Dank der weltweit wichtigsten Kunstmesse «Art Basel» samt Ablegern in Miami, Hongkong, Paris und Doha geht es dem Messekonzern MCH Group besser: Für 2025 weist MCH deutlich mehr Gewinn und Cashflow aus. Davor lagen schwierige Zeiten mit der Pandemie und dem Aus für das frühere Standbein, die Uhrenmesse «Baselworld».
So hat der Konzern jetzt nicht nur Platz in seinen grossen Hallen am Rheinknie, sondern auch Mittel, diese besser zu bespielen. Mit der Publikation der Zahlen hat MCH heute unter anderem eine neue «globale Veranstaltungsreihe» namens «Futurific Institute» angekündigt, die 2027 starten solle.
Was von den Plänen dazu durchgesickert war, löste schon seit Tagen Spekulationen aus. Als erstes hatte das US-Magazin «Vanity Fair» berichtet, MCH wolle eine grosse Veranstaltung zu Ideen für die Zukunft lancieren: Das neue Format werde auf Topniveau Kultur mit Technik, Politik und Wirtschaft zusammenbringen.
Die Anspielung dieses Artikels auf Davos zielte wohl auf das World Economic Forum (WEF), wo sich Mächtige und Reiche jedes Jahr im globalen Medienscheinwerferlicht treffen. Für diverse Medien lagen die Bezüge zur Kunstmesse-Glitzerwelt auf der Hand, und so war auch von einer Basler Konkurrenz zum WEF die Rede.
Zum Interesse beigetragen haben dürften die Köpfe dahinter: Mitgründerin des Futurific Institute ist Kathryn Murdoch, Ehefrau des MCH-Hauptaktionärs James Murdoch, seinerseits Sohn des australischen Medientycoons Rupert Murdoch.
Projekt erst in sehr frühem Stadium
Konzernchef Andrea Zappia lässt sich in der Medienmitteilung zu den Jahreszahlen nur vage zitieren: «Unsere Ambition ist es, global relevante Plattformen zu entwickeln und gleichzeitig tief in Basel verwurzelt zu bleiben.»
Im SRF-Interview spielt Zappia Futurific herunter als «momentan nicht wirklich wichtig»: Das sei erst ein Projekt in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Als Joint Venture solle unter der Leitung der Amerikanerin Rachel Goslins in Basel ein «Leadership Event» entstehen – mehr sagen könne er noch nicht.
Basel sei für einen Spitzenanlass ein «wunderbarer Ort wegen seiner Geschichte», sagte Zappia. Seit James Murdochs Einstieg bei MCH sei seine Absicht, Basel zu einem zentralen Veranstaltungsort für MCH zu machen.
Weil CEO Rachel Goslins für das neue Basler Projekt nun Kontakte knüpfe, spreche sie eben auch darüber, erklärte Zappia das Entstehen von Gerüchten. Einen fixen Zeitplan gebe es nicht: «Wir haben die Ambition, loszulegen, sobald wir bereit sind.»
Ersten kritischen Stimmen, die ein WEF in Basel ablehnen, entgegnet Zappia: «Niemand will etwas anderes kopieren. Wenn wir etwas tun, wird es anders sein, nicht gegen einen anderen Event.»