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Schweiz Krawalle in Zürich: Wer offenbar dahinter steckt

Die Krawalle in Zürich vom vergangenen Wochenende waren nicht nur gut organisiert. Sie zogen auch Leute an, die in Kauf nehmen, Leben zu gefährden. Laut Samuel Althof, Leiter der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention in Basel, deutet dies vor allem auf eine Organisation hin.

Vermummte Demonstranten treffen auf Polizisten
Legende: Mitglieder des RA demonstrieren in Bellinzona, weil Anführerin Andrea Stauffacher vor Gericht steht (Bild: 2011). Keystone

Die Krawalle vom vergangenen Freitag in Zürich hallen immer noch nach. Rund 200 vermummte Linksautonome zogen mit grosser Zerstörungswut durch die Stadt. Als die Polizei aufmarschierte, wurde sie von den Linksautonomen mit Feuerwerkskörpern angegriffen. Sieben Polizisten wurden leicht verletzt.

Die Linksautonomen nahmen mit ihren Attacken also in Kauf, dass Polizisten an Leib und Leben gefährdet wurden. Für Samuel Althof, Leiter der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention in Basel, ist klar: «Man kann davon ausgehen, dass es sich hauptsächlich um Personen handelt, die sich innerhalb des Revolutionären Aufbaus (RA) organisieren oder Szenen, die sich in diesem Kreis überlappen.»

Ziel: Bilder, die an Revolution erinnern

Der RA ist eine linksextreme Organisation, die zwar hauptsächlich in Zürich beheimatet, aber international vernetzt ist. Sie agiert in der ganzen Schweiz. Immer wieder mache der RA mit gewalttätigen Ausschreitungen auf sich aufmerksam, so Althof. Beispielsweise in Basel während der OSZE-Tagung.

Der RA versteht sich selbst als eine Gegengewalt zur von ihm selbst als Gewalt empfundenen Schweizer Tagespolitik. So deutet nun einiges darauf hin, dass die Organisation bei den Krawallen in Zürich eine Rolle spielte. «Es ist genau das passiert, was der RA für sich als Ziel formuliert», so Althof.

Die Organisation mischt sich immer wieder in eigentlich friedliche Demonstrationen ein und deklariert diese als ihre eigenen. Das Ziel: Mit Gewalt will man Bilder schaffen, die an eine Revolution erinnern, die eine «revolutionäre Kultur» zeigen. Also: Zerstörungen und Tags in den betroffenen Strassenzügen.

Keine Grenze der Gewalt

Der RA ist laut Althof gut organisiert: Durch regelmässige Treffen in ihren eigenen Foren und über neue Medien. Zudem verfügten die Mitglieder über lange Erfahrung in konspirativem Verhalten. Sie stammten hauptsächlich aus der Mittel- und Unterschicht, nur selten seien einzelne Personen der Oberschicht zuzurechnen.

Und vor allem Eines zeichne den RA aus: «Die Mitglieder sind bereit, praktisch jede Form von Gewalt anzuwenden», erklärt Althof. Dies hätten beispielsweise Lager von vorbereiteten Molotowcocktails gezeigt, die bei Razzien in besetzten Häusern gefunden wurden. «Sie sind bereit, die Gesundheit und gar das Leben von Polizisten und anderen Menschen zu gefährden.»

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30 Kommentare

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  • Kommentar von A. Kistler, Walensee
    Immer diese sinnlose Diskussion von links, mitte, rechts. Und jeder hält sich für den einzig Richtigen. Wo ist denn da der Unterschied zur Religion? Die halten sich auch alle für die einzig Wahren. Und man muss ja unbedingt einer Seite angehören, um mitreden zu dürfen oder eine Meinung haben zu dürfen. Grundsätzlich ist dieser Kindergartenkrawallmist auch nur ein Religions- oder Glaubenskrieg. Nur heisst der Gott hier einfach Politik. Der Mensch ist wirklich das dümmste Tier auf dem Planeten.
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Klar wissen die in Zürich wer dahinter steckt. Deshalb bleibt die "Aktion" auch ungestraft. Wer will schon seine eigene Brut im Knast sehen?
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  • Kommentar von Werner Wyssmann, 4552 Derendingen
    Wie sich die jeweiligen Krawallanten auch nennen mögen..., solange für den Verkauf von Knallkörpern und -Petarden die Kasse klingelt, so lange wird es diesbezüglich keine Veränderung geben. Wartet die Silvesternacht ab, dann könnte es wohl um Euren Wohnsitz herum auch knallen. Und die Tierschutzorganisationen werden sich bedeckt halten... Ich jedenfalls trage dann Gehörschutz und verkrieche mich in den Keller.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Vielleicht wäre Gehörschutz auch bei Nutztieren angebracht, besonders bei den Derendingern, ansonsten die Milchkühe mit ihren vollen Eutern wieder die Luzernstrasse verunsichern!
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