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Nach Absturz von Ju-52 JU-Air vor ungewisser Zukunft

Die verbleibenden Flugzeuge der JU-Air bleiben vorerst am Boden. Das trifft auch das Flieger-Museum in Dübendorf empfindlich.

Legende: Video Wird die «Tante Ju» wieder fliegen? abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.08.2018.

Der tragische Absturz einer Ju-52 auf einer Erlebnisreise trifft die kleine Fluggesellschaft JU-Air auch wirtschaftlich. Mit Freizeitangeboten wie Rundflügen, Erlebnisreisen oder Charterflügen verdient die Airline ihr Geld. In der Hochsaison bietet JU-Air mehrere Erlebnisreisen pro Woche an und die Flüge sind gut gebucht.

Flugzeug mit drei Propellern in der Luft.
Legende: Die Flugzeuge der JU-Air werden ausschliesslich für Freizeitflüge eingesetzt. Keystone

Zukunft von JU-Air offen

Dieses Geld wird dem Unternehmen in den kommenden Monaten fehlen. Bereits kurz nach dem Absturz gab die ehemalige Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) bekannt, dass die verbleibenden zwei Flugzeuge auf dem Boden bleiben, bis die Unfallursache geklärt ist. Wie hoch die Einnahmenausfälle sind, sei nicht absehbar. «Wir können zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wie lange die Untersuchung dauert.»

Rita Fuhrer spricht an einer Medienkonferenz.
Legende: Die ehemalige Regierungsrätin Rita Fuhrer leitet die Stiftung «Museum und historisches Material der Schweizerischen Luftwaffe». Keystone

Entscheidend für die Beurteilung werde insbesondere sein, ob der Unfall aufgrund eines Pilotenfehlers oder eines technischen Defekts passiert sei. Fuhrer leitet die Stiftung «Museum und historisches Material der Schweizer Luftwaffe», die auch für die JU-Air zuständig ist.

Museum wird quersubventioniert

Gemäss Fuhrer hat der Absturz auch Auswirkungen auf das Flieger-Museum in Dübendorf. «Die Einnahmen der Flüge mit der ‹Tante-Ju› kommen auch dem Museum zu Gute. Es ist eine klassische Quersubventionierung.»

Das Flieger-Flab-Museum gibt es seit 1972. Es zeigt in zwei grossen Hallen die Geschichte der Militärfliegerei an über 40 Flugzeugen, Helikoptern und Simulatoren. Sowohl das Fliegermuseum, als auch die JU-Air werden vom Verein der Freunde der Luftwaffe unterstützt und können auf viele freiwillige Helferinnen und Helfer zählen.

Fuhrer hofft auf eine möglichst schnelle Klärung der Unfallursache, die JU-Air unterstütze die Behörden selbstverständlich bei der Untersuchung.

Keine Blackbox – längere Untersuchung

Erfahrungen bei anderen Unfällen zeigen, dass solche Flugunfalluntersuchungen mehrere Monate dauern können. Beim Absturz ob Flims kommt hinzu, dass das Oldtimer-Flugzeug keine Blackbox an Bord hatte. Das Fehlen einer solchen Flugdatenaufzeichnung bedeutet für die Ermittler einen Mehraufwand, sagt Aviatikexperte Hansjörg Bürgi, Chefredaktor «Skynews.ch» gegenüber SRF News.

Legende: Video Die Fahnen in Dübendorf stehen auf Halbmast abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Aus SRF News vom 05.08.2018.
Datenblatt zur JU 52

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Bosshard (Milan48)
    Bevor der Betrieb der verbleibenden zwei JU-52 wieder aufgenommen werden soll, muss die Unfallursache festgestellt sein. Insbesondere die tragenden Strukturteile wie der Hauptholm müssen auf Haarrisse geröngt, resp geprüft werden, was ein aufwändiger Prozess darstellt. Die hochgehaltene 35 Std Kontrolle lässt das gar nicht zu. Landungen und Starts auf nichtbefestigten Pisten wie Rasen etc belasten die Zellenstruktur mehr als Betonpisten.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Solch schöne, alten Maschinen in einem flugfähigen Zustand zu halten ist eines. Damit aber zwecks Bespassung von Leutren die Luft verpestend regelmässig herumzufliegen etwas anderes. Vielleicht ist jetzt, angesichts der Traurigen Ereignisse, die Zeit, damit aufzuhören.
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  • Kommentar von Silke Döding (Nordlicht)
    Nur weil in den heutigen Maschinen mehr Technik ist, heisst nicht, dass die Alten unbrauchbar sind. Da sind ja nun Generationen von Menschen sicher geflogen. Aber wir leben in einer Welt, wo Dinge bereits kurz nach Garantieende den Geist aufgeben und dann sind so alte "Tanten " der Lüfte eben wirklich sehr besonders.
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