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Nach Missbrauchsvorwürfen: Turnverband stellt Bericht vor
Aus Info 3 vom 01.09.2021.
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Missbrauch im Spitzensport Direktorin des Turnverbands: «Es tut mir aufrichtig leid»

  • Berichte über missbräuchliche Trainingsmethoden und Erniedrigungen beim Schweizerischen Turnverband (STV) haben letztes Jahr für einen Skandal gesorgt. Heute hat die Ethikkommission des STV die Ergebnisse ihrer Untersuchungen im Bereich Kunstturnen Frauen präsentiert.
  • Der eingeschlagene Weg der Aufarbeitung sei richtig, sagte Fabio Corti, Zentralpräsident des STV. Doch der Weg zur Aufarbeitung sei noch lange.
  • Die Ethikkommission kam in der Untersuchung zum Schluss, dass die Aussagen der Athletinnen, die die Vorwürfe öffentlich gemacht haben, glaubwürdig waren. Sie empfiehlt, den gesamten Trainerstab auszutauschen.
  • Der Trainerstab der Frauen ist denn auch per sofort freigestellt worden.
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Trainer-Crew der Kunstturnerinnen freigestellt
Aus Tagesschau vom 01.09.2021.
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Die Direktorin des STV, Béatrice Wertli, betonte an einer Medienkonferenz, das Wohl der Athletinnen und Athleten stehe an erster Stelle. Man wisse nicht erst seit Kurzem, dass der Turnsport Schattenseite habe, so Wertli. Doch das Ausmass der Missstände und die Berichte von Athletinnen, die durch Medienberichte an die Öffentlichkeit gelangten, hätten sie bewegt.

Béatrice Wertli: «Es tut mir aufrichtig leid»

Es tue ihr aufrichtig leid für diese Athletinnen, so Wertli. Man könne das nicht ungeschehen machen. Man könne nun aber aus der Vergangenheit «maximal» lernen, um solche Missstände in Zukunft zu verhindern. Bereits bei ihrem Amtsantritt im März 2021 habe sie gesagt, man müsse die Geschehnisse aufarbeiten. So habe man mittlerweile auch gewisse Ziele redimensioniert, weil man nicht über eine gesunde Basis verfüge, so Wertli.

Daniel Mägerle, der Präsident Ethikkommission STV, präsentierte daraufhin den Schlussbericht der Kommission. Der Bericht sei aus Persönlichkeitsschutz-Gründen nicht öffentlich. Die wesentlichsten Erkenntnisse seien aus Befragungen gewonnen worden. So seien neben anderen auch die zwei Sportlerinnen befragt worden, die die Hauptvorwürfe erhoben hatten.

Aussagen der Athletinnen waren glaubwürdig

Die Untersuchung habe ergeben, dass der damals hauptverantwortliche Cheftrainer seine Verantwortung für das psychische und physische Wohl der Turnerinnen nicht genügend wahrgenommen und die Athletinnen nicht genügend unterstützt habe.

Die Athletinnen hatten ausgesagt, massiv unter Druck gesetzt worden und teils bedroht worden zu sein. Dies Aussagen seien glaubwürdig, so Mägerle weiter. Bei den Aussagen des Cheftrainers habe es dagegen Widersprüche gegeben. Nach Auffassung der Ethikkommission sei es wahrscheinlich, dass sich einzelne Vorwürfe der Athletinnen so zugetragen haben, wie von den Sportlerinnen beschrieben.

Trainerstab der Frauen per sofort freigestellt

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David Huser hat ebenfalls Anfang Jahr den Posten des Chefs Spitzensport von seinem Vorgänger Felix Stingelin übernommen, der wegen der Vorwürfe gehen musste. Huser betonte, dass der Zustand des Teams zurzeit nicht gut sei.

Nun müsse ein Ruck durch die Kunstturn-Szene gehen, um wieder an die Spitze zu gelangen. Es brauche nun auch personelle Veränderungen. So sei unter anderem dem Trainerstab des Frauenteams gekündigt worden – sie seien per sofort freigestellt.

Die Ethikkommission empfehle dem STV unter anderem, das gesamte aktuelle Trainerteam auszutauschen. Mägerle betonte weiter, dass die beiden Turnerinnen keinerlei Schuld treffe. Sie hätten das Recht gehabt, die Missstände an die Öffentlichkeit zu bringen.

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Aus dem Archiv: Der Bericht des STV vom Januar
Aus Tagesschau vom 29.01.2021.
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Schon im Sommer 2020 war der Schweizerische Turnverband STV wegen missbräuchlicher Trainingsmethoden in der Rhythmischen Gymnastik in die Schlagzeilen geraten. Die in einem Artikel des «Blick» erhobenen Vorwürfe führten Ende Juni zur Entlassung zweier Trainerinnen.

Ende Oktober 2020 sorgten die im «Magazin» des «Tagesanzeigers» publizierten sogenannten Magglingen-Protokolle erneut für Aufsehen. Acht ehemalige Athletinnen aus der Rhythmischen Gymnastik und dem Kunstturnen erhoben darin schwere Vorwürfe. Neben Felix Stingelin, dem Chef Spitzensport, stellte in der Folge auch STV-Geschäftsführer Ruedi Hediger sein Amt zur Verfügung.

Rendez-vous, 01.09.2021, 12:30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Zu spät Entschuldigung ist lächerlich.Hätte Sie Ariella Käslin zugehört, wären Schicksale zu verhindern gewesen. Wer Russischen TrainerinnenER zugehört hätte, hätte viele Opfer verhindern köñnen. Über Jahre waren solche Menschen gebrochen und sehr krank. Es muss international sich ändern und ein Neuanfang beginne. Hoffe dass Frau BR Amherd hart eingreift und fehlbare TrainerinnenER hart bestraft werden.
  • Kommentar von Michael Dobmann  (Dobi)
    Liebes SRF Team warum wird mein Kommentar nicht angezeigt???
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Michael Dobmann
      Guten Abend Herr Dobmann. Ihr Kommentar wurde nicht freigegeben, da dieser gegen unsere Netiquette verstossen hat. Konkret wurde der Punkt "Persönliche Angriffe jeglicher Art" verletzt. Freundliche Grüsse, SRF News

      https://www.srf.ch/hilfe/rechtliches/netiquette-und-user-generated-content-ugc
  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Ariella Käslin hat bereits 2018, und zwar im Rahmen der Smart Energy Party vom 25.10.2018 in Spreitenbach vor rund 1'000 Zuhörer*innen auf die gängige Praxis im schweizerischen Damenkunstturnen aufmerksam gemacht. Ich staune, dass es fast drei Jahre gedauert hat, bis der STV Massnahmen ergriffen hat. Wegschauen und ja keinen Staub aufwirbeln, solange die Kunstturner*innen international erfolgreich sind! So schätze ich die Grundhaltung des STV ein.
    1. Antwort von Gerry Hess  (Hegard)
      Ich schätze die Belarussen haben zusammengehalten und verneind.Es ist immer schwirig etwas zu beweisen.
    2. Antwort von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
      Ja stimme Ihnen voĺl zu. Es ist eine Schande, wieviele weggeerhen haben.Dank mutiger Ariella Käslin sind Köpfe gerollt, aber viel zu spät. Diesen Opfer muss grosszügig geholfen werden. Hoffe, dass auch in Russland dieses Thema aufgearbeitet wird. Ich hoffe es noch zu erleben als 1954 geborener und JO effolgreicher Langläufer aus dem Untèr Engadin und Val Müstair,erfolgreichen Langläufer.