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Sparen bei der Gesundheit Kritik an der Anpassung der Krankenkassen-Franchisen

Legende: Video Weniger Rabatte für hohe Franchisen abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.06.2017.

Der Konsumentenschutz und die Krankenkassen-Organisationen kritisieren die Vorschläge des Bundesrates zur Änderung der Franchisen hart. Die Patientenorganisation sieht hingegen Vorteile für chronisch Kranke. Hier die Positionen:

Stiftung für Konsumentenschutz

«Pflästerlipolitik» und «reine Symptombekämpfung» sei der Vorschlag des Bundesrates, sagt Sara Stalder, die Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz.

Statt die Kosten «erneut auf die Kleinen abzuwälzen», müssten endlich Leistungserbringer wie Ärzte, Spitäler und Gemeinden in die Pflicht genommen werden. Sie müssten transparent machen, wo welche Kosten anfallen: «80 Milliarden Franken fliessen jährlich in unser Gesundheitssystem, aber niemand weiss genau, wohin das Geld geht.» Das Grundübel müsse an der Wurzel gepackt werden.

Krankenkassenverband Santésuisse

Legende: Video Verena Nold: «Das sind Fehlanreize, die Kosten steigen» abspielen. Laufzeit 0:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.06.2017.

Die Idee, die Standard-Franchise der Kostenentwicklung anzupassen, gehe zwar in die richtige Richtung. Den Vorschlag, die maximalen Rabatte auf den höheren Franchisestufen zu reduzieren, lehnt Santésuisse aber entschieden ab.

«Es gibt Fehlanreize, weil Leute, die ganz viel Geld selber bezahlen, weniger Rabatt bekommen. Sie werden künftig weniger hohe Franchisen wählen und damit steigen die Kosten noch mehr als bisher.» Das setze falsche Anreize, sagt Verena Nold Direktorin von Santésuisse.

Krankenversicherungsverband curafutura

Die Rabattabstufungen kritisiert auch curafutura, der Verband von vier Krankenversicherern. Wie Sprecher Rob Hartmans auf Anfrage sagte, würden mit der Abstufung der Rabatte jene bestraft, die am meisten Eigenverantwortung für die Gesundheitskosten übernähmen. Es müssten aber die richtigen Anreize für mehr Eigenverantwortung gesetzt werden.

Stiftung für Patientenschutz (SPO)

Legende: Video Margrit Kessler: «Mehr aus dem eigenen Sack bezahlen» abspielen. Laufzeit 0:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.06.2017.

Margrit Kessler von der Stiftung für Patientenschutz (SPO) befürchtet schon bald auch eine Erhöhung der tiefsten Standard-Franchise: dann müssten chronisch Kranke mit der Franchisen-Anpassung sehr viel mehr aus dem eigenen Sack bezahlen.

Auf der anderen Seite seien die Jungen und Gesunden mit hohen Franchisen «die Gestraften», da dort der Rabatt geringer sein wird. «Mit der Anpassung gibt es mehr Solidarität zwischen Kranken und Gesunden.»

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18 Kommentare

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  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Macht doch die Krankenkassenprämie endlich Einkommensabhängig !!!!!!!!!!! Wenigverdiener können sich die Krankenkasse bald nicht mehr leisten und die Superverdiener bezahlen diese aus der Portokasse. Das heutige System ist absolut unsozial !!!!!!!!
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Die Jungen und Gesunden sollen doch froh sein, dass sie jung und gesund sind. Tödlicher werden sie einmal alt und vielleicht krank sein, dann sieht die Welt ganz anders aus. Im Übrigen gibt es auch viele junge Menschen, denen das Leben nicht das grösste Glück der Gesundheit bietet.
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  • Kommentar von Patric Huber (Patric Huber)
    Solange die Pharmaindustrie Krebsmedis für 30‘000.- Fr. pro Monat je Patient verkaufen darf, aber eine klinische Studie mit Methadon verhindert wird sich nichts ändern... Ach ja... ausser das die welche es „finanziell“ am härtesten trifft noch mehr abgezockt werden. Familien in Basel und Genf.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Die Pharmaindustrie verhindert keinerlei klinische Studien. Es ist einfach bei solchen Fragen auf irgendwelchen Industrien herumzuhacken ohne gross zu überlegen. Es ist jedermann eingeladen klinische Studien mit Methadon durchzuführen. niemand wird Sie daran hindern. Sie müssen einfach die paar Milliarden aufbringen die das kostet.
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