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OECD empfiehlt Schweiz Rentenalter 67
Aus Echo der Zeit vom 04.11.2019.
abspielen. Laufzeit 44:51 Minuten.
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Länderbericht der OECD Rententalter 67 für Schweiz «dringend notwendig»

  • Die Schweiz solle das Rentenalter für Mann und Frau angleichen – und dann schrittweise auf 67 Jahre erhöhen.
  • Das empfiehlt die OECD in ihrem Länderbericht.
  • Aus Sicht der Organisation sind Anpassungen an die Alterung der Bevölkerung «dringend notwendig».

So soll die Schweiz auch die Hindernisse für ein längeres Erwerbsleben beseitigen. Als Problem für die Arbeitgeber gehört etwa, dass mit dem Alter der Lohn und die Sozialversicherungsbeitragssätze ansteigen. Dies sieht die OECD als negativen Anreiz für die Anstellung und das Halten älterer Arbeitnehmender.

Auch Änderungen bei der Besteuerung könnten laut OECD dazu beitragen, das System auf die Alterung der Bevölkerung vorzubereiten. Pläne zur Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes und zur Senkung der Einkommenssteuer für Zweitverdiener gingen in die richtige Richtung, finden die Autoren des Berichts (hier, Link öffnet in einem neuen Fenster finden Sie eine Zusammenfassung).

Eine höhere Mehrwertsteuer, eine wiederkehrende Besteuerung von unbeweglichen Vermögen und umweltbezogene Steuern könnten dazu beitragen, die Einkommenssteuer für Geringverdiener zu senken.

Demokratie und Marktwirtschaft

Die OECD ist eine internationale Organisation mit 36 Mitgliedstaaten, die sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen. Ziel ist es, «eine Politik zu befördern, die das Leben der Menschen weltweit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbessert». Auf der Grundlage der OECD-Analysen werden dann Politikempfehlungen ausgesprochen.

Klima-Transparenz bei Investitionen

Die Schweiz weise das dritthöchste Bruttoinlandprodukt pro Kopf in der OECD auf. Die Haushaltspolitik sei solide und die Verschuldung niedrig, hält die Organisation fest. Das schaffe Spielraum, der bei den Steuern mehr genutzt werden könne.

Was die Umwelt betrifft, nimmt die OECD auch den Finanzsektor ins Visier. Dieser sei klimarelevanten Risiken ausgesetzt, heisst es im Bericht. Informationen über die Risiken würden den Anlegern helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Das könne zur Eindämmung des Klimawandels beitragen.

Auch sollte die Schweiz aus Sicht der OECD die Autosteuer so ändern, dass die Anreize für den Kauf emissionsarmer Fahrzeuge gestärkt werden. Die im Jahr 2018 in der Schweiz gekauften Autos stiessen 14 Prozent mehr CO2 aus als im EU-Durchschnitt.

Mangelnde IT-Kompetenzen

Schlechte Noten erhält die Schweiz ferner bei den IT-Kompetenzen. Hier habe sie nicht mit den führenden Nationen Schritt gehalten, stellt die OECD fest. Viele Unternehmen setzten digitale Technologien langsamer ein als in führenden Ländern. Die Schweiz könnte vom Technologiewandel stärker profitieren.

Dazu empfiehlt die OECD, die Einwanderung von Hochqualifizierten aus Nicht-EU-Ländern zu erleichtern. Ausserdem sollte die Schweiz die Weiterbildungsausgaben erhöhen für Arbeitsuchende und Personen, die besonders von den Auswirkungen der Digitalisierung betroffen sind.

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144 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Rentenalter 67 ?
    Dem ist noch zu ergänzen - es wird Zeit, dass sich die Politik jeder Couleur sich Gedanken macht, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen zu installieren . Wer soll sonst den Binnenmarkt beleben ? Die Milliardäre mit Auslandoasen ? Denkt dabei an das "Geld von Wörgel" einst im Tirol - da können einige Volkswirtschaftler noch etwas lernen.
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Arbeit muss sich in jedem Fall lohnen, darum ist es ein Blödsinn, Geld ohne Leistung nach dem Giesskannenprinzip zu verteilen. Allerdings sollen die Begüterten mehr in die AHV einzahlen müssen.
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  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Ein System kann nicht dauerhaft funktionieren, wenn Leute die kaum was eingezahlt haben eine AHV bekommen.
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  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Das Volk wird nie und nimmer zustimmen. Ich kenne nicht eine Person in meinem Umfeld die in dieser kranken Arbeitswelt nicht sagt: "keinen Tag länger!". Wenn man dann noch sieht, in welchen Geldozeanen der Bund schwimmt und wo überall das Geld zum Fenster rausgeworfen wird (Militär, Kohäsionsmilliarden, uvm), dann gibt es nur eins: Nein. Da können die Wirtschaftsparteien noch so zwängen.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Achim Frill: Geld können Sie nicht essen. Es müssen genügend Leute arbeiten gehen, damit die nicht Erwerbstätigen etwas zu essen erhalten. Wenn wir trotz der demografischen Entwicklung nichts ändern und den Kopf in den Sand stecken, wird das zu Altersarmut führen.
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