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Marco Chiesa – ein Jahr SVP-Präsident
Aus 10 vor 10 vom 29.07.2021.
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Marco Chiesas erstes Jahr Wenn der SVP-Präsident gar nicht mehr so wichtig ist

Der SVP-Präsident müsse nicht immer im Mittelpunkt stehen. So reagiert Marco Chiesa auf die Kritik, man nehme ihn nach bald einem Jahr im Amt kaum wahr.

Der 46-jährige Betriebswirtschafter hat eine steile Karriere hingelegt: Der erste Tessiner SVP-Ständerat. Der erste Tessiner im SVP-Vizepräsidium. Und nun der erste Tessiner SVP-Präsident. Aber Chiesa ist keine charismatische Persönlichkeit. Manchmal entsteht der Eindruck, er sei mehr Parteisekretär als Parteipräsident.

Chiesa leitet die Partei aus dem Hintergrund. Bei den grossen Themen treten andere in den Vordergrund. Zum Rahmenabkommen spricht Fraktionschef Thomas Aeschi. Gegen das CO2-Gesetz kämpfte an vorderster Front der junge Solothurner Nationalrat Christian Imark. Im Parlament wettert Magdalena Martullo gegen die Corona-Politik des Bundesrats.

Bunter Haufen an Parteigrössen

Chiesa versucht diesen bunten Haufen zusammenzuhalten – das scheint ihm bis jetzt recht gut zu gelingen.

Das Chiesa andere reden lässt und selber kaum auftritt, hat auch mit der Sprache zu tun. Er geht jede Woche in den Deutschkurs, aber das Debattieren in der Deutschschweiz fällt ihm noch immer recht schwer. Im Tessin und besonders auch in der Westschweiz (Chiesa spricht sehr gut Französisch) ist er deutlich präsenter.

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Aus dem Archiv: Marco Chiesa zum neuen SVP-Präsidenten gewählt
Aus Tagesschau vom 22.08.2020.
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Kann das gut kommen mit einem unbekannten Tessiner, fragten sich vor einem Jahr viele. Und nachdem die SVP die Begrenzungs-Initiative kurz nach Chiesas Amtsantritt im letzten Herbst deutlich verloren hatte, sahen viele Politbeobachter die Partei mit ihrem neuen Präsidenten in einer Krise. Auch bei den meisten kantonalen Wahlen verlor die Partei Sitze.

Das neue Feindbild der SVP

Doch in jüngster Zeit reiht sich ein Erfolg an den nächsten. Das von der SVP bekämpfte Rahmenabkommen hat der Bundesrat gleich selber bachab geschickt. Das CO2-Gesetz bodigte die SVP fast im Alleingang. Alleine gegen alle anderen – in dieser Rolle war die Partei schon immer stark. Und nun scheint die SVP nach der «Classe Politique» auch ein neues Feindbild für die nächsten eidgenössischen Wahlen gefunden zu haben: Die urbane, grüne Stadtbevölkerung, die dem Land angeblich vorschreiben wolle, wie man zu leben habe.

Aber mit dem neuen Präsidenten hat das alles wenig zu tun. Marco Chiesa lacht nur laut, wenn man ihn fragt, ob er zu diesen Erfolgen beigetragen habe.

Die Partei wird inzwischen nicht mehr von ganz wenigen, sondern vielen verschiedenen Köpfen geprägt. Übervater Christoph Blocher tritt nur noch selten auf und hat sich aus der aktiven Parteipolitik verabschiedet.

Als erste grosse Partei hat die SVP damit einen Wandel vollzogen: Nicht der Präsident, das Programm weist den Weg. Und dieses Programm vertreten viele grössere und kleinere Partei-Persönlichkeiten nach aussen.

Andy Müller

Andy Müller

SRF-Bundeshausredaktor

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Andy Müller ist Bundeshausredaktor des Schweizer Fernsehens. Zuvor war er Themenplaner und stellvertretender Redaktionsleiter von 10vor10. Er arbeitet seit 2007 für SRF.

10vor10, 29.7.2021, 21:50 Uhr

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Aaron Dettwiler  (Aaron1984)
    In jedem Artikel lese ich, die SVP tut Hass sagen, errichtet Feindbilder und wird primär von etwas einfach gestrickten ländlichen Dorftrotteln gewählt. Ein übersichtliches Weltbild für einen Berufsstand, welcher zu grossen Teilen aus hippen, urbanen und gebildeten Menschen besteht.
    Könnte es nicht einfach sein, dass die SVP sich besser verkauft? Diese Intellektuelle Eitelkeit und die herablassende Schreibweise schüttet dann noch zusätzlich Wasser auf die Mühlen der SVP. DANKE.
    1. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      @Aaron1984: Sie erwecken nicht den Eindruck, dass anspruchsvollere Schreibe Sie abschreckt, aber welcher (eine?!) Berufsstand besteht aus «hippen, urbanen und gebildeten Menschen» der Ihnen nicht passt und der «zusätzlich Wasser auf die Mühlen der SVP» schüttet?
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Die SVP gibt sich als Volkspartei von CH aus und will ihr Zukunft verleihen. Aber in einigen Dingen tut sie das kaum.Sozialstaat; dann vor allem bei der Klimapolitik.Es macht den Anschein,dass die ganz Jungen und Nachkommende gar nicht zur Schweiz zu gehören scheinen, wenn für sie klimapolitisch die Sorge für sie sehr vernachlässigt wird, z. B. mit der empfohlenen und vollzogenen Versenkung des noch sehr moderaten CO2-Gesetzes. In Heimat sind Natur, ganz Junge und Nachkommende eingeschlossen!
  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Es gab durchaus auch charismatische Parteipräsidenten aus dem Tessin, wenn ich an Fulvio Pelli und Franco Cavalli denke. Die bügelten ihre sprachlichen Defizite locker aus. Bei einem schwachen Präsidenten besteht die Gefahr von Flügelkämpfen. Andere drängen sich ins Scheinwerferlicht. Z. B. Martullo-Blocher ist in den Medien allgegenwärtig.
    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      A. Planta waren diese zwei nicht 1 CVP und 1 FDP Bundesrat? So erklärt für dies mich eigentlich Ihre Aussage;-)
    2. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Nein, Frau Artho, beide waren sie nie Bundesrat.
    3. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Der Anwalt Pelli war aber mal FDP-Präsident, der Onkologe Cavalli politisierte für die SP im Nationalrat (hielt auch sonst nicht mit seiner Meinung zurück).
    4. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      L. Drack danke für Ihre Richtigstellung.