Wind, Regen und in höheren Lagen viel Schnee: Die Schweiz erlebt diese Woche turbulentes Wetter. In diesen Tagen soll es so viel Schnee geben wie im ganzen Rest des Winters. Stephanie Westerhuis von SRF Meteo erklärt, wie es zu dieser Wetterlage kommt und weshalb die Lawinengefahr deutlich steigt.
Was erwartet uns in den kommenden Tagen?
Heute und morgen ist es windig, wechselnd bewölkt und immer wieder nass. Die Schneefallgrenze liegt heute bei etwa 600 bis 1000 Metern, morgen sinkt sie etwas. In den Alpen fällt viel Neuschnee. In exponierten Lagen treten teils Sturmböen, lokal sogar Orkanböen auf.
Woher kommt der viele Niederschlag?
Der Niederschlag kommt vom Atlantik her. Ein Hoch vor Portugal und ein Tief über der Nordsee haben sich so positioniert, dass heute und morgen eine starke nordwestliche Strömung direkt auf die Alpen gerichtet ist. Diese Strömung bringt schubweise feuchte Luft zur Schweiz und führt dann zu einer Nordstaulage.
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Bild 1 von 5. Zäziwil . Ein Hochdruckgebiet vor Portugal und ein Tief über der Nordsee sorgt für eine turbulente Wetterlage. Bildquelle: Walter Fiechter (15.02.2026).
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Bild 2 von 5. Hirzel . Dadurch fällt intensiver Niederschlag, in höheren Lagen Schnee. Bildquelle: Jacqueline Zueger (15.02.2026).
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Bild 3 von 5. Gurnigel . Die Schneefallgrenze liegt am Montag bei etwa 600 bis 1000 Meter, am Dienstag etwas tiefer. Bildquelle: Gaby Baumann (15.02.2026).
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Bild 4 von 5. Reutigen . Märzglöcklein im Schnee 700 m.ü.M: Frühlingswetter oder Winterwetter? Bildquelle: Werner Krebs (15.02.2026).
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Bild 5 von 5. Grialetschhütte . Die kleinste Angriffsfläche reicht dem Schnee. Bildquelle: Sibylle Henny (15.02.2026).
Wie viel Neuschnee gibt es konkret?
Seit Sonntagabend bis Dienstagabend rechnen wir in den Alpen verbreitet mit einem halben bis zu einem ganzen Meter Schnee. Besonders betroffen sind das Wallis und der Alpennordhang. Hier kann es lokal sogar mehr als einen Meter schneien. Etwas weniger Schnee gibt es in den Voralpen und in Graubünden.
Wie gefährlich ist die Lawinensituation?
Die Kombination von viel Neuschnee und stürmischem Wind führt zu einer heiklen Lawinensituation. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF hat für grosse Teile der Alpen oberhalb von 2000 Metern die Stufe «Gross» verhängt – die vierte von fünf Gefahrenstufen. Diese Stufe gibt es für Teilgebiete an rund einem Dutzend Tagen pro Jahr. Aber es kommt nicht so häufig vor, dass ein solch grosses Gebiet betroffen ist. Das SLF warnt davor, dass auch grosse Lawinen bis in Täler vordringen und exponierte Verkehrswege treffen können.