Zum Inhalt springen

Header

Audio
Bei den Corona-Impfstoffen drohen weitere Lieferengpässe
Aus SRF 4 News aktuell vom 28.01.2021.
abspielen. Laufzeit 03:44 Minuten.
Inhalt

Auslieferung verzögert Was bedeuten die Impfstoff-Lieferengpässe für die Schweiz?

Neben den Herstellern Pfizer/Biontech und Astra-Zeneca hat nun auch Moderna mit Verzögerungen zu kämpfen. Wieso ist das so und müssen bald weitere Impfungen verschoben werden? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Auch der US-Hersteller Moderna soll Probleme mit der zeitnahen Lieferung von Impfdosen haben. Das meldet die Zeitung «Blick» unter Berufung auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Der Corona-Impfstoff von Moderna ist bisher neben dem Vakzin von Pfizer/Biontech der einzige Impfstoff, der in der Schweiz zugelassen ist, und ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Impfkampagne.

Was ist zu den Lieferengpässen bisher bekannt? Noch nichts Genaueres. Gemäss den «Blick»-Recherchen hat das BAG bestätigt, dass es Hinweise auf Verzögerungen bei Moderna gebe, aber wie diese genau aussehen ist noch immer unklar. Auf Anfang Februar sollen eigentlich 300'000 Impfdosen geliefert werden. Wie stark jetzt das infrage gestellt ist und ob diese Lieferung kleiner ausfällt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Was bedeuten die Impfstoff-Verzögerungen für die Schweiz? Die Kantone gehen bezüglich Impfkampagne unterschiedlich vor. Einige machen Rückstellungen für die zweite Dosis, andere spekulieren auf die versprochenen Lieferungen. Wenn jetzt Engpässe entstehen für die zweite Dosis, können sich die Kantone noch gegenseitig aushelfen.

Ob allenfalls eine zweite Dosis hinausgezögert werden muss, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass das keine Katastrophe wäre – es würde dann einfach länger dauern, bis der Impfschutz voll aufgebaut ist. Das sind allerdings Spekulationen, Daten dazu fehlen noch.

Video
Aus dem Archiv: Lieferengpass bei Pfizer
Aus Tagesschau vom 16.01.2021.
abspielen

Wieso kommt es überhaupt zu Lieferengpässen? Was genau die Lieferschwierigkeiten verursacht, weiss man nicht. Die Firmen geben sich da bedeckt. Die Herstellung von Impfstoffen ist jedoch kompliziert, da geht es um ein Medizinprodukt – und zwar um eines, das deutlich aufwendiger ist als beispielsweise die Herstellung von Aspirin. Die Qualitätsanforderungen an Impfstoffe sind hoch.

Es ist zudem nicht einfach, von kleinen Mengen – die es im vergangenen Jahr für klinische Impfstudien gab – umzustellen auf Millionen von Dosen. Das ist ein Prozess, der normalerweise sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Dass es jetzt zu Verzögerungen kommt, ist daher auch nicht besonders erstaunlich. Für die Planung ist es trotzdem ärgerlich.

Welche Rolle spielen die internationalen Lieferketten bei Impfstoffen? Neben den hohen Qualitätsanforderungen an die Impfstoffe können auch die Lieferketten zu Verzögerungen führen. Das zeigt das Beispiel Moderna: Verschiedene Komponenten des Vakzins werden bei Lonza in Visp (VS) verarbeitet und der eigentliche Wirkstoff, die mRNA, zusammengesetzt.

Video
Corona-Krise: Logistik von Moderna-Impfstoff ist Mammutaufgabe
Aus 10 vor 10 vom 12.01.2021.
abspielen

Dann wird das Produkt zur Abfüllung nach Spanien geliefert und von dort weiter in die Benelux-Staaten ins Verteilzentrum der Logistik-Firma. Erst dann erfolgt die Auslieferung.

Hilft eine Produktionssteigerung von Lonza, den Lieferengpass zu überwinden? Der Schweizer Konzern Lonza ist ein wichtiger Zulieferer von Moderna. Nun will Lonza die Produktion erhöhen. Auf kurze Frist wird das die Liefer-Verzögerungen aber nicht auflösen können, denn eine Produktionssteigerung geschieht nicht über Nacht. Moderna konnte bereits praktisch die ganze Jahresproduktion verkaufen, das sind rund 600 Millionen Impfdosen. Der Bedarf ist aber deutlich höher, darum will Lonza ausbauen. Im Jahr 2021 will Moderna eine Milliarde Impfdosen herstellen.

COVID-19ImpfstoffCOVID-19-ImpfungZielgruppenAnzahl Personen(Schätzungen)(Eine Person kann in mehreren Gruppen gleichzeitig sein)Total Zielgruppen 1 bis 4: 7 bis 8 Mio. Impfdosen notwendigca. 3.5 bis 4 Mio. Personen

SRF 4 News, 28.01.2021, 10:45 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Avner Herzfeld  (Alex12)
    Passt ins Bild. Zu Beginn fehlten die Masken, jetzt die Impfdosen. Da haben wir in Basel zwei Pharmaunternehmen von Weltklasse. Soll uns doch bitte mal einer erklären, weshalb der BR die Impfstoffentwicklung nicht sofort zur Chefsache machte und vor einem Jahr diese beiden darauf verpflichtete, notfalls mit Garantie von n'paar Hundertmillionen. Dann hätten wir jetzt keine Lieferengpässe und ein gutes Geschäft wärs auch noch geworden.
    1. Antwort von Patrick Steiner  (vb22)
      Das ist tatsächlich schwierig zum Verstehen. Stattdessen wird stundenlang über die Gründe der offene Skigebiete, die mediale Wirkung der Impfaktion des BR, und die Ordnungsbussen von unseren "Chefs" debattiert.
  • Kommentar von Alex Avner Herzfeld  (Alex12)
    Passt ins Bild: zu Beginn fehlten Masken jetzt das Vakzin. Da haben wir in Basel zwei Pharmaunternehmen von Weltklasse. Soll uns doch bitte einmal einer erklären, wieso der BR nicht vor einem Jahr die Impfstoff Entwicklung zur Chefsache gemacht und diese zwei sofort darauf verpflichtet hat. Mit Garantie von n'paar Hundertmillionen. Dann hätten wir jetzt keine Lieferengpässe und ein gutes Geschäft wärs auch noch geworden.
  • Kommentar von Patrick Steiner  (vb22)
    Richtig lustig wird es, wenn die EU den Exportstop in die Tat umsetzt.
    Und dann wird sich zeigen, ob unser BR den Mut hat, Gleiches mit Gleichem zu kontern. Das heisst, Exportstop aus dem Wallis.
    Aber nochmal, Hauptsache unsere Regierung kann nach eigener Aussage weiter regieren, da schon geimpft.