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Grenzgänger müssen zu Hause arbeiten
Aus HeuteMorgen vom 03.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
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Massnahmen im Südkanton Homeoffice und getrennte Büros: Tessiner Firmen und das Virus

Das Coronavirus verändert die Arbeitswelt im Tessin ganz besonders. Es ist von italienischen Grenzgängern abhängig.

Homeoffice – also Arbeit von daheim aus – lautet das Zauberwort der Stunde. Auch Irmgard Tonndorf, Sprecherin von Hupac, dem Anbieter im kombinierten Schienengüterverkehr mit Sitz in Chiasso, arbeitet von daheim aus. «Ein Drittel der Mitarbeitenden arbeitet im Homeoffice», sagt sie. Bei Hupac sind das 60 Menschen – vor allem Grenzgänger.

In drei Teams aufgeteilt

Die Massnahmen gehen aber noch viel weiter. Bei Hupac bleibt kein Stein auf dem anderen. «Die Teams sind auseinander dividiert worden», erklärt Tonndorf weiter. «Im Team Produktion sind normalerweise 20 Mitarbeiter tätig. Ein Teil sitzt zu Hause, ein Teil davon bleibt im ursprünglichen Gebäude, und ein anderer Teil ist in das Gebäude B versetzt worden.»

Das Ziel: Parallele Strukturen aufbauen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Falls ein Team wegen des Coronavirus ausfalle, könne das andere immer noch weiterarbeiten. Drastische Massnahmen, das findet auch Tonndorf. Aber der grenzüberschreitende Güterverkehr dürfe nicht wegen Krankheitsfällen zusammenbrechen.

Pensionierte Tessiner statt Frontalieri

Konkrete Zahlen darüber, wie sehr die Wirtschaft wegen des Virus in Mitleidenschaft gezogen wird und wie viele Tessiner Firmen Kurzarbeit beantragen, fehlen noch.

Derweil versuchen Tessiner Betriebe möglichst viele Grenzgänger – hier auch Frontalieri genannt – zu Hause arbeiten zu lassen. Oder man macht es wie die Logistikfirma Interroll, wo pensionierte Tessiner die Grenzgänger ersetzen sollen.

Homeoffice ist nicht sehr beliebt

In vielen Branchen, etwa in Spitälern, der Industrie, dem Tourismus oder dem Bau, sei Homeoffice aber nicht möglich, sagt Luca Albertoni, Direktor der Tessiner Handelskammer. «Zusätzlich gibt es noch ein Problem mit Italien, was die Grenzgänger anbelangt», ergänzt er. «Falls diese Personen mehr als 25 Prozent ihrer Arbeitszeit in Italien ausüben, werden sie Steuersubjekt in Italien. Das hat natürlich gravierende Folgen für sie persönlich.» Homeoffice ist daher bei den Frontalieri nicht sehr beliebt.

Firmengelände von Hupac in Norditalien.
Legende: Die Firma Hupac ist auf Grenzgänger angewiesen und hat daher durch das Coronavirus eine besondere Last zu tragen. Keystone

Egal ob Ticinesi oder Grenzgänger – beide hätten Angst, findet Giorgio Gargantini von der Gewerkschaft Unia, angesprochen auf das Arbeitsklima innerhalb der Betriebe. Interessanterweise aber nicht so sehr Angst vor dem Virus. «Die Menschen beschäftigt vor allem die Frage, ob sie weiter arbeiten und Geld verdienen können oder nicht», so Gargantini.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Betty Boo  (Betty Boo)
    Ich habe eine Frage, die mir bisher niemand beantworten konnte..aber vielleicht gibt es ja hier Experten: warum sind Grossveranstaltungen verboten und gleichzeitig darf man ungehindert von und nach Mailand reisen? Wenn doch fast alle Schweizer Ansteckungen offenbar in Mailand passiert sind, wäre es nicht von Anfang an sinnvoll gewesen, die Reiserei dorthin /von dort zu unterbinden?
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  • Kommentar von Urs Aeschlimann  (Kroo)
    Ja, ihr Lieben, bleiben wir ALLE doch zu Hause. Ach nein, ich muss noch schnell in den Laden und Essen hamstern. Im Laden gibt es nichts mehr. Die Lastwagenfahrer machen auch Homeoffice, wie der Lokführer, der Tramführer u.s.w.
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  • Kommentar von Peter Gmoretti  (PeGmo)
    Im Rest der CH warten wir lieber, bis sich alle beim Pendeln und anschliessend auf Arbeit anstecken.
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