Zum Inhalt springen

Header

Video
Ständerätinnen fordern 24h-Gewaltberatung für alle
Aus SRF News vom 10.12.2020.
abspielen
Inhalt

Motion eingereicht Alle Ständerätinnen fordern Hilfe für Gewaltopfer rund um die Uhr

  • Allen Gewaltopfern soll schweizweit ein kostenloses, professionelles 24h-Beratungsangebot zur Verfügung stehen, sowohl telefonisch als auch online.
  • Sämtliche Ständerätinnen haben eine entsprechende Motion der Basler SP-Ständerätin Eva Herzog unterzeichnet, wie diese gegenüber SRF bestätigt. Sie hat den Vorstoss am heutigen Tag der Menschenrechte eingereicht.
  • Die Schweiz hat sich 2017 in der Instanbul-Konvention des Europarates zu einer solchen telefonischen Beratung verpflichtet, hat diesen Punkt bisher aber nicht umgesetzt.

Fachleute gingen davon aus, dass die Coronakrise das Risiko für häusliche Gewalt erhöhe, argumentieren die Ständerätinnen zudem. Die Hemmschwelle, die Polizei zu rufen, sei hoch. Die meisten niederschwelligen Beratungsstellen seien aber nur zu bestimmten Zeiten erreichbar, oder dann seien es wie bei der dargebotenen Hand Angebote von Freiwilligen.

«Es braucht daneben auch professionelle Hilfe, wie in der Istanbul-Konvention vorgesehen», sagt Motionärin Herzog. «Die aktuellen Angebote sind zudem sehr ungleich in der Schweiz verteilt.» So gibt es zum Beispiel im Kanton Bern seit rund einem Jahr die Hotline «Appelle!», hinter der die drei Berner Frauenhäuser stehen. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, aus Spendengeldern finanziert.

Auch Online-Angebote wichtig

Im Nationalrat weibelt SP-Frau Tamara Funiciello für das Anliegen der 24-Stunden-Beratung. Auch sie hat bürgerliche Unterstützung gefunden, zum Beispiel bei der Präsidentin der FDP-Frauen.

Funiciello betont, neben einer Hotline sei auch ein Online-Angebot wichtig. «Stellen wir uns ein Opfer häuslicher Gewalt vor, daheim eingesperrt, in einer Wohnung, wo man alles hört. Das kann nicht so einfach telefonieren.»

Chat auch abends und nachts

Die Opferberatung Zürich sammelt seit fünf Monaten in einem Pilotprojekt Erfahrungen mit einem Livechat. Aus finanziellen Gründen kann sie diesen nur von 12 bis 18 Uhr anbieten.

Die stellvertretende Leiterin Jessica Wolf sagt: «Ein 24-Stunden-Livechat wäre ein Bedürfnis.» Die Statistiken zeigten, dass besonders abends und nachts Leute versuchten, den Chat auch ausserhalb der Öffnungszeiten zu nutzen. Die Opferstelle hat den Chat vor allem eingerichtet, um auch Kinder und Jugendlich besser zu erreichen.

Tagesschau 10.12.2020, 12.45 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Die Gewalttäter sind unter uns, leider erkennt man sie nicht. Wer seine Mitmenschen misshandelt, egal ob in der Familie, oder anderswo, sollte nicht mehr "geschont" werden. Persönlichkeitsrechte hin oder her: 1. Keine Busse oder Gefängnis. Jedoch: 2. Er/sie muss zwingend an einer Therapie teilnehmen. 3. Die Teilnehmer der Therapie werden veröffentlich (wie zB in einigen Gemeinden die Neugeborenen). Dies hätte wohl mehr Wirkung als "nur abstrafen".
    1. Antwort von Mariette Schelker  (Grosi)
      "Die Teilnehmer der Therapie werden veröffentlicht" könnte ein guter Lösungsansatz sein. Wegen dem Homeoffice sogar im Internet.

      Ich glaube, dies wird irgendwo in den USA schon erfolgreich durchgeführt.
  • Kommentar von Mariette Schelker  (Grosi)
    Gewaltopfer - Opfer von häuslicher Gewalt: betrifft das nur diejenigen mit blauen Flecken, Knochenbrüchen etc. oder auch solche mit einem PartnerIn/Eltern aus der Gaslighting Zunft?
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Häusliche Gewalt ist nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Beschimpfungen, Drohungen, Beleidigungen, Anspucken, lächerlich machen, Stalking all das und vieles mehr geht genau so darunter. Meistens passiert dies nicht nur einmal, sondern regelmässig und wird immer massiver.
  • Kommentar von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
    Es scheint offensichtlich schon unterschiedliche Angebote zu geben. Wie wäre es, diese zusammenzulegen und eine Anlaufstelle daraus zu machen,die dann rund um die Uhr ansprechbar wäre? Von wegen Ressourcen bündeln.