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Nach Auschwitz-Vergleich Jonas Fricker tritt als Nationalrat zurück

Legende: Video Fricker gibt seinen Rücktritt abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.10.2017.
  • Der Aargauer Nationalrat tritt auf die Wintersession hin zurück. Das ist einem Schreiben an die Kantonalpartei der Grünen zu entnehmen, das Fricker auf Twitter veröffentlicht hat.
  • Fricker hatte am Donnerstag den Transport von Schweinen mit der Deportation von Juden nach Auschwitz verglichen.
  • Sein Vergleich sei verletzend und unangebracht gewesen, schreibt er. Sein Rücktritt sei «das stärkste Zeichen, das ich setzen kann».

Bei der Behandlung der Fair-Food-Initiative hatte sich Jonas Fricker am Donnerstag im Ton vergriffen. In seiner Kritik am Massentransport von Schweinen hatte er einen Vergleich mit der Deportation von Juden nach Auschwitz gezogen.

Als er das letzte Mal eine Dokumentation über solche Schweinetransporte gesehen habe, seien ihm unweigerlich die Bilder der Massendeportation nach Auschwitz hochgekommen, so der Aargauer Politiker. «Die Menschen, die dort deportiert wurden, die hatten eine kleine Chance zu überleben. Die Schweine, die fahren in den sicheren Tod.»

Fricker entschuldigte sich noch während der Debatte im Nationalrat in «aller Form» für den «unangemessenen Vergleich», den er in «seiner Naivität» gemacht habe. Die Aussagen sorgten in den sozialen Medien dennoch für Aufruhr.

Irène Kälin könnte nachrücken

Erste Ersatzfrau für Fricker ist die Aargauer Grossrätin Irène Kälin aus Lenzburg. Die 30-Jährige gehört seit 2010 dem Aargauer Grossen Rat an. Bei den Nationalratswahlen im Herbst 2015 hatte Kälin auf dem ersten Listenplatz kandidiert. Jonas Fricker überrundete Kälin jedoch um rund 3000 Stimmen.

Kälin ist Gewerkschaftssekretärin und Islamwissenschafterin. Sie hatte bei den nationalen Wahlen 2015 im Aargau ohne Aussicht auf Erfolg auch für einen Sitz im Ständerat kandidiert.

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106 Kommentare

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  • Kommentar von Kari Raeschter (K. Raeschter)
    Die Nachfolgerin von Herrn Fricker, Irène Kälin, ist noch nicht im Amt und hat schon Forderungen, u.a. dass man den Islam öffentlich-rechtlich anerkennen muss. Sorry, aber zuerst müssen Leute aus dem Ausland zuerst einmal unsere Gesetze und unsere Lebensweise anerkennen, bevor diese Forderungen stellen. Christen haben in Islamischen Staaten auch kein Recht, Forderungen zu stellen. Kein Wunder wurde sie damals bei den NR-Wahlen überholt von Fricker, obwohl sie zuoberst auf der Liste stand.
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  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Die Nachfolgerin Frau Kälin bekämpft ein Burkaverbot in der Schweiz. Zur Kenntnis; Die Burka als Tarnanzug. 7.6.2017 Terroranschlag im Parlament von Teheran; Iran; 6 Terroristen schlichen sich laut iranischem Innenministerium als Frauen in Burkas verkleidet ins Parlament. 12 Tote inkl. mehrere Wächter und 42 Verletzte. "IS sind keine Terroristen sondern gläubige Muslimes" Zitat von Grossscheichs der islamischen Al-Azhar-Universität, Ahmad al-Tayyeb im April 2017 im staatlichen TV! Noch Fragen?
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Noch Fragen? Was hat das mit Fricker zu tun?
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    2. Antwort von I. Bürgler (I.Bürgler)
      Planta@; nichts! Aber lesen Sie es doch nochmals genau. Mir wäre Fricker lieber als Kälin. Fricker hat das im wörtlichen Sinn auch nicht bösartig oder abschätzig gegenüber Juden gemeint. Er wollte lediglich auf schlechte Zustände hinweisen. Die Juden sind übrigens sehr friedliebende Menschen in der Schweiz. Jedenfalls liest man nie kriminelle Sachen über sie. Was ich allerdings schade finde, dass man geschächtetes Fleisch essen muss. Das ist meines Erachtens wieder Tierquälerei vom gröbsten.
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  • Kommentar von László Schink (Schink)
    Von so einem Amt zurückzutreten hat gar nichts mit Mut zu tun, weder zeugt das von einem starken Zeichen. Wer derart immer moralisiert wie die Grünen und bei einem SVP-ler für das gleiche Zitat lauthals den Rücktritt fordert, sollte mit guten Beispiel auch voran gehen, was Fricker konsequenterweise gemacht hat, was aber nichts mit Mut oder Grösse zu tun hat. Nach so einer Aussage im Amt zu bleiben und alles klein zu reden bräuchte schon etwas mehr Mut.
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      L.S. ja ich gebe Ihnen in gewissen Punkten recht,wie man oft mit der SVP umgeht ist manchmal sehr fragwürdig und despektierlich. Auch ich wurde schon in die braune Ecke gestellt,weil ich oft Kommentare unwürdig gefunden habe.Wie Sie bestimmt wissen,hat der israelische Verbund die Entschuldigung angenommen,das heisst soviel hat ihm für den Ausrutscher verziehen.Dies währe eine Möglichkeit eher Frieden herzustellen, denn J.Fricker hat sich sofort entschuldigt und bemerkt, dass dies ein Fehler war.
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    2. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Er ist zurueckgetreten WORDEN.... !
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