- Das Bahn- und Busunternehmen Aargau Verkehr hat letztes Jahr 75 Prozent mehr Bussgelder eingenommen.
- Viele der zusätzlichen Bussen wurden durch zusätzliches Sicherheitspersonal verhängt.
- Die SBB hingegen verzichtet bewusst auf ein solches Modell und hält die Aufgaben getrennt.
Aargau Verkehr beförderte letztes Jahr über 29 Millionen Fahrgäste in den Kantonen Aargau, Luzern und Zürich. Das Unternehmen betreibt unter anderem die Limmattalbahn, die WSB (Wynen- und Suhrentalbahn), die Bremgarten-Dietikon-Bahn sowie diverse Buslinien. Fürs vergangene Geschäftsjahr meldet Aargau Verkehr insbesondere Rekordwerte bei den Fahrgastzahlen.
Auch bei den Einnahmen durch Bussen kam einiges in die Kasse des Bahn- und Busunternehmens. Der Bussenertrag sei im Jahr 2025 um 75 Prozent gestiegen, auf total eine Million Franken, heisst es im neusten Finanzbericht. «Wir haben beim Kontroll- und Sicherheitspersonal aufgestockt. Gerade am Abend», erklärt Michael Briner, Mediensprecher von Aargau Verkehr. Mehr Kontrollstunden bedeuteten nun auch mehr Einnahmen, weil mehr Fahrgäste ohne gültiges Billett erwischt wurden.
Mehr Kontrollen, mehr Bussen
Die Kontrollstunden seien vor allem wegen der Sicherheit erhöht worden und nicht, um finanzielle Einnahmen zu generieren, betont Mediensprecher Michael Briner. Die höheren Bussgelder seien sozusagen ein «Nebeneffekt».
Bei Aargau Verkehr haben Security-Angestellte eine sogenannte Sicherheitsbefugnis. Sie dürfen also eine Person festhalten, bis die Polizei kommt. Sie dürfen Fahrgäste auch auf gültige Tickets überprüfen und Bussen verteilen.
BLS machte gute Erfahrungen
Auch die BLS setzt auf Ticketkontrollen durch Sicherheitspersonal. Sie führte das System als erstes Bahnunternehmen im Jahr 2020 ein. Die Sicherheitsangestellten kontrollieren die Billette und weisen die Fahrgäste beim gleichen Durchgang durch den Zug auf die Regeln hin.
«Füsse runter!», «Billette bitte!», sagen BLS-Sicherheitsangestellte in einer früheren Reportage von SRF.
Der Vorteil sei, dass die Sicherheitsangestellten über die Billettkontrollen einen Erstkontakt zu den Fahrgästen herstellen könnten. Das helfe gerade in schwierigen Situationen. Die Einnahmen seien ebenfalls ein Thema, nannte die BLS den zweiten Vorteil damals. Die BLS beschäftigt aber weiterhin auch «reine» Kontrolleure, die keine Sicherheitsaufgaben übernehmen.
SBB tickt anders
Bei der SBB hingegen kontrolliert ausschliesslich die Zugbegleiterin die Tickets. Das Sicherheitspersonal ist für die Sicherheit zuständig. «Die SBB setzt ganz bewusst auf eine klare Rollenteilung, weil wir damit die beste Servicequalität und die grösstmögliche Sicherheit für die Reisenden und Mitarbeitenden erzielen», heisst es bei der SBB auf Anfrage.
Die Kundenbegleiterinnen und -begleiter seien für die Betreuung der Fahrgäste, die Abfertigung der Züge, die Kundeninformation und die Fahrausweiskontrollen zuständig. Die Transportpolizei mit rund 200 Polizistinnen und Polizisten sei für die Sicherheit auf Arealen des öffentlichen Verkehrs und in Zügen da.
Die beiden würden einander auf gewissen Strecken oder in gewissen Zügen begleiten, sprich Transportpolizei und Zugbegleiterin sind gemeinsam unterwegs, mit getrennten Aufgaben. Eine Änderung der Aufgabenverteilung sei nicht geplant, so die SBB weiter.