Wie sieht das Projekt aus? Die SBB will in den nächsten Jahren die Bahnstrecke zwischen Zürich und Winterthur auf vier Spuren ausbauen.
Geplant sind unter anderem eine neue Doppelspurstrecke, ein Tunnel und der Ausbau von Bahnhöfen. Es handelt sich dabei um eines der grössten Bahnausbauprojekte der Schweiz.
Welches ist der wichtigste Teil des Projekts? Herzstück des Monsterprojekts ist der Brüttenertunnel mit einer Länge von rund neun Kilometern. Die ersten Vorarbeiten für den Tunnel haben bereits begonnen.
Baufirmen erstellen Baustellen- und Installationsflächen an den Tunnelportalen. Die eigentlichen Bohrungen beginnen 2029.
Welche weiteren Massnahmen sind geplant? Ebenfalls noch in diesem Jahr startet die SBB mit dem Ausbau der Bahnhöfe Wallisellen, Dietlikon, Bassersdorf und Winterthur-Töss.
Verschiedene Projekte ergänzen den Spurausbau Zürich–Winterthur
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Bild 1 von 6. Der Brüttenertunnel (hier mit dem Portal in Dietlikon) ist nur eines von mehreren Bauprojekten der SBB. Bildquelle: patatoffel.
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Bild 2 von 6. So wird etwa der Bahnhof Dietlikon mit einem Kiosk und einer neuen Velostation aufgewertet. Bildquelle: patatoffel.
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Bild 3 von 6. Beim Bahnhof Wallisellen entsteht unter anderem eine Bahnbrücke ... Bildquelle: patatoffel.
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Bild 4 von 6. ... und in Bassersdorf mehr Platz für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer. Bildquelle: patatoffel.
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Bild 5 von 6. Nach neun Kilometern Fahrt durch den neuen Brüttenertunnel kommen die Züge in Winterthur-Töss an. Bildquelle: patatoffel.
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Bild 6 von 6. In Winterthur wird neben einem kurzen Tunnel für die Schnellzüge auch eine neuen Bahnbrücke realisiert. Bildquelle: patatoffel.
Vorgesehen sind etwa breitere Perrons und Zugänge zu den Bahnhöfen, aber auch Massnahmen im Umfeld wie etwa Unterführungen, Velostationen und -wege sowie Bahnbrücken.
Warum ist der Mega-Ausbau nötig? Zürich–Winterthur ist die meistbefahrene Bahnstrecke der Schweiz. Mit den geplanten Massnahmen können auf diesem Abschnitt künftig mehr Schnellzüge fahren. So könne der Engpass auf der Strecke behoben werden, sagt Gesamtprojektleiter Bruno Studer. «Es sind schnellere Verbindungen möglich, aber auch stabilere. Wir werden weniger Verzögerungen und Verspätungen haben.»
Zudem würden alle Massnahmen auch positive Auswirkungen auf den Regionalverkehr haben, so Studer weiter. Im Kerngebiet der Zürcher S-Bahn mit 500’000 Reisenden pro Tag werde es dank des Megaprojekts möglich sein, den Viertelstundentakt beinahe überall als Grundtakt einzuführen.
Wie lange dauern die Bauarbeiten und was kosten sie? Die SBB schätzt die Kosten auf rund 3.3 Milliarden Franken, gehen aber auch davon aus, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer ausfallen könnte. Finanziert wird das Projekt über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes, in den unter anderem Bund und Kantone einzahlen.
Bassersdorf: Vorarbeiten sind im Gang
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Bild 1 von 3. In der Nähe von Bassersdorf haben bereits Vorarbeiten für das SBB-Grossprojekt begonnen. Bildquelle: Keystone / Andreas Becker.
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Bild 2 von 3. In der Nähe von Bassersdorf ist ein Tunnelportal geplant für die Verbindung zum Flughafen Zürich. Bildquelle: Keystone / Andreas Becker.
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Bild 3 von 3. Anwohnerinnen und Anwohner müssen während der Bauzeit von rund zehn Jahren mit Lärm rechnen. Bildquelle: Keystone / Andreas Becker.
Die Bauarbeiten, die in diesem Jahr beginnen, dauern rund zehn Jahre. Die SBB rechnen damit, dass Ende 2037 regelmässig Züge auf der neuen Strecke und damit auch durch den Brüttenertunnel unterwegs sind.
Kommt es zu Einschränkungen im Zugverkehr? Die Bauarbeiten sind so geplant, dass der Bahnbetrieb so wenig wie möglich eingeschränkt wird. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wird es trotzdem für einzelne S-Bahn-Linien Fahrplanänderungen geben. Diese sind ab Herbst im Onlinefahrplan und in der SBB-App ersichtlich.
Mit welchen Auswirkungen müssen Anwohner rechnen? Viele Bau- und Installationsplätze grenzen direkt an Wohngebiete. Und viele Arbeiten müssen in der Nacht ausgeführt werden, da die Züge tagsüber für Reisende zur Verfügung stehen müssen.
Dies führe dazu, so die SBB, dass viele Menschen direkt von Baulärm, Staub und anderen Emissionen betroffen sein werden – insbesondere in den Gemeinden Dietlikon, Bassersdorf und Wallisellen sowie in der Stadt Winterthur.