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Alba-Festival abgesagt – Zurich Pride darf stattfinden
Aus 10 vor 10 vom 03.09.2021.
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Nach Festival-Absage Die albanische Community fühlt sich diskriminiert

Es herrscht grosse Enttäuschung, weil die Zürcher Regierung dem Alba-Festival definitiv die Bewilligung entzogen hat.

    Auf dem Festgelände auf dem Hardturm-Areal ist die Stimmung betrübt. Die Bühne und zahlreiche Stände waren schon aufgestellt. Bevor das Fest überhaupt angefangen hat, wird nun alles wieder abgebaut. Denn nur gerade einen Tag vor der Durchführung steht der Entscheid fest: Das Alba-Festival, das dieses Wochenende auf dem Zürcher Hardturm Areal stattgefunden hätte, ist definitiv abgesagt. Die rund 20'000 Besucherinnen und Besucher müssen zuhause bleiben.

Community fühlt sich diskriminiert

Der Medienansturm ist gross, als die Veranstalter über die kurzfristige und vor allem für sie überraschende Absage informieren: «Meine Enttäuschung ist natürlich extrem gross. Ich habe mich enorm auf das Wochenende gefreut. Umso grösser ist jetzt die Ernüchterung», so Veranstalter Adem Morina. Wie gross der finanzielle Schaden ausfällt, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Feststeht: «Der emotionale Schaden ist extrem gross».

Legende: Adem Morina, Veranstalter des Alba-Festivals, gibt den Medien Interviews. Er sei ernüchtert. Keystone

Auch bei den Zürcher Politikern Përparim Avdili (FDP) und Reis Luzhnica (SP) stösst der kurzfristige Entzug der Bewilligung auf Unverständnis. Insbesondere, da andere Veranstaltungen an diesem Wochenende stattfinden dürfen – unter anderem die Pride oder das Openair am Greifensee. Die Politiker haben beide albanische Wurzeln und sehen in der Absage des Alba-Festivals eine klare Benachteiligung der Community. «Ich finde das sehr diskriminierend. Die 3G-Regel gilt für sämtliche Festivals und wäre auch hier am Alba-Festival einwandfrei eingehalten worden», sagt Gemeinderat Reis Luzhnica.

Bewilligungen: Unterschied Alba-Festival und Pride

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Beim Alba-Festival handelt es sich um einen Grossanlass. Ein Grossanlass benötigt gemäss Covid-Verordnung eine Bewilligung der Stadt und dem Kanton. Die Bewilligung des Kantons wurde dem Veranstalter entzogen. Die Pride hingegen ist eine politische Kundgebung und benötigt deshalb nur eine Bewilligung der Stadt.

Regierungsrat verzichtet auf Interview

Der Zürcher Regierungsrat will sich am Freitag nicht mehr zur Absage des grössten albanischen Festivals Europas äussern. Man verweist auf die Medienmitteilung vom Donnerstag. Darin steht, dass das Contact Tracing sowie ein Blick in die Intensivstationen zeigen würden, dass sich überdurchschnittlich viele Ferienrückkehrer aus dem Balkan mit Covid-19 angesteckt hätten. «Daraus lässt sich schliessen, dass die Impfquote in dieser Bevölkerungsgruppe zu tief ist, um in der derzeitigen epidemiologischen Lage eine solche Grossveranstaltung verantworten zu können», heisst es in der Mitteilung.

Der Regierungsrat wolle mit dem Widerruf der Bewilligung verhindern, dass es am Festival zu einer Verbreitung des Coronavirus und folglich einer zusätzlichen Belastung der Spitäler komme. Die Regierung empfindet es als ihre Fürsorgepflicht, dem Ansteckungsrisiko in dieser Bevölkerungsgruppe entgegenzuwirken und diese zu schützen.

Schweiz aktuell, 03.09.2021, 19:00 Uhr;

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159 Kommentare

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  • Kommentar von Nora Zahnd  (NoZ)
    Das Greifensee-festival hat vorgängig seine besucherzahlen auf 1.000 reduziert aufgrund von covid.
    Das Albafestival mit min. 20000.
    Also auch da kann nicht vergliechen werden.
    Das Albagestival hätte die Besucherzahl auch auf 1.000 reduzieren können. Manchmal reicht es nicht alles auf diskrimminierung zu reduzieren.
  • Kommentar von Daniel Andenmatten  (Polydenker)
    Zu all den Kommentaren, welche die Absage des Alba-Festes begrüßen, möchte ich lediglich noch darauf hinweisen, dass derzeit eine Rückholaktion aus dem entsprechenden Land geprüft werden muss infolge schwerer Erkrankungen . . . Wenn das nicht Beweis genug für das Risikopotenzial dieser Bevölkerungsgruppen ist. Also tut nicht so scheinheilig.
  • Kommentar von Katharina Bleuer  (Blk)
    Man stelle sich mal vor, wie es getönt hätte, wenn das Greifensee-Festival abgesagt worden wäre und das Alban-Festival erlaubt.
    1. Antwort von Jean Renaud  (j_ren)
      Die zwei Festivals sind nicht zu vergleichen. Das eine lädt Liebhaber*innen der albanischen Musikszene „aus ganz Europa“ ein, hatte in der Vergangenheit eine Grösse von >20 000 Besucher, das andere ein „Dorfanlass“ mit einem Publikum von „über 3000 Menschen“. Wenn die Zielgruppe des Greifensee-Fesrivals übermässig viele Corona-Patienten stellen würde und es deswegen abgesagt würde, hätte bestimmt niemand Skandal geschrien. Verstehe Ihr Problem nicht ganz, Frau Bleuer.