Am Mittwoch stürzte am Titlis eine Gondel ab. Die folgende Zeitreihe liefert eine Auswahl von Unglücken aus den vergangenen Jahrzehnten.
Seilbahnunfälle sind selten, aber wiederkehrend. Die erste Personenseilbahn wurde 1866 am Rheinfall errichtet. Seitdem kam es in der Schweiz wiederholt zu Unglücken.
1958: Göscheneralp
Auf der Kraftwerkbaustelle der Göscheneralp ereignete sich am 5. Januar 1958 ein schweres Unglück. Bei der Rückfahrt von der Baustelle stürzte eine Kabine mit drei Insassen ab.
Die Kabine wurde zertrümmert. Zwei Personen starben; der dritte Passagier konnte schwer verletzt geborgen werden.
1972: Betten VS
Am 12. Juli 1972 fuhr eine Gondel mit 14 Personen in Richtung Talstation. Nach einigen hundert Metern riss das Zugseil. Unaufhaltsam donnerte die Kabine ins Tal und zerschellte Sekunden später an der Betonwand der Talstation.
Elf Menschen waren sofort tot, zwei überlebten die Katastrophe wie durch ein Wunder. Ein Mann sprang aus der abstürzenden Kabine und kam ums Leben.
1979: Melchsee-Frutt
Am 22. Februar 1979 kam es zu einem Gondelbahnunglück, bei dem sechs Passagiere zum Teil schwer verletzt wurden. Die Ursache war eine defekte Rollenbatterie, wodurch das Tragseil nicht mehr richtig geführt wurde und mehrere Viererkabinen absackten. Eine davon wurde am Boden zerschlagen.
1996: Riederalp
Am 14. Dezember 1996 brach die Achse einer Umlenkscheibe der Gondelbahn Moosfluh. Dadurch erschlaffte das Seil und drei Gondeln stürzten zu Boden.
Ein Passagier starb und 18 Personen wurden teilweise schwer verletzt. Ursache war ein Berechnungsfehler, der zu einem zu geringen Durchmesser der Achse führte.
1999: Crans-Montana
Am 26. Dezember 1999 stürzte während des Orkans Lothar ein Baum auf das Seil der Gondelbahn Crans-Cry d'Er im Skigebiet von Crans-Montana.
Dabei kamen zwei Personen ums Leben; drei wurden schwer verletzt.
2008: Grindelwald
Am 3. Januar 2008 kam es bei einer Sesselbahn zu einem Unfall. Ein Seil sprang aus der Führung und mehrere Sessel stürzten in die Tiefe. Eine Person kam ums Leben, neun weitere wurden zum Teil schwer verletzt.
Die Untersuchung ergab, dass starker Wind das Förderseil zur Entgleisung brachte. Das Seil fiel daraufhin zu Boden und riss den Sessel mit sich.
2010: Hoher Kasten
Am 24. März 2010 ereignete sich ein Unfall, bei dem ein Seilbahnmitarbeiter schwer verletzt wurde. Die Kabinen der Pendelbahn fuhren aufgrund eines menschlichen Bedienfehlers ungebremst in die Talstation ein. Ein technischer Defekt wurde ausgeschlossen.
2013: Innerthal
Am 3. August 2013 stürzte eine Transportseilbahn ab, wobei ein Ehepaar ums Leben kam und deren 16 Monate alte Tochter mittelschwer verletzt wurde. Die Transportkiste löste sich vom Seil und kollidierte mit einem Masten, bevor sie ins Waldgebiet abstürzte.
Der Mitarbeiter, der die nicht für Personentransporte zugelassene Seilbahn bediente, wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
2020: Fronalpstock
Am 6. Februar 2020 stürzte ein Sessel auf dem Stoos ab. Einer der vier Insassen erlitt tödliche Verletzungen und drei weitere wurden schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich während der nächtlichen Rückfahrt von einem Firmenausflug.
Das Unglück am Fronalpstock wurde durch ein Seil verursacht, das an einem Pistenfahrzeug befestigt war und mit dem Sessel kollidierte, wodurch dieser abstürzte.