Das Grundsatzverdikt: Die Zahl der Straftaten in der Schweiz ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Gleichzeitig haben schwere Gewaltstraftaten und Tötungsdelikte aber zugenommen, wie das Bundesamt für Statistik mitteilt. So stieg die Zahl der Tötungsdelikte in der Schweiz, darunter auch diejenige der Femizide.
Insgesamt seien 554'963 Straftaten registriert worden, was einem Rückgang von 1.5 Prozent entspreche, teilte das BFS zu seiner polizeilichen Kriminalstatistik mit. Der Rückgang sei vor allem auf weniger Vermögensdelikte zurückzuführen. Zudem ist die Zahl der Diebstähle und der Cyberkriminalität erstmals seit Jahren rückläufig.
Gewalt in den eigenen vier Wänden: Die schweren Gewaltstraftaten nahmen um 8.1 Prozent auf 2654 Fälle zu. Auch die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte stieg auf 55. Über 58 Prozent der Opfer waren Frauen. Mehr als die Hälfte der Tötungsdelikte, nämlich 34, ereigneten sich im häuslichen Bereich (2024 waren es noch 26 Fälle). Die Opfer waren dabei in knapp drei Vierteln der Fälle Frauen.
Mehr als die Hälfte der vollendeten Tötungsdelikte wurde innerhalb einer bestehenden oder ehemaligen Partnerschaft oder der Familie verübt. Die Opfer von Tötungsdelikten im häuslichen Kontext waren auch 2025 zu 74 Prozent weiblich. Im häuslichen Bereich wurden auch mehr einfache Körperverletzungen (+15 Prozent), Drohungen (+5 Prozent) und Nötigungen (+10 Prozent) registriert.
«Nein heisst Nein» und Vergewaltigungen: Ein Anstieg von 29.1 Prozent auf ein Total von 1402 Straftaten wurde bei den Vergewaltigungen verzeichnet. Der Tatbestand der Vergewaltigung wurde im Rahmen des am 1. Juli 2024 in Kraft getretenen neuen Sexualstrafrechts angepasst: Mit dem «Nein-heisst-Nein-Grundsatz» wird neu auch strafbar, wenn das Opfer mit Worten, Gesten oder durch Erstarren ausgedrückt hat, dass es mit der Handlung nicht einverstanden ist. Ein Vergleich der Zahlen mit früheren Jahren ist daher nur eingeschränkt möglich, wie das BFS mitteilt. Wegen der Gesetzesrevision werden nämlich mehr Vergewaltigungen registriert als früher.
Die Nationalitätenfrage: Insgesamt wurden 92'147 Personen wegen einer Straftat gegen das Schweizerische Strafgesetzbuch (StGB) polizeilich registriert. Schweizer Staatsangehörige machen 42.1 Prozent, ausländische Staatsangehörige der ständigen Wohnbevölkerung 32.3 Prozent, die Asylbevölkerung 5.8 Prozent sowie die übrigen Ausländerinnen und Ausländer 19.8 Prozent der beschuldigten Personen aus.
Während bei den Schweizer Staatsangehörigen die Zahl der beschuldigten Personen auf ähnlichem Niveau (-0.3 Prozent) geblieben ist, wurden bei der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung 2.9 Prozent und bei den übrigen Ausländerinnen und Ausländern 1.3 Prozent mehr beschuldigte Personen als im Vorjahr verzeichnet. Die Zahl der beschuldigten Personen aus der Asylbevölkerung ist um 12.4 Prozent gesunken.