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Nach Crash über Niederlanden Schweizer Militärjustiz ermittelt gegen Tiger-Piloten

  • Die Kollision zweier F-5-Tiger-Kampfjets der Patrouille Suisse in der Nähe der niederländischen Luftbasis Leeuwarden ist wahrscheinlich auf menschliches Versagen zurückzuführen.
  • Der Crash ist gemäss bisherigen Untersuchungen durch ein «mangelhaftes Situationsbewusstsein» einer der beiden Piloten verursacht worden.
  • Die Schweizer Militärjustiz leitete gegen den Piloten eine Voruntersuchung ein.
Legende: Video Aus dem Archiv: Diskussion über Flugshows der Luftwaffe abspielen. Laufzeit 03:11 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.06.2016.

Der Zusammenstoss ereignete sich im Sommer 2016. Damals kollidierten während eines Trainingsflugs zwei Kampfflugzeuge vom Typ «Northrop F-5E Tiger II» der Patrouille Suisse in der Nähe der niederländischen Airbase Leeuwarden.

Daraufhin verlor einer der beiden Piloten die Kontrolle über sein Flugzeug und betätigte den Schleudersitz. Er zog sich beim Ausstieg aus der Maschine und der Landung leichte Verletzungen zu.

Zweite Maschine beschädigt gelandet

Das Flugzeug zerschellte in unmittelbarer Nähe eines an einem Weiher gelegenen Treibhauses und erlitt Totalschaden. Das zweite Flugzeug wurde durch die Kollision ebenfalls beschädigt, blieb aber manövrierfähig. Es konnte vom unverletzt gebliebenen Piloten sicher gelandet werden.

Ein Untersuchungsrichter untersuchte den Unfall und in einer vorläufigen Beweisaufnahme. In seinem Schlussbericht hält der Untersuchungsrichter jetzt fest, dass dem Piloten, der die Kollision mutmasslich verursachte, zum Unfallzeitpunkt wahrscheinlich das erforderliche Situationsbewusstsein entweder komplett fehlte oder dass dieses zumindest fehlerhaft war.

Jet vor sich aus den Augen verloren

Konkret bedeutet dies, dass der Pilot kurzzeitig desorientiert war. Der Pilot habe nach einem Manöver zur Reduktion der Geschwindigkeit das zweite am Unfall beteiligte Flugzeug bei der Wiedereingliederung in die Formation aus den Augen verloren. Er habe es jedoch unterlassen, dies über Funk mit dem Wort «blind» zu melden, heisst es im Bericht.

Wenn ein Pilot nach einer Trennung von der Formation wieder zu dieser aufschliesse und dabei das vor ihm fliegende Flugzeug nicht mehr sehen könne, muss er diesen veränderten Sichtstatus melden. Die Phase der Desorientierung des Piloten sei mit fünf bis zehn Sekunden zu lang gewesen, als dass er auf die «Blind»-Meldung hätte verzichten dürfen.

Fahrlässig Armee-Material verschleudert?

Auch wenn der Pilot den fehlenden Sichtkontakt nicht oder zu spät realisiert habe, so sei die Verantwortung für die Vermeidung einer Kollision beim fraglichen Manöver gemäss den geltenden Reglementen bei ihm gelegen.

Daher hat der Untersuchungsrichter bei der Luftwaffe beantragt, gegen den Piloten eine Voruntersuchung zu eröffnen. Der Vorwurf: Der Pilot soll sich möglicherweise der «fahrlässigen Verschleuderung von Material» und der «Verletzung von Dienstvorschriften» schuldig gemacht habe.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Steiner (Tom Stone)
    Piloten der PS sind wohl die bestausgebildeten Profis in der Schweiz. Und keiner macht mutwillig Staatseigentum kaputt. Also lieber Hilfestellung und Situation überarbeiten anstatt Sesselpupseraktivität.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    solch Unfaelle passieren... hat ja keiner gewollt. Da etwas Schuld zu finden ist eher unproduktiv.. naturlich Ursache erkennen und versuchen Gleiches zu vermeiden, aber der Artikel toent ja wie wenn man auf der Suche nach einem Kriminellen ist...
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Gewisse Sparten der CH-Wirtschaft, schaffen es immer wieder Unangehmes, Gefährliches und Tödliches zu externalisieren. Ich würde meinen die Schweiz ist definitiv zu klein für eigene Militärflugzeuge. Allen Militärs, die Ambitonen in diesem Bereich haben müssten sich vielleicht zusammenschliessen und eine kleine europäischen NATO-unbhängige Fliegerequippe formieren. Für ein Europa der Menschen und der Transition in ein gutes, miteinandervernetztes Staatengeflecht mit substanzieller Souveränität.
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    1. Antwort von Walter Matzler (wmatz)
      Wenn ich mich recht erinnere hat einmal ein Schweizer Militärpilot geschrieben, dass ein Schweizer Jäger ein feindliches Flugzeug erst abschiessen dürfe, wenn es die Landesgrenze überflogen habe. Dann sei es jedoch bereits zu spät, bzw. der Feind habe den Schweizer längst abgeschossen. Ob es so ist, kann ich nicht beurteilen.
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