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Hausärzte im Dilemma
Aus Tagesschau vom 29.01.2021.
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Mehr Patienten als Impfdosen Das Dilemma der Hausärzte

Nur 20 bis 50 Impfdosen erhalten einzelne Hausärztinnen und Hausärzte im Kanton St. Gallen um ihre Hochrisikopatienten impfen zu können. Diese Dosen reichen jedoch nicht immer für alle Patientinnen und Patienten der Hochrisiko-Gruppe. Die Hausärzte stehen vor einem Dilemma: Wer bekommt die Impfung und damit den Schutz vor dem Virus?

Impfdosen-Lotterie

Hausarzt Jean-Jacques Fasnacht aus dem zürcherischen Marthalen hat sich einen unkonventionellen Ausweg aus seinem Dilemma überlegt. «Wir haben uns entschieden, wenn ungefähr das gleiche Profil vorliegt, dass wir ein Los entscheiden lassen.» Denn auch die 100 Impfdosen die 330 ausgewählte Hausärztinnen und Hausärzte im Kanton Zürich jeweils zum Verimpfen erhalten haben, reichten meist nicht für alle Hochrisikopatienten.

Und hier zeigt sich bereits das nächste Dilemma. Nicht nur die Patienten werden ausgewählt, sondern auch die Hausärztinnen, zumindest in Kanton Zürich. Dies jedoch nicht per Los, sondern nach vorgelegten Kriterien, wie die Grösse der Praxis oder die Impfbereitschaft. Zudem sollten alle Regionen davon profitieren können. Im Kanton St. Gallen wurden alle Hausarztpraxen, die sich bis zu einer Frist meldeten, berücksichtigt.

Erwünschtes Dilemma

Die Hausärzte würden sich untereinander durchaus aber solidarisch zeigen, glaubt der Präsident der Schweizer Haus- und Kinderärzte. Philippe Luchsinger hat jedenfalls in seiner Praxis in Affoltern am Albis auch schon Patientinnen und Patienten von Berufskollegen geimpft.

Trotz Dilemma ist Hausarztpräsident Luchsinger froh, dass die Hausärzte in einigen Kantonen in die Impfstrategie miteinbezogen werden. «Wir haben den Vorteilen, dass wir unsere Patientinnen und Patienten kennen und abschätzen können, wer ein noch höheres Risiko hat.» Zudem müssten die Patientinnen und Patienten dadurch nicht den weiten Weg zum Impfzentrum machen. Dennoch werden Hausärzte erst in einigen Kantonen in die Impfstrategie miteinbezogen.

Tagesschau, 29.01.2021, 19:30 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Solange in der CH annähernd 1/4 Mio Impfdosen Lagern, finde ich die Aufmachung dieses Artikels ein bisschen fragwürdig. Offensichtlich ist es ein Versuch über die scheinbare Knappheit des Materials die Unfähigkeit zu dessen effizienter Verteilung und Verwendung zu kaschieren.
  • Kommentar von Nico Stäger  (Nico Stäger)
    Keine schlechte Werbung für eine Impfung, die nur eine befristete/temporäre Zulassung hat, weil wichtige Studienergebnisse noch immer nicht vorliegen.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Die Zulassung in der CH ist weder befristet noch sonst irgendwie unvollständig. Andernfalls sollten Sie unbedingt eine stichhaltige Information nachliefern, Hr. Stäger.
    2. Antwort von Samira Amgarten  (S Amgarten)
      Was wäre ihr Vorschlag zur Beendung der Pandemie?
    3. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Herr Stäger, wenn sie die Pandemie 5 Jahre aussetzen können, haben wir Zeit für Langzeitstudien und können uns auf bessere Resultate abstützen.
  • Kommentar von wil vonier  (wil.vonier)
    wir versuchen seit wochen via BAG via Gesundheits Dir.Zuerich via Hausarzt einen Impftermin zu erhalten. no chance. "antwort: leider koennen wir zzt keine..." etc
    Die situation ist klar: es hat zu wenig Impf-Material -viele Praxen sind nicht oder noch nicht vorbereitet -wer entsprechende liasons hat, bekommt einen Termin und
    wer pausenlos via tel mail internet etc versucht evtl. auch.
    Aber so kanns doch nicht gehen. uebrigens wir sind 82 und 76 ....
    1. Antwort von Andreas Hug  (AndiHug)
      Etwas mehr Geduld würde nicht schaden.
      Es kann niemand Zaubern, also braucht es Zeit.
      Die Ansteckungsgefahr ist zur Zeit nicht sehr hoch, daher ruhig Blut.
      Meine Oma ist 94 Jahre alt, sie wartet auch.
      Sie Meinte, man solle erst die Menschen impfen die akute Krankheiten haben oder in Heimen Wohnen.
      Jeder der will bekommt noch eine Impfung.
    2. Antwort von Silvia Grossenbacher  (Siku)
      Ich gebe zu, dass es auch mir z.T. schwer fällt, es gelassen hinzunehmen, dass bei uns Hochrisikopatienten (Krankheit) erst in Gruppe B drankommen. Für mich persönlich bedeutet dies, dass ich zwar weiter auf der Transplantationsliste stehe, aber nicht in Frage komme, wenn ein Organ gefunden wird. Die Transplantationsliste ist zwar gesamtschweizerisch, die Impfstrategie allerdings nicht.
    3. Antwort von Manuela Kunz  (ManuK)
      Diese Erfahrung machen wir auch: Wer Beziehungen hat bekommt eher einen Impftermin.