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Er sei über den Fall nicht informiert gewesen, sagt Bischof Morerod (rechts, Archivbild)
Aus HeuteMorgen vom 06.02.2020.
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Übergriff durch Domherren «Ich hätte ihn fragen sollen, wie alt diese Person war»

Charles Morerod, Bischof des Bistums Freiburg, Lausanne und Genf sagt, es stimme nicht, dass er über den Missbrauchsfall informiert gewesen sei.

Es muss beim Bistum Freiburg-Lausanne-Genf ein ganzes Dossier über den beschuldigten katholischen Geistlichen gegeben haben, wenn man den Aussagen des Missbrauchsopfers Glauben schenkt. Dieses Dossier habe es bereits 2011 gegeben, als Charles Morerod zum Bischof des Bistums ernannt wurde, so das Opfer.

Dem widerspricht Morerod: «Ein einziges Blatt haben wir. Was mit den anderen Dokumenten ist, weiss ich nicht. Ich kann nicht sagen, dass man sie zerstört oder versteckt hat. Ich habe keine Ahnung.»

Dieses eine Blatt sei das Protokoll einer Aussprache mit dem betroffenen Mann und dem Pfarrer. Protokolliert worden sei jedoch nur, dass das Gespräch stattgefunden habe, aber nicht worüber gesprochen wurde, sagt der Bischof.

«Es ist nicht beschrieben, was geschehen ist. Am Ende sagte man, ‹wir sind sehr zufrieden, dass wir zusammen gesprochen haben›.»

Bischof stellte keine Fragen

Nachgefragt hat der Bischof jedoch nie. Auch 2016 nicht, als der beschuldigte Pfarrer ihm von einer einmaligen sexuellen Beziehung mit einem Erwachsenen erzählt hat. «‹Einmal mit einem Erwachsenen und dann war es fertig›, sagte er mir», so Morerod.

Es sei falsch gewesen, räumt der Bischof nun ein, nicht weiter nachgefragt zu haben. «Ich hätte ihn fragen sollen, wie alt diese Person war. Es war sicher ein Fehler, ihn dies nicht zu fragen.»

Morerod hat die Polizei beigezogen

Denn sobald er etwas wisse, dann handle er, beteuert Bischof Morerod. Auch im aktuellen Fall habe er sich so verhalten: Unmittelbar nachdem er mit den Vorwürfen wegen der angeblichen sexuellen Belästigung konfrontiert worden sei, habe er das Gehörte der zuständigen Waadtländer Polizei weitergegeben. Der Fall werde auch intern untersucht.

Video
Sex-Vorwürfe gegen Domherrn: Was ist los in Freiburg?
Aus Rundschau vom 05.02.2020.
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SRF 4 News, Heute Morgen vom 06.02.2020, 06:00 Uhr

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Berger  (mberger)
    Einfach widerlich, diese Klerikalen mit ihrer heuchlerischen Moral und Überheblichkeit. Wenn das Vertrauen der Menschen nicht mit radikaler Vorgehensweise gegen die Täter wiederhergestellt wird, wundert es nicht, wenn binnen einer Generation die Kirchen nur noch Geschichte sind. Wann werden endlich Frauen als Priesterinnen zugelassen und wann wird endlich das Zölibat aufgehoben?
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  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    Der klassische Vers dazu im N. Testament ist in Mt. 18, 6; Mk. 9, 42; Lk 18, 2. Nach normaler Lesart geht es „nur“ um jemanden, der einem der „Kleinen“ Anlass zur Sünde gibt oder ihn v. Glauben abbringt, und dem als Strafe ein Mühlstein um den Hals gelegt werden, und er im tiefen Meer versenkt werden soll. Der Schlüssel liegt im Verbum σκανδαλίζειν, aus dem unser Wort Skandal kommt. Für mich ein prophetischer Vers für den Missbrauchsskandal, aber die Kirche und die Theologie sehen das anders.
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  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    Der Unterschied zwischen Missbrauch in der Privatsphäre oder anderen Bereichen liegt meines Erachtens darin, dass es noch nicht so lange her ist, dass die RKK durch die Verfilzung mit der Exekutive rechtlich unantastbar war (und es in einigen Teilen der Welt immer noch ist). Da ist für mich der eigentliche Skandal. Die Opfer hatten nicht den Hauch einer Chance, sich z. Wehr zu setzen, sondern mussten noch froh sein wenn sie nicht richtig fertig gemacht wurden. (Abschiebung in irgendwelche Heime)
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