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Graubünden hebt Maskenpflicht für Primarschüler auf
Aus Schweiz aktuell vom 12.04.2021.
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Lockerungen an Schulen Ist das Aufheben der Maskenpflicht an Primarschulen gefährlich?

Im Kanton Graubünden ist seit Montag die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse aufgehoben, falls die Schule an regelmässigen Testungen teilnimmt. Derzeit sind dies gemäss Angaben des Kantons rund 95 Prozent der Schulen. Milo Puhan ist Professor für Epidemiologie und Public Health an der Universität Zürich. Er erklärt im Interview, ob das sinnvoll ist, und welche Massnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus an Primarschulen besonders wichtig sind.

Milo Puhan

Milo Puhan

Epidemiologe

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Milo Puhan (* 1975) ist seit 2013 Professor für Epidemiologie und Public Health an der Universität Zürich und Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention. Puhan ist Mitgründer der Corona Immunitas Initiative, Link öffnet in einem neuen Fenster, die die nationalen Bemühungen der Schweiz zur Bestimmung der SARS-CoV-2-Immunität der Allgemeinbevölkerung sowie von gefährdeten Bevölkerungsgruppen und spezifischen Berufsgruppen mit hohem Infektionsrisiko vereint.

SRF News: Ist die Aufhebung der Maskenpflicht in der 5. und 6. Klasse sinnvoll?

Milo Puhan: Das Gesamtpaket ist das Wichtige. Wenn man jetzt nur die Infektionszahlen anschaut, dann würde es sicher Sinn ergeben, die Masken zu tragen. Der Preis, den man zahlt, ist nicht furchtbar hoch und es hilft. Aber man muss es im Gesamtkontext der Massnahmen in den Schulen sehen. Und jeder Kanton hat seine spezifische auch politische Diskussion, vor und hinter den Kulissen. Ich glaube, die Entscheidungsträger müssen am Schluss zu einem Entscheid kommen und den dann entsprechend kommunizieren.

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Epidemiologie-Professor Milo Puhan zum Aufheben der Maskenpflicht an der Primarschule
Aus News-Clip vom 12.04.2021.
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Was muss man denn in einer Primarschule besonders beachten?

Wichtig ist wirklich, dass weder Kinder noch Lehrpersonen in die Schule gehen, wenn sie krank sind. Das hilft sicher schon mal viel. Und in den Schulzimmern gut lüften. Auch wenn es jetzt wieder etwas kalt geworden ist: Das Lüften ist wirklich ganz wichtig. Dann muss man eben versuchen, den Kontakt zwischen den Klassen zu reduzieren, soweit das möglich ist. Da gibt es verschiedene Dinge, die man tun kann – sei es beim Essen, auf dem Pausenplatz, in den Gängen. Das muss aber immer sehr gut dem Kontext der einzelnen Schulen angepasst werden. Es gibt nicht einfach eine Lösung, die man über alles stülpen kann.

Ganz wichtig ist ein Monitoring, um zu wissen, was in den Schulen und im Kanton passiert.

Ist dieses Aufheben der Maskenpflicht gefährlich?

Das werden wir sehen. Ich glaube, man muss es gut beobachten. Ganz wichtig ist, dass man die Anzahl Fälle und Quarantänen beobachtet, damit man einen guten Überblick über das hat, was passiert, und damit man eine mögliche Veränderung frühzeitig entdeckt. Es ist ein Ausprobieren. Ein Hoch- und Herunterfahren von Massnahmen. Ganz wichtig ist ein Monitoring, um zu wissen, was in den Schulen und im Kanton passiert.

Das Gespräch führte Benjamin Minder.

Heute in «Schweiz aktuell»

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Mehr dazu sehen Sie in der Sendung «Schweiz aktuell» um 19.00 Uhr auf SRF 1.

Schweiz Aktuell, 12.04.2021, 19.00 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Katharina Bleuer  (Blk)
    @SRF: Wie haben sich die Fallzahlen von PIMS verändert seit der Einführung der Maskenpflicht an der Mittelstufe?
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Katharina Bleuer
      Guten Tag Frau Bleuer. Diese konkreten Daten liegen uns nicht vor. Pädiatrie Schweiz schreibt in ihrer Medienmitteilung, dass im Rahmen der zweiten Welle in der Schweiz bei Kindern und Jugendlichen vermehrt Fälle von PIMS-TS aufgetreten sind (geschätzt ca. 50 Fälle). Freundliche Grüsse, SRF News

      Zur Mitteilung: www.paediatrieschweiz.ch/news/paediatrisches-inflammatorisches-multisystem-syndrom
  • Kommentar von Patrick Schiess  (seloraphim)
    Maske an der Grundschule ist ein schlechter Scherz und einfach nur sinnloser Aktivismus. Warum? Weil die Kinder sich in der Pause, auf dem Schulweg, in der Freizeit (draussen oder drinnen), im Verein oder sonst wo genau gleich und ohne Maske treffen. Ausserdem fassen die Kinder, übrigens auch 99% der Erwachsenen, dauernd mit den Händen die Maske an, so dass eine Kontaminierung noch weitaus einfacher möglich ist. Schaut euch bitte mal die Studie zum Maskentragen von Prof. Dr. Ines Kappstein an,
    1. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Hier geht es nicht Grundschulen (Schweizer Basis- und Unterstufe) wie im der deutschen Studie, sondern um die Mittelstufe.
      Unsere 5. und 6.- Klässler kommen gut mit Masken zurecht.
    2. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Die Kinder von Eltern aus den Risikogruppen treffen sich nicht mit ihren Kollegen drinnen. Nur in der Schule, weil sie dort müssen.
      Es geht nicht auf, wenn man von Risikogruppen erwartet, sich selbst zu schützen, und dies gleichzeitig verunmöglicht, indem ihre Kinder in der Schule nicht vor Ansteckung geschützt werden.
  • Kommentar von Peter Grisiger  (Peter1)
    Währen den Schulstunden Masken auf, danach werden diese abgelegt.
    Erinnert mich ans Militär. "C-Alarm"
    Die jungen treffen sich hinter dem Schulhaus, natürlich ohne Masken.
    Einmal in dieser und dann mit der anderen Gruppe.
    Also, viel Aufwand mit wenig Ertrag.
    Aber unbedingt Testen, sonst muss die Militär-Apotheke wieder 750'000 Test wegwerfen.
    1. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Es ist schon ein Unterschied, ob die Kurzen Stundenlang zusammen in einem geschlossenen Raum eingepfercht sind (hohe Ansteckungsgefahr) oder ob sie draussen herumrennen (geringe Ansteckungsgefahr).
      Quelle: gesunder Menschenverstand.