Zum Inhalt springen

Header

Audio
Randregionen fürchten Strassenzölle
Aus HeuteMorgen vom 25.05.2021.
abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
Inhalt

Massnahmen gegen Staus Mobility Pricing: Das sagt die SRF-Community

Führt das Bezahlen für Fahrten im Stossverkehr zu weniger Stau? In Pilotprojekten wollen das mehrere Städte testen. Die SRF-Community diskutiert angeregt über diese Frage.

Zürich, Bern, Basel, Biel und weitere Städte und Gemeinden haben diese Woche beim Bund Interesse für Pilotprojekte im Mobility Pricing angemeldet. Mit Mobility Pricing heisst, Spitzen beim motorisierten und öffentlichen Verkehr durch angepasste Verkehrsabgaben zu brechen. Wer mit dem Auto oder ÖV zu Stosszeiten unterwegs ist, bezahlt mehr. Neben der technischen Machbarkeit soll in den Pilotprojekten auch die Akzeptanz in der Bevölkerung untersucht werden.

Arbeitsweg und Arbeitszeit als Herausforderung

In einer nicht repräsentativen Umfrage in der SRF Community halten über die Hälfte der SRF-User nichts von Mobility Pricing. Einer der Hauptgründe dagegen ist, dass viele Personen wegen der Arbeit in die Städte pendeln müssen und in der Arbeitszeit nicht flexibel sind. User René Schönauer findet klare Worte: «Symptombekämpfung auf dem Buckel derer, die nicht ausweichen können.»

User Andreas Würtz fordert darum: «Bringt Wohnen, Arbeit und Freizeit endlich wieder näher zusammen, sodass kein Pendeln mehr nötig ist.» User Ruedi Möckli findet das schwierig: «Solange es die Städte nicht schaffen, genügend bezahlbare Wohnungen in Arbeitsplatznähe zur Verfügung zu stellen, bin ich gegen Mobility Pricing.»

Vielleicht sollte man sich eher Gedanken machen über die Standorte der Firmen, statt noch ein unsoziales Gesetz vorzubereiten.
Autor: Frank GrämigerSRF-User

Ausserdem müssten Arbeitgeber flexiblere Arbeitszeiten anbieten, sodass sich der Verkehr wochentags entspannt, meint Userin Silvia Kiener. Mobility Pricing müsste man dann nur am Wochenende mit einer Stadt-Maut anwenden.

Kein reines Pendlerthema

Die Überlastung des Verkehrs ist aber längst nicht nur ein Problem, weil Leute für die Arbeit in die Städte pendeln, ergänzt User Martin J. Pérez: «Siehe Staus an Wochenenden in Berggebieten, wo gerade die Städter täglich mit ihren PKWs anrollen anstatt mit dem ÖV.» Ein weiterer User befürchtet, dass nach den Städten auch Tourismusregionen mit Mobility Pricing nachziehen.

Zurück ins Mittelalter mit Zollhäuschen an jeder Brücke.
Autor: Daniel BucherSRF-User

User Heiner Zumbrunn ist grundsätzlich offen für Mobility Pricing, sieht die Schwierigkeit aber in der Umsetzung. Er befürchtet, dass Mobility Pricing für die Schweiz mit ihren vielen Kantonen und Gemeinden zu unzähligen unterschiedlichen Verrechnungsarten und Preisen führt. Er findet darum: «wenn überhaupt, dann nicht in jedem Dorf, sondern in grossen Bereichen.»

Kosten Mobility Pricing vs. Kosten Stau

Neben viel Skepsis in der Community gibt es auch User wie Ralph Ebersbacher, die Mobility Pricing als längst überfällig sehen und darum als wirkungsvolle Massnahme: «Nur wenn man noch viel stärkere Anreize schafft, das Auto in der Stadt nicht zu benutzen, wird sich etwas ändern.» Auch Thomas Leu befürwortet Mobility Pricing und spricht an, dass auch das Stehen im Stau kostet: «Weniger Freizeit und/oder weniger Einkommen. Verbringen zum Beispiel Handwerker von einem 8.5-Stundentag 1.5 Stunden im Stau, kostet das den Betrieb auch.»

Das ist schon lange überfällig. Ich habe mich schon vor 10 Jahren gefragt, warum man das nicht macht.
Autor: Ralph EbersbacherSRF-User

Hoffnung macht User Ruedi Meier. Er schaut in den Norden in Städte wie Stockholm, wo Mobility Pricing aus seiner Sicht gesellschaftlichen Nutzen gebracht hat: «Dort war die Bevölkerung vor der Einführung auch dagegen, eine Weile nach der Einführung fand es die grosse Mehrheit gut und heute ist es unverzichtbar. Wer das Auto wirklich braucht, bezahlt gerne etwas dafür, Zeit zu sparen durch weniger Stau, alle anderen profitieren finanziell durch die Rückvergütung.»

Was halten Sie von Mobility Pricing? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns in den Kommentaren.

SRF4 News, Heute Morgen, 25.05.2021, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

49 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andi Solenthaler  (Solifant)
    Bei 90% der hier diskutierten 'Themen' müsste man sich einmal ernsthaft überlegen ob es nicht doch zuviele Erdbewohner gibt. Wir sind jetzt an dem Punkt, wo ich Klugscheisser schon im Schulalter voraussagte, also vor vierzig Jahren, dass bei zuvielen Bewohnern irgendwann ein gewaltiges Regelwerk nötig sein wird. Mit ganz vielen Vorschriften und Verboten. Ob das Leben dann noch schön ist? Die Wirtschaft wirds uns einreden.
  • Kommentar von Andi Solenthaler  (Solifant)
    Ich weiss nicht was es da zu testen gibt. Mobility Pricing gab es schon vor 30Jahren in einigen Städten in Sudostasien. Und wie war es? Die Reichen fuhren munter weiter und unter jenen, welche sich die normalen Ausgaben knapp leisten konnten, hats dann doch einige Fussgänger gegeben; oder die mussten mit dem Bus ihre Zeit opfern. Ja, ich habe mit den Leuten gesprochen.... Es wird weniger Verkehr geben, es wird Mehreinnahmen geben, der Staat wird zufrieden sein...auf Kosten der Ärmeren.
  • Kommentar von Daniel Gion  (dgion)
    Mit der Öv zur Arbeit gehen mag in den Städten machbar sein aber häufig nicht auf dem Lande. Um um halb sieben mit der Arbeit beginnen zu können müsste ich am Vorrabend anreisen ... .
    Bevor wir mit Strasenzoll anfangen soll endlich der ÖV alle seine Kosten mal übernehmen! Wir auf dem Lande zahlen für etwas was wir nicht benützen können, haben aber den Lärm von den durchfahrenden Zügen udn sollen nun erneut zur Kasse gebeten werden ...
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Daniel Gion: Dort wo es keine Staus gibt, also möglicherweise bei Ihnen auf dem Lande, redet ja auch niemand von Mobility Pricing. Erst wenn die Strassen überlastet sind, lohnt sich ein Preis, da dadurch nicht dringende Fahrten auf Randzeiten verschoben werden und die dringenden freie Fahrt haben. Und das gute ist: jeder Strassenbenützer kann dies selber entscheiden.