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Amazon-Kunden aufgepasst: Betrüger kaufen auf Kosten von anderen ein
Aus Espresso vom 11.05.2020.
abspielen. Laufzeit 05:53 Minuten.
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Mehrere Fälle Betrüger eröffnen auf fremde Namen Amazon-Konten

In der Schweiz erhalten Leute Zahlungserinnerungen im Namen von Amazon. Für Waren, die sie nie bestellt haben.

Das Schreiben des deutschen Inkassobüros Arvato Payment Solutions ist klar und deutlich: Man habe eine offene Monatsrechnung bei Amazon. Solche Post haben in den letzten Wochen mehrere Personen in der Schweiz erhalten. Teilweise wurden auch Waren vom Onlinegiganten geliefert.

Von einer Bestellung wussten die Betroffenen aber nichts. Entweder fanden sich auf ihrem Amazon-Konto keine Hinweise auf eine Bestellung oder eine offene Rechnung, oder sie hatten gar kein Kundenkonto bei Amazon. Und wenn, hatten sie immer mit der Kreditkarte bezahlt und nie mit Monatsrechnung.

Rechnungen sind echt

Beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» haben sich mehrere Betroffene gemeldet. Einige vermuteten zunächst, dass die Zahlungserinnerungen des Inkassobüros gefälscht seien. Doch das stimmt nicht. Die Briefe sind echt und es gibt tatsächlich offene Rechnungen auf den Namen der Angeschriebenen. Dennoch steckt offenbar Betrug dahinter.

Amazon schreibt zunächst in einer Stellungnahme: «Informationssicherheit hat bei Amazon höchste Priorität, und wir dulden keinen Betrug.» Man unternehme alles, um die Kunden zu schützen. Ein Amazon-Sprecher erläutert später am Telefon, dass vermutlich Betrüger auf den Namen fremder Personen Kundenkonten eröffnen würden. Die Personendaten dafür würden sie sich offenbar im Internet beschaffen. Vielleicht stammten die Daten aber auch von Phishing-Attacken.

Betrug fällt lange nicht auf

Die Vermutung liegt nahe, dass die Täter die Option «Monatsrechnung» wählen, weil der Betrug so erst ziemlich spät auffliegt. Möglicherweise bestellen sie auch Waren an die angegebene Kundenadresse, damit das gefälschte Kundenkonto auf Amazon glaubwürdiger wirkt.

Eine weitere Vermutung, dass ihr System gehackt und Daten gestohlen wurden, weist Amazon zurück: «Wir verfügen über strenge Sicherheitssysteme und haben überprüft und bestätigt, dass unsere Systeme absolut zuverlässig sind und dass die fraglichen Kundeninformationen nicht von Amazon stammen.» Die Konten, die «Espresso» gemeldet hat, seien geschlossen worden. Amazon untersuche den Fall: «Wir werden die Täter mit allen rechtlichen Mitteln verfolgen.»

Mangelt es bei der Identitätskontrolle?

Keine Angaben macht Amazon dazu, wie viele solche Fälle es gegeben hat. Auch bleibt die Frage unbeantwortet, ob die Identitätskontrollen zu oberflächlich seien, wenn man so leicht auf einen anderen Namen ein Konto eröffnen und Waren bestellen kann. Betroffene Kunden fragen sich auch, ob Amazon Bestellungen nicht genauer überprüft, wenn Rechnungs- und Lieferadresse nicht identisch sind, speziell bei Bestellungen auf Monatsrechnung.

Espresso, 11.05.2020, 08.13 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    junk und spamordner sind beliebte Aufenthaltsorte fuer solche Mails...
  • Kommentar von Markus Hunziker  (MH1)
    Aber die Lieferadresse kennt Amazon..., oder nicht?
    1. Antwort von Hans Meier  (CO2-HAHA)
      Die Lieferadresse ist Wertlos wenn jemand ein falschen Name benutzt! Man brauch nur ein Haus mit einer Leeren Wohnung und schon ist alles gratis!!
    2. Antwort von Werner Caviezel  (Werner Caviezel)
      Die Lieferadresse von Kunden, die gar kein Konto da haben? Es werden unterschiedliche Adressen verwendet für Rechnung und Lieferung. Das kann man so haben. Ich lasse mir Artikel von Amazon auch nach D liefern, aber die Rechnungsadresse ist in der Schweiz. Das kann ein Betrüger genauso machen.
  • Kommentar von Lily Mathys  (Alle vergeben)
    „ Informationssicherheit hat bei Amazon höchste Priorität...“
    Wer mit Kreditkarte bestellt, kriegt nicht immer eine Sicherheitsbestaetigung (Access) v. Amazon. Habe gerade Geschenk bestellt mit Lieferadresse in Rumänien, manche Händler liefern dorthin. Aber den Betrag über die App bestätigen, musste ich nicht. Soviel zu hoher Sicherheit.
    1. Antwort von Werner Caviezel  (Werner Caviezel)
      Es geht hier um Rechnungen. Man kann bei amazon eben auch auf Rechnung bestellen. Da nützt ihre App gar nichts, es geht ja nicht um Kartenzahlung.