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Kostenfrage der Spitäler bleibt weiterhin ungelöst
Aus HeuteMorgen vom 22.12.2020.
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Milliardenschaden Wer bezahlt nun die Verluste der Spitäler?

Corona könnte für die Spitäler einen Verlust von 2 Milliarden Franken bedeuten. Eine nationale Lösung scheint in Ferne.

Die Corona-Pandemie fordert die Spitäler weiter. Die Intensivstationen sind voll, das Personal am Anschlag. Schon länger ist klar: Das Corona-Jahr wird die Spitäler auch finanziell belasten.

Denn die Zahlen sind düster: Die Verluste von 161 Kliniken belaufen sich zusammen auf rund zwei Milliarden Franken. Auch wegen Operationen, die nicht stattfinden durften. Das schreiben der Verein Spital Benchmark und die Beratungsfirma PwC.

Verluste für Gesundheitsökonom unklar

Gesundheitsökonom Simon Hölzer hinterfragt diesen Betrag allerdings. Er glaubt, dass diese Zahl etwas hochgegriffen sei. Der Gesundheitsökonom hat Einblick in die Zahlen der Spitäler, denn er führt die Tariforganisation der Spital-Fallpauschalen SwissDRG. Diese vereint Spitäler, Krankenkassen und Kantone.

Aber auch Simon Hölzer rechnet damit, dass die Spitäler weniger einnehmen als üblich – die Folgen der zweiten Welle noch nicht eingerechnet.

Bund sperrt sich weiterhin vor Entschädigung

Im Sommer bat der Dachverband der Spitäler H+ den Bund, diese Ausfälle zu entschädigen, doch dieser lehnte ab. Das gilt weiterhin. Denn das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schreibt auf Anfrage, dass die Covid-19-Verordnung dies nicht vorsehe. Die finanziellen Folgen der Pandemie für das Gesundheitswesen würden nun zusammengetragen.

Bis die definitiven Zahlen vorliegen, möchte sich der Spital-Dachverband nicht zum Verlust äussern. Er verweist aber darauf, dass verschiedene Kantone begonnen haben, den finanziellen Schaden der Spitäler zu übernehmen oder eine Defizitgarantie zu leisten.

Appell an den Bund

Bei der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektionen heisst es auf Anfrage, dass wenn unter dem Strich ein Verlust bleibe, eine Kompensation durch die öffentliche Hand infrage käme. Sie sähen die Kantone aber nicht alleine in der Verantwortung, sondern auch den Bund.

Diese Haltung stützt der Gesundheitsökonom Hölzer. Es habe erhebliche Mindereinnahmen gegeben, weil sich die Spitäler umstrukturieren mussten. Nun gelte es, diese Mindereinnahmen zu beziffern und dann entsprechend auch im Nachhinein zu finanzieren.

SRF 4 News, 22.12.2020, 06:00 Uhr

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151 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Hess  (oerz)
    Verständlich, dass niemand Zusatzkosten will. Dennoch: was für eine hirnrissige Idee, Spitäler müssten profitabel sein?! Je leerer, desto besser. Wie meine Krankenkassen-Prämie: die will ich auch nicht "herausholen". Wenn ich die "umsonst" bezahlt habe, geht es mir am besten.
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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Schon interessant, alle Spitäler sind voll ausgelastet, haben keine Kapazität mehr um auch nur ein paar Beinbrüche zu behandeln, das gesamte Personal ist völlig am Anschlag und muss Überzeit leisten bis zum geht nicht mehr und trotzdem schreiben die Spitäler hohe Verluste. Da stimmt doch irgend etwas nicht. Müssen die Spitäler die Covid-Patienten gratis behandeln und fehlen die Luxuspatienten? Was sind das für "Unternehmen", die "Kunden" abwimmeln und trotzdem immer höhere Defizite generieren?
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    1. Antwort von Mauro Schläpfer  (Statistician)
      Ich kann Ihnen nur von unserem Kantonsspital nebenan erzählen. Im ersten Lockdown war es für einen Monat schlicht leer, leider wurden die bundesweiten Massnahmen für unseren Kanton viel zu spät gelockert und das Spital schrieb über eine Million verlust und verhängte daraufhin einen Einstellungsstop.
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  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    In dem Fall können wir uns nächstes Jahr auf tiefere Krankenkassen Prämien freuen. Wurden ja 2 Milliarden eingespart. Dafür die Steuern etwas (viel) höher
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    1. Antwort von Ralf Peter  (ralfpeter)
      Warum, die Gesundheitskosten sind ja deswegen nicht gesunken, das eingestellte Personal durfte einfach nicht arbeiten.
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    2. Antwort von Tim Luethi  (timluethi)
      Wenn das Personal ja durch Kurzarbeit bezahlt ist, wo ist dann das Problem, Abstriche gibt es in allen Branchen. Es machen einfach alle die hohle Hand im Moment, weil der Bund mit der grossen Kelle am Verteilen ist. Die Spitäler haben wenigstens nach der Krise immer noch einen Job.
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