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Milliardenprojekt der SBB Das müssen Sie über die grösste Bahnbaustelle der Schweiz wissen

Die SBB investieren Milliarden in die Zugstrecke Zürich–Winterthur mitsamt Tunnel. Nun haben die Bauarbeiten begonnen.

Wie sieht das Projekt aus? Die SBB will in den nächsten Jahren die Bahnstrecke zwischen Zürich und Winterthur auf vier Spuren ausbauen.

Geplant sind unter anderem eine neue Doppelspurstrecke, ein Tunnel und der Ausbau von Bahnhöfen. Es handelt sich dabei um eines der grössten Bahnausbauprojekte der Schweiz.

Welches ist der wichtigste Teil des Projekts? Herzstück des Monsterprojekts ist der Brüttenertunnel mit einer Länge von rund neun Kilometern. Die ersten Vorarbeiten für den Tunnel haben bereits begonnen.

Kernstück des Bahnprojekts: der Brüttenertunnel

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Der Brüttenertunnel wird rund 9 Kilometer lang und verfügt über 2 Tunnelröhren mit je einem Gleis. Im Tunnel verkehren die Züge mit 160 Stundenkilometer. Die Fahrzeit im Tunnel beträgt somit rund 3 Minuten. 

Das nördliche Portal des Brüttenertunnels liegt bei Winterthur. Die Tunnelröhren teilen sich und enden in zwei Tunnelportalen im Süden. Das Portal bei Bassersdorf bedient den Flughafen Zürich, das Portal bei Dietlikon den Zürcher Hauptbahnhof. So entsteht eine leistungsstarke Verbindung zwischen Zürich und Winterthur.

Die beiden Tunnelröhren sind je rund 10 Meter breit. Zwischen den beiden Tunnel gibt es 20 Querverbindungen. So kann bei einem allfälligen Ereignis in einem Tunnel der andere Tunnel als Fluchtweg genutzt werden.

Zeitplan:

  • 2026: Vorbereitung der Installationsplätze
  • 2027: Aufbau Installationen für den Tunnelbau
  • 2029: Aufbau Verladebahnhof und Tunnelbohrmaschinen am Tunnelportal Dietlikon
  • 2029–2031: Bohrung von Dietlikon bis Winterthur
  • 2032: Bohrung von Bassersdorf bis zur Verzweigung Mülberg
  • 2032–2035: Innenausbau Tunnel
  • 2035–2036: Ausrüstung Tunnel mit Gleisen, Fahrleitungen, Signalen
  • 2037: Testbetrieb und Inbetriebnahme des regulären Zugverkehrs

Baufirmen erstellen Baustellen- und Installationsflächen an den Tunnelportalen. Die eigentlichen Bohrungen beginnen 2029.

Welche weiteren Massnahmen sind geplant? Ebenfalls noch in diesem Jahr startet die SBB mit dem Ausbau der Bahnhöfe Wallisellen, Dietlikon, Bassersdorf und Winterthur-Töss.

Verschiedene Projekte ergänzen den Spurausbau Zürich–Winterthur

Vorgesehen sind etwa breitere Perrons und Zugänge zu den Bahnhöfen, aber auch Massnahmen im Umfeld wie etwa Unterführungen, Velostationen und -wege sowie Bahnbrücken.

Warum ist der Mega-Ausbau nötig? Zürich–Winterthur ist die meistbefahrene Bahnstrecke der Schweiz. Mit den geplanten Massnahmen können auf diesem Abschnitt künftig mehr Schnellzüge fahren. So könne der Engpass auf der Strecke behoben werden, sagt Gesamtprojektleiter Bruno Studer. «Es sind schnellere Verbindungen möglich, aber auch stabilere. Wir werden weniger Verzögerungen und Verspätungen haben.»

Die geplanten Massnahmen an den Bahnhöfen

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  • Bahnhof Wallisellen: Breitere Perrons, angepasste Zugänge und Unterführungen. Baustart 2028, geplante Inbetriebnahme Ende 2032. Westlich des Bahnhofs neue, 580 Meter lange eingleisige Brücke. Baustart 2026, geplante Inbetriebnahme 2031.
  • Bahnhof Dietlikon: Zusätzliches viertes Gleis, neue Zugänge zu Perrons, neue Passerelle mit Liften, Neubau Bahnhofsgebäude. Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Sommer 2032. Die Unterführung Bahnhofstrasse wird in tieferer Lage unter den Dietlikontunnel neu gebaut. Baustart 2028, geplante Inbetriebnahme 2031.
  • Bahnhof Bassersdorf: Neue Unterführungen und stufenfreie Zugänge zu den Perrons. Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Sommer 2030.
  • Bahnhof Winterthur-Töss: Neue Unterführung und stufenfreie Zugänge, Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Ende 2028. Im Gebiet Neumühle eine 800 Meter lange eingleisige Brücke über bestehende Gleise, Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme 2034.

Zudem würden alle Massnahmen auch positive Auswirkungen auf den Regionalverkehr haben, so Studer weiter. Im Kerngebiet der Zürcher S-Bahn mit 500’000 Reisenden pro Tag werde es dank des Megaprojekts möglich sein, den Viertelstundentakt beinahe überall als Grundtakt einzuführen.

Wie lange dauern die Bauarbeiten und was kosten sie? Die SBB schätzt die Kosten auf rund 3.3 Milliarden Franken, gehen aber auch davon aus, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer ausfallen könnte. Finanziert wird das Projekt über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes, in den unter anderem Bund und Kantone einzahlen.

Bassersdorf: Vorarbeiten sind im Gang

Die Bauarbeiten, die in diesem Jahr beginnen, dauern rund zehn Jahre. Die SBB rechnen damit, dass Ende 2037 regelmässig Züge auf der neuen Strecke und damit auch durch den Brüttenertunnel unterwegs sind.

Kommt es zu Einschränkungen im Zugverkehr? Die Bauarbeiten sind so geplant, dass der Bahnbetrieb so wenig wie möglich eingeschränkt wird. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wird es trotzdem für einzelne S-Bahn-Linien Fahrplanänderungen geben. Diese sind ab Herbst im Onlinefahrplan und in der SBB-App ersichtlich.

Mit welchen Auswirkungen müssen Anwohner rechnen? Viele Bau- und Installationsplätze grenzen direkt an Wohngebiete. Und viele Arbeiten müssen in der Nacht ausgeführt werden, da die Züge tagsüber für Reisende zur Verfügung stehen müssen.

Dies führe dazu, so die SBB, dass viele Menschen direkt von Baulärm, Staub und anderen Emissionen betroffen sein werden – insbesondere in den Gemeinden Dietlikon, Bassersdorf und Wallisellen sowie in der Stadt Winterthur.

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Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17.3.2026, 12:03 Uhr ; 

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