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Schweiz Lawinenopfer im Lawinenkurs verschüttet

Ausgerechnet eine Übung wurde ihnen zum Verhängnis: Die drei am Sonntag von einer Lawine im Val d'Hérens getöteten Berggänger waren in einem zweitägigen Lawinenkurs.

Legende: Video Lawinenopfer während Lawinenkurs verschüttet abspielen. Laufzeit 02:29 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 06.01.2014.

Im Wallis sind am Sonntag mehrere Lawinen niedergegangen. Im Val d'Hérens starben drei Tourengänger – darunter ein Bergführer – in den Schneemassen.

Der Bergführer hatte mit sechs Personen den Pointe de Masserey bestiegen, wie die Kantonspolizei Wallis mitteilte. Die Lawine löste sich beim Abstieg am Nachmittag und riss ihn und drei Mitglieder der Gruppe mit sich.

Schweren Verletzungen erlegen

Die vier Verschütteten konnten geborgen und in verschiedene Spitäler der Region geflogen werden. Doch «in den frühen Abendstunden erlagen der Bergführer und zwei Mitglieder der Gruppe ihren schweren Verletzungen», teilte die Polizei mit. Eine Person befindet sich in kritischem Zustand.

Für die Rettung der Tourengänger wurden unter anderem fünf Suchhunde eingesetzt. Am Ort des Unglücks waren an die 20 Helfer im Einsatz sowie sechs Ärzte und sechs Helikopter.

Der Bergführerverband zeigte sich in seinem Communiqué erschüttert von dem Lawinenunglück. Den Familien und Freunden der Opfer drückte der Verband sein Beileid aus.

Zwei Lawinen am Morgen

Schon am Morgen waren innerhalb von fünf Minuten zwei Lawinen im Gemeindegebiet von Nendaz niedergegangen. Die erste Lawine zwischen Tortin und Chassoure riss eine Frau mit, die verletzt geborgen werden konnte. In der zweiten Lawine in der Region Tracouet im Couloir Croix de Jean-Pierre kam ein 34-jähriger Freerider aus dem Waadtland ums Leben, obwohl er rasch geborgen wurde.

Damit starben in den Schweizer Alpen seit Weihnachten bereits elf Menschen in Lawinen.

Zwei Autos im Schnee
Legende: Auf der Julierpass-Strasse wurden zwei Autos verschüttet. Verletzt wurde niemand. zvg

Julierpass-Strasse verschüttet

Die Julierpass-Strasse wurde am Sonntag gleich an zwei verschiedenen Orten von Schneemassen verschüttet, wobei auch zwei Autos erfasst wurden. Die Passstrasse wurde danach aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Auch alle anderen Pässe mussten geschlossen werden, sagt Thomas Hobi, Sprecher der Bündner Kantonspolizei. Einzig der Ofenpass ins Münstertal blieb offen, allerdings konnte die Strasse nur mit Schneeketten befahren werden.

Den Feriengästen, die aus dem Engadin abreisen wollten, blieb nur noch der Autoverlad durch den Vereinatunnel. Die Wartezeit für den Autoverlad stieg zeitweise auf über zwei Stunden.

Seit Weihnachten sind in den Schweizer Bergen elf Menschen in Lawinen und Schneebrettern gestorben. Skifahren oder Snowboarden abseits der Pisten ist in diesen Tagen lebensgefährlich. Warum die meisten Warnungen achtlos verhallen, lesen Sie hier.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Tom rosen, Erlenbach
    Ihr alle glaubt es nicht: Wir sind ohne Gurte Auto gefahren (ich z.B. tausende km in die Spanien-Ferien schlafend als Kind auf dem Rücksitz). Wir sind ohne Helm Velo und Ski gefahren (über 100 Jahre lang). Wir hatten keine Schienbeinschoner beim Fußball und kein Gesichtsvisier beim Eishockey! ES GIBT KEINE ABSOLUTE SICHERHEIT. Nicht einmal in der Schweiz! Zwängt nicht die Kreativen in ein Korsett, sie haben euer aller täglich Leben erst lebenswert gemacht. Aber das versteht der Tor nicht.
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    1. Antwort von B. Küng, Seeland
      So, für Sie sind die egoistischen Idioten die abseits der Pisten fahren Kreative?
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    2. Antwort von Tom Rosen, Erlenbach
      Alle Freerider Idioten, alle Muslime Terroristen, alle Welschen faul, alle Zürcher Puritaner, alle Frauen dumm. Ihr Weltbild? Schon mal kreativ gewesen im Leben? Kostet Mut und Risikobereitschaft. So geschehen bei da Vinci, Galileo, Newton, Curie, Pestalozzi. Alles Idioten, weil sie abseits der Piste fuhren? Ist einfach, unwissend von aussen über einen Kamm zu scheren, gell? Aber keine Sorge, der Mutige hat sich noch selten vom Tor beschränken lassen. Und ja, viele Off-Piste-Rider sind Idioten!
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  • Kommentar von M. Kohler, Thurgau
    Die Polemik der Weltverbesserer und Sicherheitsfanatiker ist schon recht anstrengend - jetzt schreien dann alle wieder nach mehr Sicherheitsvorschriften und Kontrollen bei diversen vermeintliche Risikoaktivitäten. Hallo Leute - täglich passieren Unfälle im Auto, auf Skiern, in Flugzeugen beim Sport. Hört auf Schuldige zu suchen und respektiert den freien Willen der Menschen welche sich allergrösstenteils den Risiken freiwillig aussetzen. Mein herzliches Beileid den Angehörigen.
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    1. Antwort von B. Küng, Seeland
      Es sind aber Retter die ihr Leben aufs Spiel setzen um diese Idioten zu bergen welche ihren freien Willen ausleben. Deshalb wäre es das Mindeste, dass diese die Rettungskosten plus drakonische Gebühren bzw. Busse zahlen müssen. Auch müssten die Krankenkassen bzw. Unfallversicherungen Regress auf diese Egoisten nehmen, dass nicht die Vernünftigen mit ihren Prämien diesen Unsinn mitfinanzieren müssen.
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  • Kommentar von Matthias Signer, Gränichen
    Als Skitourenfahrer staune und ärgere ich mich, über die Polemik welche jetzt gemacht wird. Wir alle haben die besten Kommunikationsmittel/ Informationsmittel, welche es je gegeben hat. Wir werden gewarnt,überall. Konfirmitätserklärungen,Umgang mit gefährlichen Gütern,Strassenzustand, Lawinenwarndienste usw. Dass Menschen dennoch verunfallen gibt es leider immer wieder. Dass aber Medien und sogar Spezialisten ein solches "Gezeter" machen ist übertrieben.
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