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Kontakte in Ansteckungsketten bleiben oft unbekannt
Aus 10vor10 vom 25.06.2020.
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Schwieriges Contact Tracing Die Corona-Quelle finden – eine Knacknuss

Contact Tracing funktioniert je nach Kanton unterschiedlich gut. Am exaktesten lassen sich die Infektionsketten bei Corona im Baselbiet nachverfolgen. Am meisten Mühe bekundet laut einer Umfrage von SRF Genf.

Es sei nicht möglich, Kontakte, von unter 15 Minuten zu identifizieren, schreibt der Kanton Genf in der von «10vor10» lancierten Umfrage zu Contact Tracing. Ähnlich tönt es aus den Gesundheitsdepartementen der Kantone Luzern und Jura.

In 50 Prozent der Fälle konnten Bern, Zürich, Schaffhausen und Nidwalden nicht mehr zurückverfolgen, wo sich jemand angesteckt hatte.

Im Aargau und in Graubünden war der Ursprung in 40 Prozent nicht mehr eruierbar. Das Wallis meldet diesbezüglich eine Quote von 35 Prozent, Zug von 30 Prozent. Im Tessin erinnern sich 35 Prozent nicht mehr daran, mit wem sie Kontakt hatten der Covid-19 hatte. Laut Tessin lässt sich die Ansteckung dann auch nicht mehr nachvollziehen.

«Musterknaben» Baselland

Hohe Trefferquoten erzielte dafür der Kanton Baselland: Nur gerade in 4 Prozent der untersuchten Corona-Fälle konnte die Ansteckungskette nicht mehr rekonstruiert werden.

Aus wissenschaftlicher Sicht seien schlechten Werte zwar besorgniserregend, erklärt Marcel Tanner, Epidemiologe an der Universität Basel. «Am besten wäre, wenn wir alle Krankheitsfälle zu 100 Prozent aufklären könnten. Aber das kriegen wir nie hin», so der Experte, der jedoch überzeugt ist, dass sich dieser Anteil markant erhöhen lässt.

Derzeit lockert der Bund die Massnahmen, und so füllen sich in Restaurants, Clubs und öffentlichen Verkehrsmitteln die Plätze wieder. Maskentragen ist nicht Pflicht, mitunter fallen die Abstandsregeln, etwa an Demonstrationen. Für die Kantone wird es somit nicht leichter, die Infektionsketten zu identifizieren.

Dennoch glaubt Lukas Engelberger, Gesundheitsdirektor von Basel-Stadt und Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, gewappnet zu sein. «Ein Ausbau des ˂Contact Tracing˃ ist möglich. Wir sind vorbereitet. Inwieweit wir die Quote erhöhen können, werden wir sehen.»

Persönliches Erinnerungsvermögen ist zentral

Die Sorge vor einer zweiten Corona-Welle bleibt, auch wenn die Fallzahlen in der Schweiz derzeit auf tiefem Niveau stagnieren.

Damit es so bleibt, müssten Tracer zuverlässige Informationen von positiv getesteten Personen erhalten, erläutert Gundekar Giebel, Sprecher der Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Oft könnten sich die Betroffenen gar nicht mehr an Einzelheiten erinnern. «Stellen Sie sich vor: Die Leute waren in der Schule, an einer grösseren Veranstaltung oder im öffentlichen Verkehr. Dann wird es schwierig, die Infektionskette zurückzuverfolgen.»

10vor10, 25.6.20

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Hans-Peter Grüter  (HP Grueter)
    Grössere Veranstaltungen sollten gar nicht freigegeben sein. Eben genau wegen der Rückverfolgbarkeit. Derselbe Fehler wird nun auch bei Sportveranstaltungen und Badis gemacht.
    Über die neuen Einreisebestimmungen lasse ich mich gar nicht aus. Will keinen blödenÄrger mir serbischen oder anderen Botschaftern. Nach Einreise aus unsicheren Ländern: ab in 14 Tage-Quarantäne. Mit hohem Bussgeld bei Missachtung. Nein, nicht 1000 Franken.
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  • Kommentar von Martin Rohr  (Balou)
    Grundsätzlich hat der Bundesrat nicht schlecht durch die Krise geführt. Was aber jetzt abgeht kommt mir vor wie in Kindertagen "Räuber & Poli" spielen. Man öffnet alles, geht nicht vor gegen unbewilligte Demos, verzichtet auf Maskenpflicht im OeV und... nur damit man dann die infizierten mit der Tracing App wieder einfangen kann. Eigentlich wäre es doch sehr viel einfacher, weiterhin banale Regeln zu befolgen, welche unser Leben wirklich nur minimal einschränken, aber eine grosse Wirkung hätten.
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    1. Antwort von Hans-Peter Grüter  (HP Grueter)
      Fährst du ÖV?
      Da tragen schon viele wenns eng wird Maske, auch ohne Pflicht.
      Kann allerdings, wie viele Andere, auch noch aufs Auto wechseln. Wird halt am Morgen und Abend etwas mühsam.
      Es ist Freitag 16h, schalt mal die Sender mit Staumeldungen an.
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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Dazu wäre eine andere Art App nötig:

    • Speichern der engeren Kontakte der letzten mindestens 10 Tage MIT dem ORT der Begegnungen
    • Wenn positiv getestet: Upload all dieser Kontakte aller positiv getesteten Personen auf einen zentralen Server
    • Laufende Auswertung dieser Daten um zu erkennen, welche Kontakte und Orte quer über etliche Infizierte übereinstimmen. Das sind dann möglicherweise immer noch infektiöse Superspreader oder Hotspots.
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