opfer bin, dann kämpfe ich gegen eine Gruppe, ich bin immer schwächer und direkt zurückschlagen macht es schlimmer. Wichtig ist, dass man sich Hilfe holt, von den Eltern, den Lehrern oder der Schule. Jemand, der die Last mitträgt.»

Auch die Polizei empfiehlt: Lieber bereits in der Anfangsphase Hilfe holen, damit der Streit nicht in der Realität eskaliert. Betroffene erhalten bei der Polizei ein Beratungsgespräch, unabhängig davon, ob eine strafbare Handlung stattfand und Anzeige erstattet wird.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Caterina Fankhauser  (Triolos)
    @SRF: Die Bezeichnung der analogen Welt als „Realität“ ist so wenig aktuell wie davon zu sprechen, dass sich diese Fälle ins „reale Leben“ verschieben. Kommunikation findet heute sowohl on- als auch offline statt, und beide Arten sind sehr real.
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  • Kommentar von Marc Berger  (mberg)
    Mobbing gibt es nicht nur unter Jugendlichen. Heute morgen im Zug haben ein paar Jugendliche stolz darüber diskutiert welche Klasse welchen Lehrer rausgemobbt oder ins Burnout getrieben hat. Was läuft hier falsch, liegt es an der Erziehung, den Medien.. ich weiss es leider auch nicht!
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Primär haben wir einmal ein Problem mit unserer Sprache. Sprache ist Kultur und die sagt vieles aus über soziale Normen.
    Der Verlust der Sprache bereitet dem Mobbing den Boden, und macht sowohl die Prävention als auch die Lösung der Konflikte schwierig.
    Das hört man zwar nicht gern - aber mit Weghören ändern wir nichts an der Realität die immer schwieriger zu tolerieren ist.
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