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Was tun gegen frühzeitige Lehrabbrüche?
Aus HeuteMorgen vom 09.03.2017.
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Problem Jugendarbeitslosigkeit Lehrabbrecher sind zu Niedriglohnarbeit verdammt

Ob Frau oder Mann: Jeder vierte Lehrling verliert die Lehrstelle oder bricht sie noch im ersten Jahr ab. Das hat Folgen.

  • In der Schweiz wird jeder vierte Lehrvertrag wieder aufgelöst.
  • Meistens geschieht dies bereits im ersten Ausbildungsjahr.
  • Der Baumeisterverband schult nun seine Lehrlingsbetreuer.

Oft würden sich Jugendliche schlicht und einfach für die falsche Lehre entscheiden, sagt Irene Kriesi, Forscherin vom Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB): «Jugendliche im Alter von 14, 15 Jahren sind in der Regel damit überfordert, die Tragweite der Entscheidung wirklich erfassen zu können.»

Jugendliche sind damit überfordert, die Tragweite der Entscheidung wirklich erfassen zu können.
Autor: Irene KriesiSoziologin beim EHB

Häufig treffen Junge mit schlechten Schulnoten die falsche Berufswahl. Sie sind froh, überhaupt eine Lehrstelle zu bekommen. Das gleiche beobachtet Kriesi auf Seiten der Arbeitgeber. Wer Mühe hat, Lehrlinge zu finden, stellt schneller ein und merkt zu spät, dass es mit diesem Jugendlichen nicht klappen kann.

Baubranche und Coiffeure betroffen

Es komme immer wieder vor, dass Unternehmen ihre Ausbildungsverantwortung nicht wahrnähmen, so Kriesi weiter: «Es gibt einfach auch Betriebe, welche die Jugendlichen als billige Arbeitskräfte ausnutzen.»

Überdurchschnittlich oft werden Lehrverträge im Coiffeurgeschäft, im Gastgewerbe und auf dem Bau aufgelöst. In diesen Berufsgruppen zieht jeder dritte Lehrling die Grundausbildung nicht durch.

Ueli Büchi, Bildungsverantwortlicher beim Baumeisterverband, sagt, man habe das Problem erkannt und Massnahmen ergriffen. So biete der Verband neu Schulungen für Bauarbeiter an, die sich auf der Baustelle um die Lehrlinge kümmern.

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Bund und Wirtschaft gegen Jugendarbeitslosigkeit
Aus Tagesschau vom 25.02.2015.
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Risiko von Langzeitarbeitslosigkeit hoch

«Diese sollen wissen, was ein Lehrplan ist, was ausgebildet werden muss», so Büchi. «Sie sollen die Lernenden fragen, was sie im Fachunterricht gelernt haben, so dass man den Transfer des Gelernten auf die Baustelle machen kann.»

Und wenn es doch nicht klappt und es zu einem Lehrabbruch kommt, muss das Ziel sein, dass die Jungen möglichst schnell eine neue Lehre beginnen – denn laut Statistik sind Jugendliche ohne Lehrabschluss einem grossen Risiko ausgesetzt, langzeitarbeitslos zu werden. Oder aber sie sind zu Niedriglohnarbeit verdammt.

Knapp 20'000 Junge arbeitslos

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Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) verringerte sich im Februar um 674 Personen (-3,4 Prozent) auf 19'108. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang von 6,7 Prozent, wie die vom Seco publizierten Zahlen zeigen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond  (Egalite)
    Vor der Keulung des Arbeitsmarktes mit unkontrollierten Lohndoempern wurde der Beruf vor allem nach Neigung gesucht. Heute wird er faktisch aufgezwungen. Anstatt dass sich auch die Frauen ein Leben nach ihrem Gusto organisieren koennen, haben alle kaum mehr eine wirkliche Wahlmoeglichkeit des Berufes. Und die seit einem Monat gar verfassungswidrig weiter einstroemenden Lohndoemper foerdern die Lohngleichheit auf ihre besondere Art: Abteufung der Maennerloehne statt hoehere Frauenloehne....
  • Kommentar von D. Schmidel  (D. Schmidel)
    Unsere Oberstufenschulen sind die grössten Sozialkompetenz-Verhinderer. Es findet bis zum 16. Lebensjahr praktisch kein Reifungsprozess mehr statt. Viele Lehrmeister bestätigen dies teils in dramatischer Form. So müssen Lehrmeister immer häufiger zuerst aus Kindern Jugendliche machen und sind dabei hoffnungslos überfordert.
  • Kommentar von W. Ineichen  (win)
    Ein Lehre durchzustehen brauch eben mehr Grütz als ein Smartphone zu bedienen.
    1. Antwort von D. Schmidel  (D. Schmidel)
      Um ein Smartphone zu bedienen genügt es ein Kind zu bleiben.
    2. Antwort von W. Ineichen  (win)
      Korr: -Eine Lehre.............braucht ........
    3. Antwort von Beat Gurzeler  (B.Gurzeler)
      @ W.Ineichen: Kurze Anfrage: Haben sie auch schon Lehrlinge ausgebildet , ich schon , so einfach ist das nicht.