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Künftig elektronisch Organspende-Register soll Spendersuche vereinfachen

Legende: Audio Elektronisches Organspende-Register kommt abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
01:49 min, aus HeuteMorgen vom 25.07.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jährlich sterben in der Schweiz rund 100 Menschen, weil nicht rechtzeitig ein geeignetes Spenderorgan gefunden wird.
  • Mit einem nationalen Organspende-Register soll die Suche nach passenden Organen vereinfacht werden.
  • Ab 1. Oktober wird es aufgebaut. Alle in der Schweiz wohnhaften Personen können sich in der Datenbank eintragen.

Jedes Jahr sterben in der Schweiz rund 100 Patienten, weil für sie nicht rechtzeitig ein geeignetes Spenderorgan gefunden werden konnte. Dabei hätte es vielleicht oftmals einen möglichen Spender gegeben, sagt Franz Immer, Direktor von Swisstransplant, der nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation. Nur habe niemand davon gewusst.

«Die Spenderkarte in der heutigen Form findet man nicht im Portemonnaie.» Dies erschwere es auch den Angehörigen, im Sinne des Verstorbenen den Entscheid für eine allfällige Organspende zu fällen.

Eine Organspende-Karte in einer Brieftasche
Legende: Die Tage der Organspende-Karte im Portemonnaie sollen bald gezählt sein. Keystone

Elektronisches Organspende-Register

Nun soll der Spenderausweis durch einen Eintrag in ein elektronisches Organspende-Register ersetzt werden. «Es ist eine Modernisierung der aktuellen Spenderkarte, die es jedem ermöglicht, freiwillig seinen Entscheid elektronisch in einem Register einzutragen», so Immer.

Alle in der Schweiz wohnhaften Personen können also auf einer Datenbank festhalten, ob sie ihre Organe nach dem Tod für Transplantationen oder für die medizinische Forschung zur Verfügung stellen wollen. Das entlaste auch die Angehörigen, betont Immer. «Zu oft weiss man den Wunsch des Verstorbenen nicht.» Zwar sei man sehr häufig mit dem Thema konfrontiert, man äussere sich aber wenig dazu.

Zu oft weiss man den Wunsch des Verstorbenen nicht.
Autor: Franz ImmerDirektor Swisstransplant

Volksinitiative zur Förderung von Organspenden

Gegenwärtig sammeln Jungliberale aus der Westschweiz Unterschriften für eine Volksinitiative, die Organspenden fördern soll. Danach soll jede verstorbene Person grundsätzlich Organspender sein können, ausser sie habe dies zu Lebzeiten ausdrücklich abgelehnt.

Einen direkten Zusammenhang mit dieser Initiative habe das Spendenregister zwar nicht, betont Swisstransplant-Direktor Immer, aber es wäre eine nützliche Grundlage. Neben der Zustimmung zu Organspenden kann man im neuen Register ja auch seine Ablehnung festhalten.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (Chäsli)
    Man muss absolut akzeptieren jemand seine Organe nicht spenden will. Für den Fall, dass er ein Organ selber braucht, ist er/sie in der entsprechenden Reihe hinter den Spendern und wartet. Automatische Organspenden sollte schon lange eingeführt werden, das war übrigens im Nationalrat vor kurzem ein Thema und wurde abgelehnt. Offensichtlich denkt dort jeder, dass er oder seine Familie nie ein Spenderorgan brauchen.
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      Herr Steinlin: Automatisches Spenden ist eine krasse Bevormundung und eines demokratischen Staates unwürdig. Wenn nicht gespendet will sollte man das ohne aber akzeptieren und man ist deswegen noch längst nicht egoistisch. Organe sind keine Gegenstände die man kaufen kann sondern Eigentum der der sie in sich trägt.
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  • Kommentar von Selinna Sidler (Swissfriends)
    Ich bin auch für die automatische Organspende. Wenn man tot ist, braucht man die eigenen Organe ja nicht mehr, jemand anders vielleicht schon. Alles andere finde ich persönlich egoistisch.
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      Frau Sidler: Sie degradieren einen Toten also automatisch zum Ersatzteillager. Wo ist ihre Menschenwürde? Mit den neuen Bestimmungen bevormundet die Politiker ihre Wähler. Jemand der seine Organe nicht spenden will ist nicht egoistisch, denn es geht ihr um sein Eigentum. Oder finden sie es richtig das Fremde über fremdes Eigentum frei bestimmen dürfen?
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  • Kommentar von U. Salzmann (pfefferusalz)
    Komischerweise wird in diesem Forum praktisch nur über den Tod gesprochen oder den Profit der Pharmaindustrie. Keiner denkt an Patienten, die ohne neues Organ massive Einschränkungen in der Lebensqualität erleiden oder erst gar nicht überleben.
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Ein Bekannter von mir muss 3 x pro Woche für 4 Stunden in die Dialyse. Rund CHF 83’000.- kostet die aufwendige Hämodialyse pro Jahr und Patient. Für eine Nierentransplantation hingegen fallen rund CHF 56’000 Franken an, schätzt Jürg Steiger, Chefarzt am Unipital Basel. Die Nachbehandlung schlage dann pro Jahr mit nur 10’000 bis 15’000 Franken zu Buche. Von wegen Pharma profitiert, es sinken vor allem die KK Kosten und somit für uns alle.
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    2. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      Herr Salzmann: Ich denke sehr wohl an Patienten die auf fremde Organe angewiesen sind. Jeder von Ihnen hat mein vollstes Mitgefühl. Ich hatte während meiner Arbeit in der Pflege oft mit solchen Fällen zu tun. Doch darf man bei zu wenig Organen auch nicht Menschen zwingen zu spenden. Was momentan läuft geht ganz klar leider in diese Richtung.
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    3. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      @Volkart. Könne Sie bitte aufzeigen wie Verstorbene zum Organspenden gezwungen werden? Wird jemand gezwungen sich zu registrieren?
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