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Nationalrat will Gentech-Moratorium bis Ende 2025 verlängern
Aus Tagesschau vom 23.09.2021.
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Moratorium wird verlängert Gentechnologie: Eine breite Diskussion wäre dringend nötig

Geht es nach dem Nationalrat, soll das Moratorium bezüglich des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen das vierte Mal in Folge um vier weitere Jahre verlängert werden. Im Rat gab es kaum Widerstand, nur die FDP und die GLP hatten Einwände.

Die Verlängerung wurde mit der ablehnenden Haltung der Bevölkerung gegenüber der Gentechnologie in der Landwirtschaft sowie mit der gentechnikfreien Schweiz als Qualitätsmerkmal für die schweizerische Landwirtschaft begründet.

Bevölkerung sieht Nutzen von Gentechnik

Mehrfach wurde im Nationalrat erwähnt, dass ein Grossteil der Bevölkerung für eine Verlängerung des Moratoriums ist. Tatsächlich: Laut einer kürzlich gemachten GFS-Umfrage, die im Auftrag von Pflanzenschutz- und Saatgutherstellern gemacht wurde, sind 79 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer für eine Verlängerung des Moratoriums. Allerdings ist das Bild etwas differenzierter, wenn die Leute auf die Chancen der Genschere angesprochen werden.

Dem konkreten Nutzen der Gentechnologie stimmen 70 Prozent der Befragten zu. Denn die Vorteile der Gentechnologie für die Landwirtschaft sieht auch die Bevölkerung: weniger Pestizide, weniger Ernteausfälle, längere Lagerfähigkeit, bessere Erträge.

Die GFS-Umfrage zeigt: Zumindest für eine Diskussion ist die Bevölkerung offen. Und eine solche Diskussion erfolgt dann, wenn das Parlament den Rahmen breiter absteckt.

Forschung in der Schweiz erlaubt

Heute ist die Forschung im Bereich gentechnisch veränderter Organismen in der Schweiz erlaubt. Chancen und Risiken können aber nur dann differenziert angeschaut werden, wenn die Technologie in der Landwirtschaft wirklichkeitsnah erprobt werden kann.

Der Bundesrat schlug deshalb vor vier Jahren die Einführung von Anbaugebieten mit gentechnisch veränderten Organismen vor. Ausserdem wollte er die Bestimmungen zur Koexistenz der verschiedenen gentechnisch veränderten und herkömmlichen Kulturen in der Landwirtschaft konkretisieren. Das Parlament lehnte diesen Vorschlag damals aber ab.

Nun hat es der Nationalrat ein weiteres Mal verpasst, sich zu öffnen. Auch Ausnahmen oder Teilöffnungen im Bereich der Gentechnologie hat er abgelehnt. Eine breite Diskussion wird so in der Bevölkerung nicht stattfinden. Diese Diskussion käme auch der Landwirtschaft zugute, die künftig massiv Pestizide reduzieren muss und vermehrt mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben wird.

Christa Gall

Christa Gall

Bundeshauskorrespondentin TV

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Christa Gall ist seit 2012 Redaktorin bei SRF. Seit 2018 für die TV-Bundeshausredaktion. Bevor sie zu SRF wechselte, schrieb sie für diverse Zeitungen und Zeitschriften.

Tagesschau, 23.09.2021, 12:45 Uhr

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70 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    @Halter/Pünt: Sie bilden sich etwas gar viel ein auf Ihre Berufsbezeichnungen, die Sie bereits für ein Argument halten. Sie beide scheinen nicht mal die eigene Zunft gut genug zu kennen oder kennen zu wollen, dass Sie sich gegenüber Stimmen aus den eigenen Reihen taub stellen, welche die Risiken von Manipulationen am Erbgut anders einschätzen als Sie. Um die Gentechnik überzeugend als harmlose Variante des Evolutionsgeschehens behaupten zu können, müssten Sie argumentativ noch zulegen.
  • Kommentar von miri koch  (Fujisan)
    Scheint als wären wir zu Permakulturbanausen verkommen ;)
  • Kommentar von miri koch  (Fujisan)
    Theorie und Praxis…
    Bereits bei der harmloser scheinenden Züchtungs-Methode konnten die in der Nahrung enthaltene alpha-Amylase-Trypsininhibitoren, welche für die Reifung und Schädlingsresistenz von Weizen eine wichtige Rolle spielen, bereits als starke pro-inflammatorische Proteine identifiziert werden.
    Der schlussendlich leidtragende Konsument sollte wohl noch entscheiden dürfen, was er abkauft oder eben nicht, ohne Experte auf dem Gebiet zu sein.