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Mutmasslicher Missbrauch Bischof soll Schwere der Vorwürfe nicht gekannt haben

  • Im Fall der Vorwürfe von sexuellem Missbrauch gegen den Ex-Pfarrer der Freiburger Kathedrale kannte Bischof Charles Morerod der Schwere der Vorwürfe nicht.
  • Das ist das Resultat einer Untersuchung zur internen Kommunikation der Diözese in diesem Fall.
  • Ende des vergangenen Jahres wurde publik, dass ein Westschweizer Priester in den Jahren 2008 bis 2011 im Kanton Waadt mutmasslich von einem Priester sexuell bedrängt worden war.
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Aus dem Archiv: Sex-Vorwürfe gegen Domherrn
Aus Rundschau vom 05.02.2020.
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Die Vorwürfe an die Adresse der Diözese Lausanne-Genf-Freiburg waren happig: Die Fälle von sexuellem Missbrauch und sexueller Belästigung belasteten auch Bischof Charles Morerod schwer. Doch nun wird er entlastet.

Bischof Morerod wurde dreimal zu Vorfällen informiert, welche sich 1998 in Torgon (VS) und zwischen 2008 und 2011 in Vevey (VD) abgespielt haben sollen. Das gab der mit der Untersuchung der internen Kommunikation in der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg beauftragte Cédric Chanez in Freiburg vor den Medien bekannt.

Dem früheren Pfarrer der Freiburger Kathedrale wird vorgeworfen, im Wallis einen 17-Jährigen sexuell missbraucht zu haben. Im Pfarrhaus von Vevey soll er einen anderen Pfarrer sexuell belästigt haben.

Bischof Morerod sei vom Personal seiner Diözese informiert worden, ohne dass das Personal Angaben zur allfälligen Tragweite des Falls gemacht habe, so Chanez. Es sei die Rede gewesen von einem «etwas zu starken Paternalismus». Das Alter des angeblichen Opfers sei nicht genannt worden.
Morerod selber sagte, das Ganze sei ihm «stark abgeschwächt» geschildert worden.

Heute erschienen die Vorwürfe in einem anderen Licht und die Diözese studiere heute Vorwürfe dieser Art systematisch. Anfang dieses Jahres hatte die Diözese die interne Untersuchung nicht zu den Fällen an sich, sondern zur Kommunikation in Auftrag gegeben.

Keine homoerotische Ambiance in Vevey

Auch das Resultat einer zweiten Untersuchung wurde am Mittwoch in Freiburg präsentiert. Beauftragt damit war der Genfer Anwalt Maurice Hariri. Dieser kam zum Schluss, dass es sich bei den mutmasslichen Verfehlungen des Freiburger Pfarrers von 1998 um einen Einzelfall handelt.

Hariri hält auch fest, im Pfarrhaus von Vevey habe keine homoerotische Ambiance geherrscht – anders als ein Pfarrer behaupte, welcher dies in einer Anzeige geltend machte.

Das heisse nicht, dass dieser Pfarrer lüge, sagte vor den Medien Rechtsanwältin Ludivine Delaloye, welche Hariri vertrat. Bei solchen Vorfällen spiele häufig ein subjektives Empfinden eine grosse Rolle. Eine dritte Untersuchung zur Affäre läuft noch bei der Waadtländer Kantonspolizei.

Weitere Probleme

Ende Juni hatte der mit den Vorwürfen konfrontierte Pfarrer der Kathedrale von Freiburg seinen Rücktritt eingereicht. Bischof Morerord akzeptierte die Demission. Im Februar war der Pfarrer bereits vom Amt suspendiert worden.

Nach dem Rücktritt nominierte die Diözese einen Nachfolger. Diese Ernennung widerrief die Diözese, nachdem die Westschweizer Zeitschrift «L'Illustré» bekannt gemacht hatte, dass dieser Mann auf Internetseiten für homoerotische Treffen aktiv war.

Darauf angesprochen, sagte der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg am Mittwoch vor den Medien, er würde sich lieber mit anderen Dingen beschäftigen als mit solchen Affären. Er glaube nicht, dass es eine «Homo-Lobby» in der katholischen Kirche gebe.

Rendez-vous 15.7.2020 12.30 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Es ist überraschend und bedenklich dass er davon nichts gewusst hat. Es ist leichter zu sagen: Ich weis von nichts, als zuzugeben: Ich habe nicht energisch genug etwas unternommen.
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  • Kommentar von Edi Steinlin  (Chäsli)
    Dieses unselige Zölibat zwingt immer wieder Geistliche zu lügen, es gibt einfach Handlungen die kann man nicht, oder nur schwer gestehen.
    Das ist auch in Rom bekannt, doch ändern wird sich weder auf kurze noch längere Zeit etwas.
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    1. Antwort von Konrad Schläpfer  (Koni)
      Es wird sich ändern müssen, aus personellen Gründen. Welch junger Mann ist heute noch bereit Theologie zu studieren?
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    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Von Rom her geschieht leider nichts in der von Ihnen, Herr Steinlin und Herr Schläpfer, richtiger Weise erwähnten Weg,diesen schraubzwingenartigen Zölibat aufzuheben. Leider steht unter diesem Papst nichts (mehr) in Aussicht. Es ist zu befürchten, dass ich die Aufhebung des Zölibats nach mittlerer Lebenserwartung (innerhalb 23 Jahren) nicht mehr erlebe. Wie wäre es, wenn einigermassen die Gesamtheit der Geistlichen den Zölibat gleich selber für sich aufheben würde? Einmal ist genug!
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    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Schläpfer: Da bin ich wiederum ganz mit Ihnen. Es kann ja sogar sein, dass sich ein junger Mann entschliesst, Theologie zu studieren und dann das Priesteramt auszuüben (unter Einschluss des Zölibats). Aber die Zeiten können sich ändern, die Zustände im eigenen Herzen aus. Dann verliebt sich dieser junge Priester in eine Frau, was doch wunderschön ist. Dann dieser abwürgende Zölibat! Schrecklich.Dann diesen Zöl. halt verlassen.Ich bin überzeugt, dieser Priester würde vor Gott Gnade finden.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Es gibt eine bestimmte,nicht ganz kurze Wunschliste für meine Pensioniertenzeit für mich persönlich und nach aussen: Nach aussen hin z. B. folgenden: Sämtliche Geistliche (vom Priester bis ganz zuoberst) mögen endlich aus der Schraubzwinge des Zölibates freigelassen werden. Denn dieser Zölibat ist schöpfungstheologisch menschenunwürdig. Damit würde ja kein Zwang errichtet z. B. heiraten zu müssen. Und ich bin mir sicher, dass dies eine ausgezeichnete Prävention vor Pädophilie wäre! Hoffen wir!
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