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Alain Berset in Hochform
Aus Echo der Zeit vom 15.04.2020.
abspielen. Laufzeit 04:35 Minuten.
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Krisenmanager Alain Berset «Der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort»

Der Gesundheitsminister läuft in der Corona-Krise zur Hochform auf. Das anerkennen sogar seine politischen Gegner. Ein Porträt.

Angefangen hat der Höhenflug von Alain Berset mit einem Lapsus: Bei einer der ersten Medienkonferenzen zum Coronavirus Anfang März erklärte der Gesundheitsminister, wie wichtig es sei, Abstand zueinander zu halten und keine Hände zu schütteln.

Nach seinem Auftritt staunten dann alle, als sie sahen, wie Bundesrat Berset der Präsidentin der Gesundheitsdirektorenkonferenz herzhaft die Hand schüttelte! Ein Faux-pas, gab Berset bei der nächsten Gelegenheit zu.

Doch seither passieren dem 48-jährigen Freiburger keine Fehler mehr: Er tritt sicher und kompetent auf, kommuniziert charmant zweisprachig. Er führt das Land durch die Coronakrise und überbringt auch ernste Botschaften mit der richtigen Mischung aus Nachdruck und Feingefühl.

Zum SP-Bundesrat passt auch, dass er mal inkognito durch die Berner Altstadt spaziert, um sich ein Bild davon zu machen, ob die Bevölkerung die Massnahmen einhält. Es ist klar, die Krise fordert ihn enorm. Über Wochen bleibt er in Bern und hat seine Frau und drei Kinder bis Ostern nicht mehr gesehen.

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Legende: Berset wird für seine Auftritte als Krisenmanager gelobt – auch von seinen politischen Gegnern. Keystone

Seine Führungsqualitäten werden auch von den anderen Parteien gewürdigt. So sagt CVP-Präsident Gerhard Pfister: «Alain Berset ist aus meiner Sicht der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er erfüllt seine Aufgaben sehr gut.»

Aber natürlich gibt es auch Kritik: Die SVP bemängelt etwa, dass die Schweiz zu wenig gut auf die Pandemie vorbereitet war mit zu wenig Schutzmasken und Desinfektionsmitteln. «Das hätte in der Schweiz nicht passieren dürfen», sagt Parteipräsident Albert Rösti. Auch sei die Grenze zu Italien zu spät geschlossen worden, was die Ausbreitung des Virus gefördert habe.

Politischer Gewinner der Krise

Aber auch die SVP und die FDP loben seine Auftritte als Krisenmanager. Damit tritt momentan ein Bundesrat in den Vordergrund, von dem es lange hiess, er habe in seinen vielen Amtsjahren noch keine grossen Pflöcke eingeschlagen. Tiefpunkt seiner bisherigen Laufbahn als Gesundheitsminister war das Volks-Nein zu seinem Reformpaket «Altersvorsorge 2020» im Herbst 2017.

Da biete ihm die aktuelle Coronakrise die Gelegenheit, sich zu profilieren, sagt FDP-Präsidentin Petra Gössi: «Es verschafft ihm auch Luft bei all den andern Dossiers, die blockiert wirken. Ich glaube, dass Berset gestärkt daraus hervorgehen wird.»

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Legende: Er ist heute dort, wo er am liebsten ist: «Da, wo man Einfluss nehmen kann», sagte Berset schon vor zehn Jahren. Keystone

Statt mit den Gesundheitskosten und den Pensionskassen schlägt er sich momentan mit dem Coronavirus herum. Er ist damit genau dort, wo er am liebsten ist – wie er schon vor zehn Jahren in einem Interview sagte, nämlich: «Da zu sein, wo man Einfluss nehmen kann, um seine Ziele zu erreichen.»

Auch wenn irgendwann eine Zeit nach dem Coronavirus kommt – vorderhand gilt sein aktuelles Mantra: «Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen. Das darf man nie vergessen!»

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Echo der Zeit vom 15.4.2020

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116 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Herrmann  (#maskeauf)
    Satire?
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    1. Antwort von Martin Herrmann  (#maskeauf)
      Vielleicht sollte Herr Berset mal inkognito durch eine BR-Pressekonferenz spazieren, um sich ein Bild davon zu machen, ob man dort den Mindestabstand von 2m einhält. Sah heute in der Tagesschau nicht so aus, als ob das da klappt. Bestimmt eine optische Täuschung, denn wir wissen ja "[...] seither passieren dem 48-jährigen Freiburger keine Fehler mehr." -wirklich keine Satire?
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  • Kommentar von Aldo Squarise  (Aldo Squarise)
    Dass die SVP die schlechte Vorbereitung auf eine Pandemie kritisiert, erstaunt! Denn - für Schutzmasken und Desinfektionsmittel ist die Armeeapotheke zuständig. Dafür war bis Ende letzten Jahres das VBS also Parmelin und Maurer zuständig - beide von der SVP. Kritik an den eigenen Leuten?
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    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      Blödsinn, die Armeeapotheke hat damit nichts zu tun. Der Pandemieplan 2018 verpflichtet die Gesamtregierung für diese Notvorräte zu sorgen. Dies hat man zwar der WLV, im Dep. für Wirtschaft, Bildung, Forschung angegliedert übertragen, die Verantwortung für die Umsetzung des Pandemieplans liegt jedoch beim Gesamtbundesrat.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Der Bundesrat hat sich bislang stark, verantwortungsbewusst und kompetent gezeigt! Und das ohne die viel zu vielen Lobbyismus praktizierenden ParlamentarierInnen, welche sich prioritär um Eigeninteressen-Verfolgung, also kassieren von lukrativen VR-Mandaten ua auch im "Gesundheits-Un-Wesen" kümmern!? Das müsste auch der Allgemeinheit zu denken geben!
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