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Schweizer Seilbahnen setzen auf Eigenverantwortung
Aus HeuteMorgen vom 27.05.2020.
abspielen. Laufzeit 02:27 Minuten.
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Lockerungen in den Bergen Bald wieder Gedränge in Gondeln?

Dürfen die Bergbahnen wie erwartet ab 8. Juni wieder fahren, will die Branche vor allem auf Eigenverantwortung setzen.

Ein Augenschein im Appenzellerland. Zuhinterst im Tal, bevor der Weg in den Alpstein ansteigt, steht die Talstation der kleinen Gondelbahn zur Alp Sigel. «Für uns ist es finanziell sehr, sehr wichtig, dass die Bahn wieder aufgeht», erklärt Albert Neff. Der Mitbesitzer von Alp und Gondelbahn zeigt, wo in der Talstation die Bodenmarkierungen hinkommen. «Vor dem Automaten sicher und dann vor der Tür, damit die Leute vor dem Eingang warten.» Distanz halten und draussen warten ist angesagt.

Viele Vorgaben abgeschwächt

Zwei Kabinen mit je vier Plätzen bringen Touristen und Arbeiter auf die Alp Sigel. Aber zwei Meter Abstand halten, das geht in der Gondel natürlich nicht. Und das Schutzkonzept des Seilbahnverbandes schreibt diesbezüglich auch nichts vor – weder zur Maskenpflicht noch zur Zahl der Passagiere pro Gondel. Ursprünglich war eine Limitierung der Passagiere vorgesehen und etwa, dass Mitarbeiter in grösseren Gondeln mit Plexiglas zu schützen sind. Doch viele Vorgaben wurden abgeschwächt.

Sepp Odermatt vom Schweizer Seilbahnverband erklärt: «Es wurde nicht in dem Sinne abgeschwächt, sondern den effektiven Bedürfnissen angepasst.»
Die Seilbahnen empfehlen nun ihren Passagieren nur noch, die Schutzmaske zu tragen, wenn es zu voll wird. Muss man also keine Angst haben, wenn man sich mit Unbekannten in eine Gondel drängt? «Das ist relativ schwierig definitiv zu beurteilen», meint Odermatt. «Wir setzen ja nur um, was das BAG vorschreibt.»

Jede Bahn entscheidet selbst

Der Seilbahnverband orientiere sich am Schutzkonzept des öffentlichen Verkehrs. Ob die Passagierzahl limitiert wird, muss jede Bahn selbst entscheiden. «Viele haben schon kommuniziert, dass man dann vielleicht weniger Personen transportiert, aber dafür auch öfter fährt», weiss Odermatt.

Vorsichtige Berggänger dürften auch mal allein in die Gondel sitzen, sagen viele Seilbähnler auf Anfrage. Auch Albert Neff sieht unter der Woche kein Problem, aber: «An einem schönen Wochenende, wenn 30 Leute anstehen, und eine Person alleine hochfahren möchte, würde das wohl nicht verstanden.» Zu Spitzenzeiten kann es in den Schweizer Seilbahnen ab voraussichtlich 8. Juni also auch eng werden.

Zwei Männer montieren in der Gondel Plexiglasscheiben.
Legende: Die Brunnibahnen in Engelberg haben in der Luftseilbahnkabine bereits Plexiglasscheiben montiert, um damit sechs Räume zu schaffen. Keystone

SRF 4 News, Heute Morgen, 27. Mai 2020, 06:00 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Annamarie Baldinger  (AnnamarieB)
    Wieder einmal wird hier an die „Eigenverantwortung“ appelliert. Dieser Begriff sendet aber ein falsches Signal aus, denn wir haben ja alle nicht nur die Verantwortung für uns selbst, sondern immer auch für die Gemeinschaft. Das eigene Risiko abzuschätzen ist gut, aber jeder und jede von uns ist auch ein potentielles Risiko für die andern und muss deshalb auch für diese Verantwortung übernehmen. Appellieren wir also in Zukunft besser an unser Verantwortungsbewusstsein!
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  • Kommentar von Thomas Heimberg  (tomfly)
    Also ich verstehe euch nicht mehr Leute. Von den nur 30'700 Infizierten in der CH sind 28'200 wieder gesund und 1900 verstorben. Es gibt also noch 600 Kranke bei 8'500'000! Da gewinnt man schon eher im Lotto als einem Kranken zu begegnen und sich auch gerade anzustecken. Obwohl ich zur Risikogruppe gehöre, hat Corona seinen Schrecken verloren, aber total. Dass es so gut aussieht, verdanken wir den umsichtigen Massnahmen des Bundes. Trotzdem, Zeit aufzuhören.
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    1. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Für viele hier ist eben ein Toter einer zu viel und sie würden witere 100mia Volksvermögen verbrennen um ihn verhindern zu können. Das Leid dass sie hinterlassen mit Arbeitslosen, Altersarmut, Scheidungen, Suiziden können sie dann ohne weiteres mit ihrem ethisch korrekten Weltbild abstreiten. So funktioniert Ideologie.
      Die ersten 2 Monate war alles zu 100% gerechtfertigt aber jetzt ist es einfach nur noch fragwürdig die "aussergewöhnliche Lage" beizubehalten.
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    2. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Verstehen SIE es nicht? Die Bedrohung ist nicht verschwunden, sondern eben nur erfolgreich eingedämmt. Nehmen wir den Fuss vom Schlauch, spritzt es wieder in alle Richtungen. Bis es Impfungen/treffsichere Behandlungen gibt, sind die Lockerungsutopien brandgefährlich. Ohne Maskenpflicht ist das absolut untragbar!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Die Fenster sollten zusätzlich offen bleiben. Da wird Eigenverantwortung garantiert übernommen, um nicht durch diese zu fallen. Sonst, zu den Mitmenschen, hat man schon vergebens auf Eigenverantwortung appelliert. Insb. die Selbstverwirklichungs-Szeni-Wanderer scheren sich nicht um die Mitmenschen.
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