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Nach Angriff in Genf Maudet fordert nationale Plattform gegen Gewalt an Frauen

Legende: Video Gewalt gegen Frauen abspielen. Laufzeit 02:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.08.2018.
  • Polizisten stellen vermehrt brutale und sinnlose Angriffe gegen Frauen fest.
  • Pierre Maudet (FDP), Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren (KKJPD) und Genfer Sicherheitsdirektor, fordert in der Sonntagspresse deshalb eine nationale Plattform gegen Gewalt an Frauen.
  • Erst vor kurzem wurden fünf junge Frauen vor einem Nachtclub in Genf spitalreif geprügelt.

Die Zahl der Attacken sei zwar nicht gestiegen, die Angriffe aber würden immer brutaler, kämen oft aus dem Nichts und ohne ersichtlichen Grund, sagte Maudet im Gespräch mit dem «SonntagsBlick». «Offenbar haben wir jetzt eine Generation von 18- bis 30-jährigen Männern, von denen manche jede Gewalthemmung vermissen lassen», wird der Genfer Sicherheitsdirektor in der «NZZ am Sonntag» zitiert.

Oft seien Alkohol und Drogen im Spiel, manchmal habe das Phänomen aber auch mit dem Hintergrund der Täter zu tun. Denn gewisse Männer aus patriarchalen Kulturen betrachteten Frauen als etwas Minderwertiges und fänden es auch nicht verwerflich, ihre Ehefrauen mit einer Ohrfeige zu bestrafen.

Plattform ja, aber keine neuen Gesetze

Deshalb müsse die Integration von Migranten vorangetrieben und die Prävention verstärkt werden. Vor allem aber müssten alle Akteure – von der Polizei über die Justiz, die Opferhilfestellen, die Spitäler bis zu den Schulen und den Kantonen – miteinander kooperieren. Eine Möglichkeit für einen besseren Austausch wäre gemäss Maudet die Schaffung einer nationalen Plattform gegen Gewalt an Frauen.

Schärfere Gesetze seien nicht nötig. Aber es sei wichtig, dass möglichst jeder Übergriff angezeigt werde. Dabei seien alle gefordert, es brauche ein Umdenken in der Gesellschaft und auch die Polizei müsse einen Sondereffort leisten und Vertrauen schaffen, zum Beispiel mit mehr Polizistinnen, denen sich Opfer anvertrauen könnten.

Diskussion folgt auf Gewaltattacke in Genf

Auslöser für Maudets Forderungen war ein brutaler Angriff auf fünf Frauen in Genf vor knapp zwei Wochen. Sie waren vor einem Nachtlokal in der Altstadt von einer Gruppe Franzosen auf offener Strasse verprügelt worden. Zwei der Opfer mussten mit schweren Kopfverletzungen ins Spital gebracht werden.

Der Vorfall hatte schweizweit eine grosse Welle der Empörung ausgelöst. Nicht nur in Genf, sondern auch in Lausanne, Bern, Basel und Zürich fanden Kundgebungen von mehr als 600 Menschen statt, die ein Ende der Gewalt gegen Frauen forderten.

Die Frauen der SP Schweiz forderten als Reaktion auf den brutalen Angriff Massnahmen, darunter eine Präventionskampagne «Nein heisst Nein». Auch Frauen aus anderen Parteien wollten auf kantonaler und nationaler Ebene Vorstösse gegen Gewalt an Frauen einreichen.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Kaum wird medial ein Hype losgetreten üben sich unsere Politiker in sinnlosem Aktionismus. Interessant bei aktuellem Beispiel, dass es sich hierbei weder um Schweizer noch um in der Schweiz Wohnhafte handelt. Und noch zum Vergleich: Das Kinderspital Zürich verzeichnete 2016 468 Fälle von Kindsmisshandlungen (Zunahme 16%), gemäss Statistik überproportional Ausländerkinder. Ich kann mich nicht erinnern, dass von irgendwem eine nationale Plattform gefordert wurde.
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    1. Antwort von Edi Steinlin (Chäsli)
      Was Maudets fordert ist überflüssig, wir hätten Gesetze gegen Gewalttaten, wenn sie angewendet würden. Es liegt an der Justiz, an den Richtern, Staatsanwälten usw. Bedingte Geldstrafen bringen es nicht.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Ich hab sowas von genug von dem ganzen Gelaber, den Plattformen, Diskussionsrunden, Talk-Shows, Aussprachen, Kuscheltreffs, Mediationen, Präventionsprogrämmchen, Integrationsgutzureden, DudarfstdasnichtAussprachen. Es reicht. Wir haben Gesetze, die zu vollziehen sind! Und nicht nach dem ganzen sündhaft teuren, rechtsstaatlichen Verfahren am Ende dann noch mit einer Härtefallregelung kommen. Es ist sowas von absurd geworden.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Klare Gesetze mit adäquaten,rigiden Strafen gegen Gewalttäter und entsprechende lebenslange Verwahrung für Sexualstraftäter, sind notwendig! Plattformen ohne dass sich die Gesetze ändern, bringen nichts für die Opfer, kosten dafür viel!!
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