Zum Inhalt springen

Header

Audio
Hermann: «Glarner und Heer sind nicht so einnehmend»
Aus SRF 4 News aktuell vom 31.07.2020.
abspielen. Laufzeit 04:20 Minuten.
Inhalt

Nachfolge von Albert Rösti «Für die SVP ist Chiesa Chance und Risiko zugleich»

Marco Chiesa soll neuer SVP-Präsident werden. Das schlägt die Findungskommission der Partei vor – und stellt sich damit gegen die Nationalräte Andreas Glarner und Alfred Heer. Glarner hat seine Kandidatur zurückgezogen – auf Anfrage schreibt er, er unterstütze Chiesas Kandidatur vorbehaltlos. Der Tessiner Ständerat steht für einen moderaten Auftritt innerhalb der SVP. Ein «netter» Präsident, der hart in der Sache ist, könnte der Partei gut zu Gesicht stehen, sagt Politologe Michael Hermann.

Michael Hermann

Michael Hermann

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Michael Hermann ist Geograf und Politikwissenschaftler. Er ist Leiter der Forschungsstelle Sotomo und lehrt am Geografischen und am Politikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich.

SRF News: Was ist von Chiesa zu erwarten?

Michael Hermann: Für die SVP ist es Chance und Risiko zugleich. Chiesa ist jovial und charmant. Auch der ehemalige Präsident Toni Brunner war so ein jovialer Typ. Damit hat die Partei sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch Chiesas Tessiner Akzent kann in der Deutschschweiz durchaus gut ankommen. Dazu ist die Zuwanderungsfrage im Tessin ziemlich akut. Dadurch bringt Chiesa Glaubwürdigkeit mit.

Chiesa im Ständerat
Legende: Lange hat sich die SVP schwer getan mit der Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Albert Rösti. Mit Chiesa favorisiert die Findungskommission nun ebenfalls einen Politiker, der nicht zu den Einpeitschern in der Partei zählt. Keystone

Zugleich ist die Personalie Chiesa auch ein Risiko. Er hat sich auf der nationalen Bühne noch nicht behauptet. Die Präsidenten der anderen Parteien sind dagegen Figuren, die sich schon in Konfliktsituationen, in schwierigen Medienumfeldern und verschiedenen Sprachen behauptet haben. Wir wissen schlicht noch nicht, wie gut Chiesa solche Situationen meistern würde.

Dem scheidenden Parteipräsidenten Albert Rösti wurde immer wieder vorgeworfen, er sei zu nett. Gilt das auch für Marco Chiesa?

Es gibt gewisse Nuancen von «nett». Auch Toni Brunner war nett. Er war aber zugleich hart und hat die Konfrontation gesucht. Das hat Albert Rösti zum Teil ja auch gemacht. Im Rückblick war er, gemessen an dem, was er machen konnte, auch gar nicht so schlecht positioniert.

Mann mit SVP-Kochschürze
Legende: Definitiv entschieden wird über das neue Parteipräsidium an der Delegiertenversammlung vom 22. August. Keystone

Zwischenzeitlich wollte der Kopf der Partei in Zürich jemand aggressiveres als Präsidenten und war dann wieder unschlüssig. Mit Glarner und Heer, die sich gemeldet hatten, gab es nun zwei eher konfrontative Kandidaten. Offenbar war man nicht ganz sicher, ob das der richtige Weg ist. Am Schluss fährt man mit jemandem, der jovial, aber hart in der Sache ist, wahrscheinlich am besten.

Ist der konfrontative Politstil von Heer und Glarner der einzige Grund, warum sich die Findungskommission gegen sie entschieden hat?

Die beiden werden zwar wahrgenommen und erzielen Wirkung. Sie sind aber nicht unbedingt einnehmend. Bei der SVP ist man mit dem Duo eines Fraktionschefs als Einpeitscher und einem Präsidenten als einnehmende Figur immer erfolgreich gefahren. Das fehlt Heer und Glarner etwas und das spürt man offenbar auch bei der Findungskommission. Sie stellt sich nun klar hinter Chiesa.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

Video
«Marco Chiesa ist in der Sache ein absoluter Hardliner»
Aus 10vor10 vom 30.07.2020.
abspielen

SRF 4 News, 31.07.2020, 11:08 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlies Artho  (marlies artho)
    Wünsche SRF und allen Kommentarschreiber morgen einen schönen 1. August und bleibt weiterhin bei guter Gesundheit : -)) danke für die interessanten Kommentare und unterschiedlichen Meinungen, die man sehen kann durch Zustimmung oder Ablehnung. M. Artho
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Es wäre der SVP und der Schweiz zu wünschen,wenn Marco Chiesa wesentlich dazu beitragen könnte, der SVP wieder ein menschlicheres (sozialer, verbunden mit mehr Engagement für „Schwächere“ bzw. Aermere (sozial schlechter Gestellten) ) Gesicht zu geben, wovon sich seit 1990 der Herrliberger, dann Köppel, Glarner u.s.w. weitgehend entfernt hatten. Für die SVP ist diese Kandidatur sicher vorteilhafter als jene von Glarner, der m. E. ein Hardliner mit dem Hang zur Missachtung von Menschenwürde ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      Ich fürchte Ihre "Erwartungen" werden bitter enttäuscht werden. Wenn Sie diverse Medien durchstöbern und sich mit Insidern unterhalten, wird Sgnr. Chiesa im allgemeinen, durchaus als Herrliberg-Jünger angesehen.... ;-))
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Waeber: Ich bin mir bewusst, dass meine Erwartungen sehr hoch sind. Aber wenn es in der SVP (Elite) keine Bewegung zu mehr Menschlichkeit gibt, dann gibt es nur eines, dass sich die BürgerInnen der SVP mehr und mehr ihre Stimme entziehen. Denn es kann nicht sein,dass grosse Volksgruppen einem Verstoss gegen die Bundesverfassung zustimmen,nach der die Stärke einer Gesellschaft sich am Wohl des „Schwächeren“ messe. Volksverbunden heisst auch mehr für „Schwächere“-auch finanziell - dazusein.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Waldmann: Ich schrieb nicht, dass es keine Menschlichkeit bei der SVP gebe, aber eben eher zu wenig. Zu wenig Menschlichkeit war nachweislich vorhanden bei der jew. Ablehnungsparolen der Initiativen für Kapitalbesteuerung (ist länger her),für die Erbschaftssteuer (erst ab sage und schreibe 2 Mio.),für die Abschaffung der Pauschalbesteuerung (Reicher),für bezahlbare Mietwohnungen.Diese Vorlagen wären vor allem auch Aermeren zu gute gekommen.Gemäss oben genannter BV. Quod erat demonstrandum!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Jawohl, der Tessiner macht das Rennen.Heer wird niemals vom Financier aus Herrliberg unterstützt, da Herr Heer ab und an Den Polteri öffentlich kritisiert hat. Habe Herrn Heer persönlich in einer schönen Bar im Kreis Chaib getroffen und war positiv überrascht. Dass ein Aargauer namens Glarner keine Chance hat weiss auch er selber. Er ist ein Brandstifter und solche sollte man nicht losjagen. Hoffe Tessiner gewinnt. Polteri müsste sofort Italienisch lernen, sonst kauft er Bilder. SVP erhielt 0Fr
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von robert mathis  (veritas)
      Herr Strupler guter Beitrag ist auch meine Meinung lassen wir Herr C vorerst beweisen was er kann bitte nicht vorverurteilen wie es von bekannten Schreibern üblich ist oder halt selber besser machen !!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      @robert mathis - "besser machen" als die SVP ist (ebenso wie bei den Grünen) keine Herausforderung..... ;-))
      Ablehnen den Kommentar ablehnen