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Nachhaltige Früchte Migros startet Öko-Offensive bei den Erdbeer-Plantagen

Legende: Audio Migros startet Öko-Offensive bei den Erdbeer-Plantagen abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
03:15 min, aus Espresso vom 05.03.2019.

Das Wichtigste in Kürze

  • Migros und WWF setzen sich mit über 70 Massnahmen für einen nachhaltigen Erdbeer-Anbau auf zwei Plantagen in Südspanien ein.
  • Unter anderem sollen der Wasserverbrauch und der Einsatz von Pestiziden reduziert werden, um damit ein nahegelegenes, bedrohtes Naturschutzgebiet zu retten.
  • Bis die Massnahmen umgesetzt sind, kann es allerdings noch einige Jahre dauern.
  • Die Migros will weiterhin auch im Winter spanische Erdbeeren verkaufen – sie sieht darin keinen Widerspruch zu ihrer Nachhaltigkeits-Politik.

Der Nationalpark Coto de Doñana im Süden Spaniens gilt als ökologisch bedeutsames Feuchtgebiet, ist unter anderem ein Lebensraum für seltene Vogelarten – und akut bedroht. Die riesigen Obst- und Gemüseplantagen graben dem Unesco-Weltnaturerbe buchstäblich massiv das Wasser ab, Pestizide verseuchen die Umwelt. Ein Problem, das schon seit Jahren angeprangert wird, passiert ist bislang wenig.

Migros und WWF wollen nun mit dem guten Beispiel vorangehen und haben gleich einen ganzen Strauss von Massnahmen – über 70 an der Zahl – beschlossen. Dank diesen soll sich vorerst auf zwei von fünf Plantagen, welche die Migros beliefern, etwas tun in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Deutlich weniger Wasser verbrauchen

Unter anderem soll der Wasserverbrauch auf den Plantagen deutlich reduziert werden. «Die Farmer sollen den Wasserverbrauch künftig messen und dürfen die Plantagen nur noch mit Tröpfchen bewässern», erklärt Corina Gyssler, Mediensprecherin beim WWF Schweiz, dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Zudem muss der Produzent nachweisen, dass sein Wasser aus einer legalen Quelle stammt. Es soll Schluss sein mit den gefährlichen, illegalen Bohrlöchern, die auch schon Todesopfer gefordert haben. Die Erdbeer-Pflanzer sollen auch weniger Pestizide versprühen und vermehrt auf biologische Schädlingsbekämpfung setzen. Ferner sollen sie für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Plantagenarbeiter sorgen.

Nachahmer sind gefragt

Laut Migros und WWF sollen regelmässige Kontrollen helfen, dass diese und weitere Massnahmen auch umgesetzt werden. Beide rechnen aber damit, dass es noch einige Jahren dauern wird, bis alle Massnahmen greifen. Sukzessive sollen sie auch auf weitere Migros-Plantagen ausgeweitet werden. Und man hofft natürlich, dass schon bald weitere Verkäufer und Produzenten diesem Beispiel folgen werden, sagt die WWF-Sprecherin.

Soweit, so löblich. Wie sieht es aber mit anderen Nachhaltigkeits-Aspekten aus. Umstritten sind bei Schweizer Konsumenten vor allem auch die langen Transportwege der Erdbeeren und die Tatsache, dass die Migros – aber auch andere Detailhändler – die süssen Früchte fast ganzjährig anbieten, auch im tiefsten Winter.

Migros: Keine schlechte Ökobilanz

Die Ökobilanz der spanischen Erdbeeren sei gar nicht so schlecht, findet Migros-Sprecherin Cristina Maurer: Wegen des warmen Klimas seien sie schon im Januar erntebereit. Es brauche für diese Erdbeeren keine Gewächshäuser, und der Transport im Lastwagen sei immer noch ökologischer als auf dem Luftweg. Zudem seien Erdbeeren auch im Winter bei vielen Kunden gefragt, so Maurer.

WWF: Kaufen Sie Bio-Erdbeeren aus der Schweiz

Der WWF widerspricht dem nicht, hat aber Verständnis für die kritischen Konsumenten: «Auch wir empfehlen grundsätzlich, Schweizer Erdbeeren aus Bio-Anbau zu kaufen», sagt Corina Gyssler. In diesem Fall sei das oberste Ziel des WWF aber ein anderes, nämlich, «diesen bedeutenden Nationalpark zu erhalten».

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (Chäsli)
    Die Migros ist nicht mehr das was sie war. Zählen tut nur noch Umsatz und Gewinn, Ökologie wird klein geschrieben, zweihundert Frauen werden in eine andere Firma ausgelagert mit schlechteren Arbeitsbedingungen und Bezahlung. Was gross geschrieben wird, sind die Gehälter des Kaders und des Verwaltungsrats. Von Genossenschaftlichem Geist sieht man nicht mehr viel.
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  • Kommentar von Albrecht Lauener («LebendigeEthik»)
    Mit der Aussage: "Die Migros will weiterhin auch im Winter spanische Erdbeeren verkaufen – sie sieht darin keinen Widerspruch zu ihrer Nachhaltigkeits-Politik." zeigt die Migros ihre Schizophrenie und die Geld-Geilheit auf... Widernatürlich geht es wohl kaum! Schade nur, dass für diese "sog. Winter-Erdbeeren" noch Käuferinnen und Käufer finden lassen...! Natur-Fremde MMM-Geschäftspolitik; Hauptsache Umsatz und Mitarbeiter-Drückung um jeden Preise... Migros-Theoretiker sind im Einsatz...
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  • Kommentar von Urs Sahli (sahliu)
    Erdbeerkulturen benötigen meines Wissens verheerende Wassermengen. Und das in einem Land (Spanien) wo schon ein riesiger Wassermangel herrscht. Die Grossverteiler (nicht nur Migros + COOP) zeigen hier ihr wahres Gesicht. Was ich nicht verstehe, dass es Konsumenten gibt, die diese Früchte kaufen. Würde man die Erdbeeren boykotieren, würden diese Firmen event. etwas merken. Die Kommentare hier zeigen ein eindeutiges bild. Ob die Grossverteiler da reagieren? Vermutlich NEIN!
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    1. Antwort von Ueli Lang (Wochenaufenthalter)
      Persönlich fand ich die Erdbeeren aus den Migros am letzten Wochenende erfrischend schmackhaft. Ausserem waren sie mit 2.20 nicht teuer. Schechtes Gewissen - absolut keines, ich wüsste auch nicht warum! Wenn ich Lust auf erdbeeren habe, kaufe ich mir welche, wenn das Angebot existiert! Es herrscht hier immer noch so etwas wie Marktwirtschaft. Über den hier teilweise angewendeten Gesinnungsterror kann ich nur lachen!
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    2. Antwort von Anita Rusterholz (Anita Rusterholz)
      Ueli Lang: Essenskultur hat bei mir u.a. auch mit regionalen Produkten zu tun, damit gedacht, Früchte- oder auch Gemüse aus biologisch bewirtschafteten Landwirtschaften. Es gibt eben verschiedene Lebenshaltungen. Ich arbeite mit der Natur und nicht gegen sie. Naturverbundenheit und eine gesunde Ernährung gehört zusammen. Und es garantiert mir, dass kleinste Lebewesen ihre Aufgabe für uns weiter führen können. Für mich eine ernste Sache.
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