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Superreiche werden in Corona-Krise noch reicher
Aus Tagesschau vom 07.10.2020.
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Mehr Milliardäre weltweit Superreiche haben von Coronakrise profitiert

  • Der Gemeinde der Superreichen konnte das Coronavirus zumindest bezüglich ihres Reichtums bisher wenig anhaben.
  • Im Gegenteil: Laut einer Studie ist das weltweite Vermögen des «Clubs der Milliardäre» durch die Pandemie sogar angestiegen.

Zurückzuführen sei dies hauptsächlich auf die «V-förmige» Erholung am Aktienmarkt. Nach dem durch die Pandemie ausgelösten Crash an den Börsen sei der Reichtum der Milliardäre von April bis Juli 2020 auf einen neuen Höchststand gestiegen, geht aus einer veröffentlichten Studie hervor.

Gemäss dem «Billionaires Report 2020» der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Grossbank UBS vereinten die Milliardäre dieser Welt per Ende Juli 2020 ein rekordhohes Gesamtvermögen von 10.2 Billionen US-Dollar auf sich.

Börsen-Crash ausgenutzt

Damit wurde der vorherige Höchststand von 8.9 Billionen Dollar von Ende 2017 klar übertroffen. Insgesamt zählten die Studienautoren auf dem Globus nun 2189 Milliardäre, nach 2158 im Jahr 2017. Alleine seit Anfang April kletterte der Reichtum der Milliardäre in nur einem Quartal um 27.5 Prozent.

Auch Schweizer Milliardäre wurden reicher

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Auch hierzulande zog das Vermögen von Superreichen im Vergleich zu 2019 kräftig an. Im Gegensatz zum Rest der Welt konnten die hiesigen Milliardäre vor allem im Gesundheits- und Finanzsektor seit dem Ausbruch der Pandemie ein ordentliches Vermögen anhäufen.

Konkret stiegen die Vermögen der in der Schweiz ansässigen Superreichen in den Monaten April bis Juli 2020 um 29 Prozent auf 123.5 Milliarden Dollar. Die Schweizer «Milliardärspopulation» nahm dabei seit 2019 um zwei auf 37 Personen zu. Knapp die Hälfte davon seien «Selfmade-Milliardäre».

Dies habe auch damit zu tun, dass bereits Ende 2019 viele Vermögende wegen den globalen Spannungen risikoaverser wurden. Im März und April seien viele Milliardäre daher gut positioniert gewesen und konnten wieder zukaufen, als die Kurse an den Börsen fielen.

Besonders freuen konnten sich in dieser Zeit jene Superreiche, die ihr Vermögen in den Bereichen Industrie und Technologie investiert hatten. Deren Wohlstand stieg wegen der Börsenperformance dieser Sektoren nach dem Crash entsprechend um 44.4 bzw. 41.3 Prozent.

Spendenbereitschaft gestiegen

Der «Club der Milliardäre» zeigt sich laut dem Bericht aber auch grosszügiger, was die Spendenbereitschaft im Zuge des Ausbruchs des Coronavirus betrifft: «Zwischen März und Juni haben über 200 Milliardäre rund 7.2 Milliarden Dollar an Spenden öffentlich zugesagt, um den Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen», sagte Josef Stadler, Chef des Global Family Office bei der UBS.

Gemäss einer Befragung des Beratungsunternehmens PwC zeigte sich zudem, dass gut ein Fünftel der Milliardäre in den letzten zwölf Monaten bereit war, mehr Geld philantropischen Zwecken zuzuführen. Innerhalb des nächsten Jahres wollen sich die Vermögenden aber eher wieder vermehrt um ihre Geschäftsstrategie und die Nachfolgeplanung kümmern.

SRF 4 News, 7.10.2020, 8:00 Uhr;

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103 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Reich wird man in der Regel nicht durch Arbeit, sondern durch Realkapitalbesitz (Aktien, Immobilien, Rohstoffe) oder durch Erbschaft. Volkswirtschaftlich schädlich wird Reichtum erst, wenn er mit Luxusgütern verprasst wird, sonst bleibt er ja – vielfach als risikotragendes Kapital – der Wirtschaft und damit auch den Arbeitnehmenden – erhalten. Daher sollten nicht primär Löhne oder Vermögen höher besteuert werden, sondern deren Verwendung für Luxusgüter via eine progressive Konsumsteuer.
    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Verstehe ich jetzt nicht ganz.
      A stellt Luxusgüter her, verdient ein EK damit - B kauft sie. Wo ist da ein volkswirtschaftlicher Schaden?
      Das Problem liegt nicht darin, dass Reiche Luxusgüter kaufen, ihr Geld u. a. damit verprassen, sondern oft die Ausbeutung der AN, welche die Luxusgüter herstellen.
      Bestes Beispiel Norditalien, wo grosse & teure Modelabels sich die Wanderarbeiter aus China holt.
  • Kommentar von Steve Meier  (smeier)
    Freie Marktwirtschaft heisst auch, man muss nichts bei Amazon, Alibaba, Ikea, Zalando und Konsorten kaufen. Einfach aber wirkungsvoll.
    Der Konsument hat bei jedem Kauf eine gewisse mächtige “Stimmabgabe”. Damit wahrscheinlich auch eine gewisse Verantwortung.
    1. Antwort von Daniel Erni  (daniserio)
      Das stimmt nur bedingt und hier liegt das Problem. Die Superreichen haben den Reichtum ja bereits erreicht. Jetzt arbeitet das Kapital für sich.
  • Kommentar von Daniel Meier  (Danimeier)
    Wir arbeiten, zahlen unsere Steuern, fahren auf Autobahnen oder Schienennetzen welche sich nicht wesentlich verändern, Geld für Bildung ist knapp, Gesundheitswesen läuft am Anschlag oder das AHV-Loch. Trotzdem sehen wir tatenlos zu, wie hunderte von Milliarden von unseren Steurgeldern verwaltet durch Politiker an private Unternehmungen ausgeschüttet werden hinter welchen irgendwelche Aktionäre stehen welche den Politikern nahe stehen wollen. Ist das so etwa richtig?
    1. Antwort von Nico Stäger  (Nico Stäger)
      Und wer kontrolliert die Medien, welche dafür sorgen, dass für diese sogenannte Pandemie Billiarden an Steuergelder als Schulden von privaten aufgenommen werden, um diesen einen guten Zins für das geliehene Geld zu bezahlen und um das geliehene Geld den selben Privaten in deren Firmen zu pumpen?