Zum Inhalt springen

Header

Audio
Aargauer Umweltdirektor Stephan Attiger erklärt was der Klimakompass bringen soll
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 01.07.2021.
abspielen. Laufzeit 06:46 Minuten.
Inhalt

Nach Nein zu Energievorlagen Ein Kompass soll dem Aargau den Weg zum Klimaschutz weisen

Im Kanton Aargau hat es die Energiewende besonders schwer. Wie weiter nach den abgelehnten Abstimmungsvorlagen?

Der Kanton Aargau ist einer der grössten Stromlieferanten der Schweiz. Im Kanton stehen drei von vier Schweizer Atomkraftwerken, Beznau 1 und 2 sowie Leibstadt. Die Flüsse Aare, Reuss und Limmat produzieren zudem Strom in den Aargauer Wasserkraftwerken. Jede vierte Kilowattstunde Schweizer Strom wird im Aargau produziert.

Ein richtiger Energiekanton also. Und wohl auch deshalb einer, in dem es Klimaschutzgesetze schwer haben. Alle Energievorlagen fielen im Aargau in der letzten Zeit durch. Die kantonale Stimmbevölkerung lehnte die Energiestrategie des Bundes ab. National wurde sie aber angenommen, weshalb der Kanton Aargau trotzdem ein Energiegesetz ausarbeiten musste. Doch auch dieses wurde vom Stimmvolk verworfen. Danach hoffte die Aargauer Regierung auf das neue Co2-Gesetz des Bundes. Doch es wurde national abgelehnt.

Ausweg aus dem Scherbenhaufen

Was nun? Wie soll der Aargau die Klimaziele des Bundes (Die Schweiz soll bis 2050 keine Treibhausgase mehr ausstossen) erreichen, wenn das Stimmvolk alle bisherigen Vorschläge nicht goutiert hat? Die Aargauer Regierung ist über die Bücher gegangen und will das Problem jetzt mit einem Klimakompass, einer Art Checkliste für Gemeinden, lösen. Der Kompass definiert Schwerpunkte und Handlungsfelder, für Raumplanerinnen und Raumplaner zum Beispiel.

7 Handlungsfelder des Klimakompasses

Box aufklappenBox zuklappen
  • Dekarbonisierung Verkehr durch Vermeidung und Optimierung
  • Ressourcenschonende, energieeffiziente und CO2-freie Gebäude
  • Klimaneutrale Industrie und Gewerbe
  • Klimaschonende Landwirtschaft
  • Wald als Kohlenstoffspeicher
  • Beteiligungen, Beschaffung und Finanzierung
  • Innovationsförderung und Partizipation

«Der Klimawandel betrifft auch den Kanton Aargau. Die erwarteten und teilweise schon heute spürbaren Auswirkungen sind die zunehmende Hitzebelastung im Sommer, häufigere Trockenperioden und Extremereignisse wie Starkniederschläge oder Hochwasser», gibt Umweltdirektor Stephan Attiger (FDP) zu bedenken. Der Kanton unterstütze das Klimaabkommen von Paris und wolle Lösungen finden. Da soll der Kompass ansetzen.

Hitze in der Schweiz
Legende: Hitzetage nehmen schweizweit zu. Der Klimawandel treffe auch den Aargau, hält die Regierung fest. Keystone

Gemeinden sollen Wasser speichern, Langsamverkehr fördern, mehr Elektrobusse einsetzen oder Hitzeinseln vermeiden, durch Pflanzen statt Teer. Sie soll die Wälder analysieren und überlegen, ob man andere Bäume pflanzen soll, weil Buchen und Fichten unter der zunehmenden Sommerhitze leiden, nennt Umweltdirektor Stephan Attiger mögliche Beispiele.

Der Klimakompass fokussiert auf Klimaschutz und auf Klimaanpassung.
Autor: Stephan AttigerAargauer Umweltdirektor

Die Regierung sitze mit Gemeinden, Wirtschaft, Interessengruppen aber auch Gegnern von bisherigen Gesetzesvorschläge zusammen. Man müsse Klimaschutz betreiben, aber auch auf die Klimaveränderung reagieren, findet sie. Konkret könne man den Regenabfluss auf den Strassen verbessern, aber auch bei Neubauten Hitzeinseln von Anfang an vermeiden.

Grünstreifen am Strassenrand gegen die Hitzeinseln in den Städten.
Legende: Grünstreifen am Strassenrand sollen die Hitze in den Städten bekämpfen. Keystone

Der Startschuss für eine Aargauer Lösung ist lanciert, noch fehlen aber die konkreten Massnahmen. Der Klimakompass ist der erste Teil der neuen Aargauer Energiestrategie, als zweite Massnahme folgt ein konkreter Massnahmenplan bis Ende Jahr.

Neue Klimaschutzgesetze dürften es im Aargau weiterhin schwer haben, ist sich Regierungsrat Stephan Attiger bewusst. Man müsse wohl mehr Klimaschutzmassnahmen fördern statt Gesetze ausarbeiten. Auch so könne man den Zielen näherkommen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 01.07.2021, 17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Portmann  (ganz unaufgeregt)
    Jetzt sind die Nein-Sager der bisherigen Klimaschutzmassnahmen gefordert. Ich würde gerne konstruktive Vorschläge und mehrheitsfähige Lösungsansätze sehen.
    Sonst müssen wir davon ausgehen, dass diese Nein-Sager nicht andere Lösungen sondern, keinen Klimaschutz wollen. Unsere Kinder warten gespannt auf Antworten.
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Die Aargauer Regierung muss jetzt verzweifelt nach Massnahmen suchen, obwohl ihr die Bevölkerung, die offenbar nur in der Gegenwart lebt, bei jeder Abstimmung eins reinbrennt. Alles ist ja gut.
  • Kommentar von Robert Frei  (RFrei)
    Also, jede vierte Kilowattstunde Schweizer Strom wird im Aargau produziert. Und das -bis auf den kleinen Anteil Strom aus den Kehrichtverbrennungsanlagen - CO2 frei und auf eigenem Territorium (nicht wie z.B. Zürich in den "Kolonien" in den Bergkantonen). Wen wundert es, wenn dann das Volk auf die Kosten den Massnahmen zur CO2 Reduktion bei der Energieerzeugung kritisch hinschaut.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Robert Frei: Ich wohne im Kanton Zürich und habe auf Sichtdistanz eine riesige KVA.
    2. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Hr.Leu, die KVAs decken wohl kaum den Strombedarf des Kantons Zürich, dafür dienen die Zürcher Wasserkraftwerke in den Bergen und andere ausserkantonale Beteiligungen. Ausserdem stösst eine KVA Unmengen an fossilem CO2 aus. Da wird nicht nur Bio-Müll verbrannt.
    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Robert Frei: Den Müll produzieren wir alle mit unserem Wohlstand und die Schweizer Stromversorgung muss national und nicht kantonal organisiert werden. Logisch haben der Aargau und Zürich keine Pumpspeicherwerke. Jeder hat irgendwelche Lasten zu tragen.
    4. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Hr.Leu, Pumspeicherwerke produzieren nur sehr wenig Strom selber, hier wird andernorts produzierter Strom nur gespeichert. Der Aargau braucht keine Speicherkraftwerke, er produziert mehr Strom als er selber benötigt. Zürich hingegen muss den Strom zum grossen Teil aus seinen "Kolonien" importieren. Das sich ökoöogisch gebende Zürich schmückt sich hier mit fremden Federn.