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Erster «Superspreader» im Kanton Zürich
Aus Tagesschau vom 28.06.2020.
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Nach Superspreader-Event Zürcher Regierungsrat droht, Clubs wieder zu schliessen

  • Nach einem sogenanntem «Superspreader Event» im Zürcher Club Flamingo droht der Zürcher Regierungsrat damit, die Clubs wieder zu schliessen.
  • Mehr als 30 Prozent der Partygänger gaben offensichtlich falsche Kontaktdaten an. So war es also nicht möglich, alle Teilnehmer der fraglichen Party in Quarantäne zu schicken.

Viele Partygänger beschimpften ausserdem die Kontaktermittler bei ihrer Nachforschungsarbeit vor Ort und hinterliessen bei den Clubbetreibern falsche E-Mail-Adressen, wie Regierungsrätin und Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli an einer Medienkonferenz in Zürich sagte.

Clubs sollen Identitätskarten kontrollieren

«Viele der E-Mail-Adressen waren falsch. So funktioniert ein Contact-Tracing nicht», erklärte Christiane Meier, Kantonsärztin a.i. Es hätten sich zudem Personen bei ihr gemeldet, welche ebenfalls im Clubs gewesen seien, obwohl sie nicht auf der Liste standen. «Wir brauchen wahre Angaben auf den Listen. Wir sind enttäuscht.»

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Meier: «Es war enttäuschend, denn wir geben uns sehr viel Mühe»
Aus News-Clip vom 28.06.2020.
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Regierungsrätin Rickli rief die Clubbetreiber dazu auf, künftig die Identitätskarten der Besucher zu kontrollieren. «Fake-Namen reichen nicht.» Würden die Anweisungen nicht befolgt, würden Clubschliessungen in Betracht gezogen: «Falls die Leute nicht vollständige Daten angeben, halten wir uns die Möglichkeit offen, Nachtclubs zu schliessen.»

Clubbetreiber war länger nicht erreichbar

Am 21. Juni war es im Kanton Zürich zum ersten sogenannten «Superspreader-Event» gekommen. Ein Mann, der im Stadtzürcher Club Flamingo gewesen ist, wurde danach positiv auf Covid-19 getestet. Fünf weitere Personen, die mit ihm im Club waren, entwickelten daraufhin Symptome und wurden ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet.

300 Personen in Quarantäne

Zuerst sei es längere Zeit nicht möglich gewesen, den Clubbetreiber zu kontaktieren. Dann konnte er den Kontaktermittlern des Kantons Zürich eine Liste mit den Kontaktdaten der Besucher des Clubs vom Abend des 21. Juni überreichen. Dank der Kontaktliste konnten die Gäste des Clubs dann diesen Samstag über die notwendige Quarantäne informiert werden.

Rickli zeigte sich davon enttäuscht, dass sich auch dieses Wochenende die Partygänger nicht an die Hygieneregeln hielten. Dies hätten ausgewertete Nachrichten und Bilder auf den Social-Media-Kanälen gezeigt.

Falls sich jemand weigert, in die Quarantäne zu gehen, geben wir dessen Kontakte an die Polizei weiter.
Autor: Nathalie RickliRegierungsrätin Kanton Zürich

Um die Infektionskette zu unterbrechen, ordnete der Kantonsärztliche Dienst für die knapp 300 Gäste und Angestellten des Clubs eine zehntägige Quarantäne an. «Falls sich jemand weigert, in die Quarantäne zu gehen, geben wir dessen Kontakte an die Polizei weiter», sagte Rickli.

Kommende Woche soll es nun zu einem Treffen zwischen dem Kanton und der Clubszene kommen.

Superspreader sind sogenannte Superverbreiter des Virus. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind dies erkrankte Personen, die aus unbekannten Gründen sehr ansteckend sind.

SRF 4 News 28.06.2020, 19:00 Uhr;

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111 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Absolut richtig Kt. Zürich. Wieder alle Bars, Clubs, etc. schliessen, bis die Vernunft der Jungen eintritt. Alles andere ist verlorene Mühe, spez. für die Leute, die sich an die Regeln in dieser Zeit halten.
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  • Kommentar von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
    Ich glaube, dass Viele das Ziel aus den Augen verloren haben: mit dem Virus leben zu lernen. Die Erwartung, dass trotz Lockerungen die Fallzahlen bei 0 bleiben können, ist abstrus. Auch mit einer De-Anonymisierung! Um das Ziel zu erreichen, müssen wir die Fallzahlen nicht bei 0, sondern lediglich unter den (mittlerweile erhöhten) Krankenhauskapazitäten halten und 2. schlicht leben. Und zum Leben gehören unprotokollierte und anonyme Freizeitaktivitäten und auch ein Krankheits- und Sterberisiko.
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  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    1. Es wird einfach mal gegen Zürich und sein Partyvolk gewettert.

    Ich bin auch schon länger aus dem Alter raus, in welchem ich an Parties gehe. War aber auch mal Jung und verstehe, dass das Bedürfnis für die Jugend besteht, dass man sich nicht nur virtuell im Netz trifft. Viele leben als Single in einer Wohnung und haben keine Familie um sich mit der sie sich austauschen können.

    Trotzdem muss man sich and die Regeln halten, das ist klar. Aber bitte nicht verallgemeinern.
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