Beat Jans, früherer SP-Nationalrat, will Bundesrat werden.
Der 59-Jährige hat seine Kandidatur an einer Medienkonferenz bekannt gegeben.
Er ist der vierte SP-Politiker, der für die Nachfolge von Alain Berset antreten will.
«Ich habe mich entschieden, mich als Bundesrat zu bewerben», sagte Beat Jans vor Journalistinnen und Journalisten. Im Vorfeld hatte er angekündigt, sich bis Ende September Zeit zu lassen, um über eine mögliche Kandidatur nachzudenken.
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Beat Jans (SP/BS): «Ich durfte mich über breiten Zuspruch freuen»
Aus News-Clip vom 22.09.2023.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 8 Sekunden.
Er habe sich die Kandidatur sehr gut überlegt. «Ich würde das Amt gerne und mit Überzeugung ausüben», sagte Jans. Er halte die Schweiz nämlich für ein «grossartiges Land», dem er sehr dankbar sei. Denn es gebe nicht viele Länder, in denen es möglich sei, als Sohn einer eingewanderten Mutter als Bundesrat zu kandidieren. Er stelle sich mit Respekt und grosser Motivation zur Wahl.
Atici hält an Kandidatur fest, Nussbaumer zieht zurück
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Seit über 50 Jahren hofft die Region Basel auf eine Vertretung in Bundesbern. Mit Beat Jans’ «Ja» besteht für die beiden Basel nun – nach Eva Herzogs gescheiterter Bundesratswahl 2022 – eine weitere Chance. «Wir müssen nun alle gemeinsam am selben Strick ziehen», sagt die Baselbieter Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter gegenüber SRF und unterstützt Jans. Sie hofft auf regionale Solidarität über die Parteigrenzen hinaus.
SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger, welche Eva Herzog im Kampf um einen Bundesratssitz unterstützte, relativiert: «Meine Begeisterung hält sich tatsächlich in Grenzen», sagt sie. «Eva Herzog wäre für unsere Region eingestanden. Bei Jans bezweifle ich das. Meine Alarmglocken läuten.» Sie wolle aber das Gespräch mit ihm suchen.
SP-Mann Eric Nussbaumer, der ebenfalls über eine Kandidatur nachdachte, zog sich heute zurück und unterstützt Jans Kandidatur. SP-Nationalrat Mustafa Atici hingegen freut sich zwar über Beat Jans Entscheid, hält bis jetzt jedoch an seiner eigenen Kandidatur fest.
Der 59-jährige Jans amtet seit 2021 als Regierungspräsident und Vorsteher des Präsidialdepartements des Kantons Basel-Stadt. Von 2010 bis 2020 war er Nationalrat. Während seiner Zeit als Bundesparlamentarier war er fünf Jahre lang Vizepräsident der SP Schweiz.
Vor seiner politischen Karriere auf eidgenössischer Ebene war er Grossrat und Präsident der SP Basel-Stadt. Jans ist diplomierter Umweltwissenschaftler und Agrotechniker. Zudem verfügt er über einen Lehrabschluss als Landwirt. Vor seinem Regierungsratsmandat arbeitete er als selbständiger Berater für Nachhaltigkeit und Kommunikation.
«Beat Jans hat wohl die besten Chancen, Bundesrat zu werden»
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Einschätzungen von Bundeshausredaktor Curdin Vincenz: «Beat Jans hat von denen, die sich bis jetzt aus der Deckung gewagt haben, wohl die besten Chancen, Bundesrat zu werden.
Er hat Erfahrung in einer Kantonsregierung und ist nach 10 Jahren im Bundesparlament auch mit der Berner Politmechanik vertraut. Und viele Ratsmitglieder unter der Bundeshauskuppel haben Jans noch als Kollegen erlebt.
Mit Jans würde erstmals nach einem halben Jahrhundert wieder ein Politiker aus dem Kanton Basel-Stadt Bundesrat. Diesen Aspekt hat Jans bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur aber kaum betont. Er möchte mit seinen Qualifikationen punkten, nicht mit seiner Herkunft.»
SP voll des Lobes
Für den Baselbieter SP-Nationalrat Eric Nussbaumer hat Beat Jans alle nötigen Qualifikationen als Bundesrat. Er habe Jans als sachorientierte und sorgfältig arbeitende Person kennengelernt, sagte Nussbaumer.
Nussbaumer bezeichnete Jans als «überzeugende Persönlichkeit». «Effekthascherei ist nicht sein Ding», sagte Nussbaumer. Jans bewege die Lösungssuche. «Beat Jans ist eine bescheidene Person und hat einen guten Blick für das Machbare.»
Das Kandidatenkarussell für die Berset-Nachfolge
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Evi Allemann
Die Berner Regierungsrätin Evi Allemann (Jahrgang 1978) kandidiert für den Bundesrat. Von 2003 bis 2018 war die Juristin im Nationalrat.
KEYSTONE/Alessandro Della Valle
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Legende:
Allemann hatte bereits letztes Jahr für die Nachfolge von Simonetta Sommaruga kandidert. Sie unterlag damals in der internen Ausmarchung Eva Herzog und Elisabeth Baume-Schneider.
Keystone/Peter Klaunzer
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Legende:
Roger Nordmann
Der Waadtländer SP-Nationalrat Roger Nordmann (Jahrgang 1973) will in die Landesregierung, wie er anfangs Oktober an einer Medienkonferenz bekannt gab.
KEYSTONE/Anthony Anex
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Legende:
Nordmann sitzt seit 2004 in der Grossen Kammer unter der Bundeshauskuppel. Viermal wurde er wiedergewählt. Im Nationalrat ist er Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Von 2015 bis 2023 war er Fraktionschef.
KEYSTONE/Gaetan Bally
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Jon Pult
Der Bündner Nationalrat Jon Pult (Jahrgang 1984) kandidiert offiziell für den Bundesrat. Der schweizerisch-italienische Doppelbürger wurde 2019 in den Nationalrat gewählt.
Keystone / Alessandro Della Valle
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Legende:
Pult gilt als eines der grössten Talente der SP und als guter Rhetoriker. Schon ein Jahr nach seinem Einzug ins Parlament machte ihn die SP zum Vizepräsidenten.
Keystone / PABLO GIANINAZZI
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Legende:
Beat Jans
Der frühere Nationalrat und heutige Basler Regierungspräsident Beat Jans (Jahrgang 1964) will Bundesrat werden, wie er am 22. September offiziell bekannt gab.
KEYSTONE/Peter Schneider
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Legende:
«Ich würde das Amt gerne und mit Überzeugung ausüben», sagte Jans an der Konferenz. Er hätte auch aus regionalpolitischen Überlegungen gute Chancen. Der Kanton Basel-Stadt war schon lange nicht mehr im Bundesrat vertreten.
KEYSTONE / Peter Schneider
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Matthias Aebischer
Der Berner Nationalrat Matthias Aebischer (Jahrgang 1967) will die Nachfolge von Alain Berset antreten.
Keystone / ALESSANDRO DELLA VALLE
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Vor seiner Zeit im Nationalrat war Aebischer unter anderem Moderator verschiedener Sendungen beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF und erlangte dadurch in der Deutschschweiz grosse Bekanntheit.
SRF
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Legende:
Daniel Jositsch
Der Zürcher Ständerat (Jahrgang 1965) kandidiert offiziell für den Bundesrat. Nach dem Rücktritt von Simonetta Sommaruga im vergangenen Jahr hatte Daniel Jositsch bereits kandidiert, obwohl die SP ein reines Frauenticket beschlossen hatte.
KEYSTONE/ANTHONY ANEX
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Bei der Wahl durch die Bundesversammlung erhielt er in den ersten Wahlgängen zahlreiche Stimmen. Schliesslich setzte sich jedoch Elisabeth Baume-Schneider durch. Für ihn als Bundesrat sprechen seine Erfahrung in Bundesbern und seine urbane Herkunft. Jositsch gilt als Vertreter des rechten Flügels der SP.
KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
Die ehemalige Basler SP-Ständerätin Anita Fetz nannte Jans einen «Brückenbauer», der pointiert politisiere und gleichzeitig Kompromisse schmieden könne. Die Region Basel hoffe, dass es dieses Mal mit einem Sitz im Bundesrat klappe.
Die Basler Nationalrätin Sarah Wyss (SP) hob die Erfahrung von Jans als Mitglied der Regierung hervor. Er wisse, wie es sei, in einer Kollegialbehörde zu arbeiten. Was ihn auszeichne, sei das Einschlagen von Nägeln mit Köpfen. Zudem wisse Jans, mit Kritik umzugehen.
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