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Kritik an der neuer Jagdverordnung wegen des Wolfs
Aus HeuteMorgen vom 15.07.2021.
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Nach dem Nein zum Jagdgesetz Der Streit um den Wolf geht in die nächste Runde

Angst vor dem Wolf: Die neue Richtlinie geht den Wolfsgegnerinnen und -gegnern zu wenig weit.

Heute tritt die revidierte Jagdgesetzverordnung in Kraft. Es ist das Resultat nach dem Nein der Stimmbevölkerung zum Jagdgesetz im September letzten Jahres. Sie sei ein hilfreiches Instrument und ein Schritt in die richtige Richtung. Man sei dank ihr im Umgang mit dem Wolf etwas handlungsfähiger, sagt Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden: «Handlungsfähig heisst hier auch, Einzeltieren den Bestand zu entnehmen.» Also Wölfe zu schiessen, wenn sie Nutztiere wie Schafe reissen.

Die Schwelle für einen Abschuss wurde in der neuen Verordnung herabgesetzt. Nicht erlaubt ist aber weiterhin die präventive Tötung der Raubtiere. Das war im Jagdgesetz vorgesehen, das vom Stimmvolk im vergangenen September an der Urne abgelehnt wurde. Dass die Diskussion um den Wolf jetzt verstummt, ist nicht zu erwarten, denn das Thema ist zu emotional.

Die Jagdverordnung gehe zu wenig weit

Die Wolfsgegnerinnen und -gegner haben sich in einem Verein organisiert und Umweltministerin Simonetta Sommaruga in einem offenen Brief dazu aufgefordert, rasch Massnahmen gegen die «unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes» zu ergreifen. Monika Rüegger, die für die SVP im Nationalrat sitzt und den offenen Brief mitunterzeichnet hat, geht die Jagdverordnung zu wenig weit.

Legende: Das Wolfsproblem nehme in den Alpenregionen der Schweiz zu, sagt die SVP-Nationalrätin aus dem Kanton Obwalden. Keystone/Archiv

Sie formuliert ihre Erwartungen so: «Ich erwarte von der Frau Bundesrätin, dass sie das Problem wirklich ernst nimmt und nicht nur mit Pflästerchen probiert, ein bisschen die Leute zu beruhigen. Denn das Wolfsproblem ist ein zunehmendes und grosses Problem für die Alpenregionen.»

Die Wolfspopulation nimmt rasch zu

Allein im letzten Jahr wuchs die Zahl von 77 auf 116 Tiere in der Schweiz. Im Kanton Graubünden, wo fünf der insgesamt elf Wolfsrudel leben, kamen 30 Jungtiere zur Welt. Die Zahl der Wolfsrisse schwankt von Jahr zu Jahr. Die langfristige Tendenz ist steigend. Im Moment sei es aber zu früh, um eine Bilanz zu ziehen, sagt Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden.

Legende: Der Bündner Wildbiologe Hannes Jenny mit einem Hirschkalbskelett, das von einem Wolf gerissen wurde. Keystone/Archiv

Der Wildbiologe setzt sich dafür ein, dass Wolf und Landwirtschaft nebeneinander Platz haben. Er betont: «Wenn wir die Wolfssituation in Mitteleuropa anschauen, so haben wir sehr stark den Verdacht, dass da oft die Dynamik unterschätzt wird, die drin steckt. Ich glaube, dass wir früher oder später nicht darum herumkommen, auch hier ein professionelles Wildtier-Management durchzusetzen und mit der Entnahme von weiteren Tieren ausgleichen.» Auf diesem Weg markiert die revidierte Jagdverordnung einen ersten Schritt.

Video
Aus dem Archiv: Angst auf der Alp: Das Aufrüsten gegen den Wolf
Aus Rundschau vom 23.06.2021.
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HeuteMorgen, 15.07.2021, 06:00 Uhr

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83 Kommentare

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  • Kommentar von Leo Degelo  (Leo Degelo)
    Anhand von welchen Kriterien wurden denn unsere "Nutztiere", in der Zeit seid der Ausrottung von Luchs, Bär und Wolf gezüchtet?
    Fleisch, Wolle, wenig scheu, schnelles Wachstum und sicher nicht anhand von Wehrhaftigkeit, denn das wäre auch für die Halter unangenehm!
    Resultat, wir haben "produktive Nutztiere", die kaum für sich selber sorgen können und sich auch nicht verteidigen können.
    Also, liebe Bauern, Schafzüchter, etc. Innovation ist gefragt. nicht jammern!
  • Kommentar von Charles Morgenthaler  (ChM)
    Liebe Schafhalter und Wolfgegner, polemisiert nur weiter so. Irgedwann wird es zu bunt, unzählige Schafe werden bloss als Hoby gehalten, deren Besitzer werden sogar noch vom Staat dafür bezahlt. Es könnte gut sein, dass eben diese " Direktzahlungen" auf politischem Weg bekämpft, womöglich abgeschafft werden. Emtsprechende Stimmen werden immer lauter. Wenn es soweit kommt, gäbe es sofort viel weniger Schafe, unsere Volkswirtschaft kann gut darauf verzichten, und die Wölfe hätten ihre Ruhe.
    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      "und die Wölfe hätten ihre Ruhe"... leider nein, Bären u.Wölfe sind Allesfresser, sie sind diesbezüglich Menschen sehr ähnlich. Klar, dass sie Ausflüge in Dörfer machen, wo Abfall überall so anmächelig für sie bereitglegt wird. Und immerhin gab es in ganz Nordamerika, RUS und Europa in den vergangenen 50J total 4 menschl.Opfer von Wölfen, viel, nicht wahr!? Man hat es noch immer nicht begriffen, dass Jagd nicht dezimiert, sondern zur Vermehrung anreizt, besonders nach Abschüssen von Leittieren!
    2. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      @ B.Hermann: Wölfe als Allesfresser? ich weiss nicht so recht. Mein Hund, ein Nachfahre der Wölfe, würde wohl erst kurz vor dem Verhungern Salat, Äpfel oder Beeren fressen.
    3. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Man könnte sich ev.informieren. S/Wolfsinfozentrum DE: "Seine natürliche Nahrung besteht aus wildlebenden Huftieren. Wölfe fressen aber auch Aas, Beeren, Früchte u.Kleinsäuger." Wiki: Im Verlaufe seines Zusammenlebens mit dem Menschen hat sich der Hund zunehmend an dessen Ernährung angepasst u.wurde zum Allesfresser. Fleisch als alleiniges Futtermittel für Hunde ist daher unangemessen. Ebenso Bären: 3/4 Pflanzliches, sonst vorab Aas u.Insekten >Wiki. Darum sollen Mistsäcke nicht auf die Strasse!
  • Kommentar von christine meyer  (Chrege M.)
    Man sollte die Wölfe einfach in der Stadt Zürich aussetzen, dann würden die das Problem nicht mehr ignorieren können.
    Man muss die Tiere ja nicht ausrotten, aber sie dürfen sich nicht immer stärker vermehren, sonst wachst uns das Problem genauso über den Kopf wie die Wildschweinpoppulation.