Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Migrationszuwachs geht zurück Bevölkerungswachstum in der Schweiz schwächt sich in 10 Jahren ab

Das gab es noch nie: Die Schweiz soll ihre Bevölkerungszahl deckeln, auf maximal zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Das will die aktuelle Initiative der SVP. Am 14. Juni stimmen wir über «Keine 10-Millionen-Schweiz» ab. Doch was würde das bedeuten? Wann werden die zehn Millionen realistisch und wächst die Schweiz immer weiter?

Protestplakat auf Wiese, im Hintergrund Häuser und Hügel.
Legende: Das Bundesamt für Statistik rechnet damit, dass anfangs 2040 die 10-Millionen-Bevölkerungsgrenze überschritten ist. Im Bild: Ein Abstimmungsplakat bei Zweisimmen. Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Die 10-Millionen-Schwelle bis 2050: Im Referenzszenario des Bundesamts für Statistik (BFS) hat die Schweiz die 10-Millionen-Grenze anfangs 2040 überschritten. Bereits Anfang der 2030er-Jahre wären neuneinhalb Millionen Menschen erreicht. Ab diesem Wert müsste die Schweiz konkret eingreifen, um das Wachstum zu stoppen. Aufgrund der Zuwanderung wächst die Bevölkerung zunächst weiter, jährlich um etwa 0.5 Prozent gemäss BFS. Ab 2035 wird dieses Wachstum ausschliesslich durch die Migration beeinflusst. Die Wirtschaftslage ist der Haupttreiber der Zuwanderung; von ihr hängt das Bevölkerungswachstum ab.

Darüber stimmen wir ab

Box aufklappen Box zuklappen

Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» will die Wohnbevölkerung auf maximal 10 Millionen Menschen beschränken. Vor 2050 darf diese Zahl nicht überschritten werden. Dafür sind mehrere Massnahmen vorgesehen. Bund und Kantone müssten nach Annahme der Volksinitiative für eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung aktiv werden.

Wachstum dürfte nachlassen: Bis 2055 schwächt sich das Bevölkerungswachstum ab, weil etwa um 2035 herum mehr Menschen sterben als Kinder geboren werden. Zudem geht das BFS davon aus, dass der Wanderungssaldo in etwa zehn Jahren etwas abnimmt. Das heisst, der Bevölkerungszuwachs durch Migration geht zurück. Entweder weil mehr Menschen weggehen oder weil weniger in die Schweiz kommen. Obschon Wanderungssaldo und Geburtenüberschuss in dieser Zeit negativ sind, wächst die  Bevölkerung mit schweizerischer Staatsangehörigkeit um mehr als eine Million. Einbürgerungen gleichen diese negativen Zahlen aus.

Alterspyramide verändert sich: Der Anteil von Menschen über 64 Jahre nimmt weiter zu, im Gegensatz zur Gruppe der Erwerbstätigen. Dazu trägt gemäss BFS auch die zunehmend höhere Lebenserwartung bei. Und bevölkerungsstarke Jahrgänge wie die Babyboomer kommen allmählich ins hohe Alter. Deswegen geht die Spitze der Pyramide in den nächsten 30 Jahren in die Breite, ihre Basis verändert sich hingegen kaum. Auch wenn die Boomer-Generation nicht mehr lebt, bleibt der Anteil der älteren Menschen hoch.  

Ob Ja oder Nein: Viele künftige Herausforderungen bleiben gleich

Box aufklappen Box zuklappen

Eine Begrenzung der Bevölkerung auf maximal zehn Millionen wäre mit erheblichen volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Kosten verbunden. Dies zeigt die Gesamtbilanz einer neuen, externen Studie im Auftrag des Staatssekretariats für Migration (SEM). Es gäbe zwar eine gewisse Entlastung, etwa im Wohnungsmarkt, bei Infrastruktur, Umwelt und Sozialhilfe. Diese Dämpfung ist gemäss Studie jedoch nur gering. Deswegen bleiben namhafte Finanzierungslücken aufgrund von sinkenden Steuereinnahmen.

Hingegen räumt die Studie ein, dass viele der künftigen Herausforderungen für die Schweiz wie Alterung der Bevölkerung, Fachkräftemangel und steigende Gesundheitskosten bestehen bleiben, unabhängig von einer Begrenzung der Bevölkerung. Doch würden einige Szenarien die Dynamik dieser Probleme beschleunigen und den Handlungsdruck erhöhen.

Grosse Agglomerationen wachsen weiter: Das Referenzszenario zeigt, dass sich die Bevölkerung weiterhin auf den Grossraum Zürich und im Genferseegebiet konzentrieren wird. Für die Kantone Luzern, St. Gallen, Waadt, Genf, Thurgau und Aargau sieht das BFS einen Zuwachs von 20 Prozent. Der Jura, Neuenburg, Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden hingegen könnten kaum mehr Einwohnerinnen und Einwohner erhalten; sie dürften bis 2055 weniger als zwei Prozent wachsen.

Abstimmungsdossier

Box aufklappen Box zuklappen
Grafik
Legende: SRF

News und Hintergründe zu den Abstimmungen vom 14. Juni 2026.

Rendezvous, 27.5.2026, 12.30 Uhr;weds

Meistgelesene Artikel