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Legende: Audio Präsident des Lehrerverbands nicht zufrieden mit Bundesratsentscheid abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
03:53 min, aus SRF 4 News aktuell vom 11.06.2019.
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Mehr Geld für Sportlager Lehrerverband kritisiert Bundesratsentscheid

Der Bundesrat will obligatorische Lager stärker unterstützen. Doch nicht alle sind zufrieden. Ein Überblick.

Was ist die Ausgangslage? Obligatorische Schullager, die nach den Regeln von Jugend- und Sport stattfinden, werden mit 7.60 Franken pro Tag und Teilnehmerin oder Teilnehmer vom Bund unterstützt. Dies ist etwa der Fall, wenn mindestens 12 Personen teilnehmen, die Lager über vier Tage stattfinden und an mindestens vier Stunden Sport gemacht wird. Ansonsten liegen Schullager in der Zuständigkeit der Kantone.

Was hat der Bundesrat beschlossen? Der Bundesrat hat am Freitag bekanntgegeben, den Betrag von 7.60 auf maximal 16 Franken erhöhen zu wollen. Dies würde für die Schulen, die kantonalen oder kommunalen Behörden oder nationale Sport- und Jugendverbände gelten. Schullager seien wichtig für die Entwicklung und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen, hält der Bundesrat in seinem am Freitag veröffentlichten Bericht fest. Sie würden den Kindern positiv prägende Erlebnisse ermöglichen.

Welche Schulausflüge sind nicht betroffen? «Alle ausserschulischen Lernorte», so Beat Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerinnen und Lehrer-Verbandes. Beispiele hierfür seien etwa das Verkehrshaus Schweiz, das Technorama oder auch Schulreisen. Die Erhöhung des Beitrages durch den Bundesrat bei den Jugend- und Sportlagern sei begrüssenswert, sei aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. «Bei Schullagern und anderen ausserschulischen Lernorten müssen die Kantone einspringen. Und die gehen sehr unterschiedlich damit um.»

Wie handhaben die Kantone die Lager? Sehr unterschiedlich, meint Zemp. «In Basel-Stadt hat der Regierungsrat beschlossen, sämtliche ausfallenden Elternbeiträge vollumfänglich zu übernehmen.» Daneben gebe es jedoch auch negative Beispiele. «Im Kanton Nidwalden hat der Erziehungsdirektor beschlossen, nichts zu machen.» Dort warte man ab, bis eine Klage komme und knöpfe den Eltern wie bisher die Beträge ab, die zu hoch seien.

Was kritisiert der Lehrer-Verband am Bundesratsentscheid? Der Erhöhung der Beiträge müsse für alle Arten von Lagern gelten. Also nicht bloss für Jugend- und Sportlager, sondern auch für ausserschulische Lager. Das Bundesgerichtsurteil von 2017, wonach die obligatorische Schulzeit gratis sein soll, um finanziell schwächere Eltern zu entlasten, werde durch den Bundesratsentscheid nicht gestärkt, sagt Zemp.

Wieso müssen alle Schullager gefördert werden? «Es geht hier vor allem um die sozialen Kompetenzen, die in Klassenlagen gelernt werden können», findet Zemp. Die zentrale Aufgabe der Schule bestehe darin, den Schülerinnen und Schülern sowohl Kultur als auch gegenstandsbezogene Erfahrungen zu ermöglichen.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Nich Alles sollte gratis sein, Frau Eberhard, aber sicher mal Bildung und öffentlicher Verkehr .... was natürlich jeder neoliberalen bourgeoisen Logik so richtig weh tut. Wo doch so viel Wert auf eine Meritokratie gelegt wird. Als ob es ein Verdienst ist in jener oder in der anderen Familie, in jenem StadtKreis oder in einem anderen StadtKreis hineingeboren worden zu sein?
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  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Der Kanton NW - einmal mehr ein echtes Vorbild. Ist halt so, wenn die Steuern auf Teufel komm raus gesenkt werden. Daher finde ich es sogar richtig, dass dann bei Otto Normalo gespart wird. Er hat ja auch den tieferen Steuern zugestimmt. Voilà, selber schuld!
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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Ich würde ja gerne mal eine Liste sehen, mit ALLEN Leistungen, die "weniger Begüterte" erhalten. Meine Eltern mussten sparen!
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