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Verwechslungsgefahr bei Prämienrechnern
Aus Espresso vom 25.11.2019.
abspielen. Laufzeit 03:26 Minuten.
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Krankenkassen-Vergleich Makler gaukeln Prämienrechner des Bundes vor

Die Webseite einer privaten Makler-Firma kann leicht mit einer offiziellen Seite des Bundes verwechselt werden.

Noch wenige Tage bleiben, um die Krankenkasse zu wechseln. Höchste Zeit also, Prämien zu vergleichen. Das geht beispielsweise mit Priminfo, dem offiziellen Prämienrechner des Bundes. Doch wer im Internet nach «Priminfo» sucht, landet mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht direkt beim Bund, sondern auf der Seite «krankenkassenadmin.ch». Denn in den Suchresultaten von Google erscheint diese ganz oben mit dem Hinweis: «Vergleichen Sie die Priminfo-BAG-Prämien in wenigen Minuten mit unserem Prämienrechner. Mit Prämien vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).»

Seite einer privaten Makler-Firma

Wer den Link anklickt, wird weitergeleitet auf eine Seite mit dem Titel «Priminfo BAG – der Prämienrechner des BAG». Das erweckt den Anschein, man sei auf der Internetseite des offiziellen Prämienrechners des Bundes. Hier können Interessierte nun über ein Formular das mögliche Sparpotential berechnen und auch gleich eine Offerte bestellen.

Dass es sich nicht um die Seite des Bundes handelt, wird erst beim Durchlesen des Kleingedruckten klar: «Den Priminfo-Prämienrechner des BAG erreichen Sie online unter priminfo.admin.ch», heisst es dort. Und im Impressum ist ersichtlich, dass die Seite der privaten Makler-Firma SSM Partner in Ebikon (LU) gehört.

«Ich fühle mich getäuscht»

Dass die Makler-Seite leicht mit jener des Bundes zu verwechseln ist, zeigt der Fall einer «Espresso»-Hörerin. Die junge Frau wollte Prämien vergleichen und landete nach der Internet-Suche prompt auf «krankenkassenadmin.ch». Dort füllte sie das Formular aus und erwartete eigentlich einen neutralen Vergleich verschiedener Prämien. «Einen Vergleich gab es nicht, dafür rief mich später ein Herr an, der mir gleich einen neuen Krankenkassen-Vertrag andrehen wollte.»

«Ich fühle mich getäuscht», sagt sie. «Die Seite gibt vor, sie sei vom Bundesamt für Gesundheit, was nicht stimmt.»

Firma weist Vorwürfe «vehement» zurück

Gegenüber «Espresso» nimmt Davide Spadea, Geschäftsleitungsmitglied von SSM Partner, Stellung. Den Vorwurf, seine Internetseite setze es bewusst auf Verwechslung an, weist er «vehement» zurück. «Die Seite des Bundes und die unsere haben optisch keinen Zusammenhang.» Es gebe wohl nur «in sehr geringem Masse» Verwechslungen, und zwar «nur deshalb, weil die entsprechenden Nutzer schneller klicken als sie lesen».

Zudem betont Spadea, die Abkürzung «admin», welche in der fraglichen Seite verwendet wird, gehöre nicht dem Bund «und ist auch nicht schützbar».

Bund bezeichnet Seite als «irreführend»

Beim Bundesamt für Gesundheit kann man diese Argumentation nicht nachvollziehen. Mediensprecher Jonas Montani sagt: «Nach eingehender Prüfung sind wir der Ansicht, dass diese Seite irreführend ist.» Man habe die Betreiber aufgefordert, die Seite zu löschen. «Eine entsprechende Bestätigung der Betreiber steht noch aus.»

«Espresso»

«Espresso»

Mehr zum Thema in der Sendung «Espresso» auf Radio SRF 1 um 8.13 Uhr.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Eigenartig: Warum regen sich so viele Kommentatoren hier über die Krankenkassentarife auf, obwohl es im Beitrag ja gar nicht darum geht? Eigentlich geht es eher um eine Mentalität die ausgenutzt wird: Im Internet ist alles wahr und stimmig und es kann alles gratis bezogen werden. "Ihr Glück liegt nur ein Click entfernt!" So einfach! Und dann kommt die Realität und das Erwachen: Huch ich bin veraräppelt worden. Hilfe!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Frau Casagrande, es liegt nicht, am Bund sondern am "Uneinsichtigen Schweizer Stimmvolk" welches schon mehrmals eine "Einheitskasse abgelegt hat"!
    Also nicht jammern, wenn ihr zu viel bezahlen müsst!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das seit Jahren volksausbeuterische Schweizer "Gesundheits-Un-Wesen", muss endlich "revidiert" werden! Die Frage ist nur, wer, der vielen, sehr gut entlöhnten Zuständigen (Arbeitnehmer): BAG, BLW,Gesudheits-DirektorenInnen, Parlament, Bundesrat...im Gesundheitswesen der Schweiz, zeigt endlich "Rückgrat" und setzt sich effektiv endlich für ein gesamtschweizerisches, faires, bezahlbares "Gesundheits-Wesen" ein? EINE (1) Grundversicherung schweizweit, für Transparenz und Fairness!
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