Politiker aus den In- und Ausland: Neben hunderten Betroffenen und Familienangehörigen, darunter auffallend viele jüngere Menschen, waren auch zahlreiche Namen aus der Politik auf der Trauerfeier. Die Schweiz wurde von Bundespräsident Guy Parmelin, Aussenminister Ignazio Cassis, Justizminister Beat Jans und Bundeskanzler Viktor Rossi repräsentiert. Aus Frankreich reiste Premierminister Emmanuel Macron an und aus Italien kam Staatspräsident Sergio Mattarella. Weiter nahmen Luxemburgs Grossherzog Henri, Belgiens Premierminister Bart De Wever, Serbiens Aussenminister Marko Djuric sowie EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola teil. Insgesamt wurden Vertreter aus 37 Staaten sowie der EU eingeladen, rund 32 Länder hatten ihre Teilnahme zugesagt.
Die Reden: Eröffnet hat die Trauerfeier der Walliser Journalist Benoît Aymon. Nach der Schweigeminute um 14 Uhr ergriff die Walliser Schauspielerin und Regisseurin Olivia Seigne das Wort. Nach ihr folgte der Walliser Staatsrat Mathias Reynard, der unter anderem auch den Einsatzkräften dankte. Als Nächstes folgte Bundespräsident Parmelin, der seine Rede mit den Worten «Sie werden fortan in unserer Erinnerung weiterleuchten» schloss. Auch drei Schülerinnen und Schüler betraten die Bühne. Die Jugend sollte für die Jugend sprechen, so der Gedanke.
Jugendliche sprechen über Brandnacht: Gesprochen wurde von der immensen Trauer, Solidarität und dem grossen Verlust. Ausserdem wurde den Helfern und Helferinnen gedankt. So wurde zu Beginn der Trauerfeier die Feuerwehr, die in der Katastrophennacht im Einsatz war, mit einer Standing Ovation empfangen. Die drei Jugendlichen, die zu Wort kamen, erzählten aus der Nacht. Eine der Jugendlichen meinte, dass sie das, was sie an diesem Abend gesehen habe, nicht vergessen könne. Man könne die Bilder aber in Kraft verwandeln, meinte sie. An der anschliessenden Pressekonferenz sprach Cassis und betonte: «Dieser Tag ist auch der Tag, an dem wir Verantwortung übernehmen.» Ausserdem dankte der Aussenminister der Hilfe aus dem Ausland: «Ich danke der Europäischen Union und allen Ländern, die Patientinnen und Patienten aufgenommen haben.»
Schweigeminute und weisse Rosen: Gewerbebetriebe in Martigny wiesen mit Schildern auf die Schweigeminute hin. Manche schlossen die Geschäfte gänzlich. Die Anwesenden der Trauerfeier hatten vor Beginn eine weisse Rose erhalten. Diese wurden dann zeremoniell bei den Gedenkstätten niedergelegt. Die Trauerfeier wurde von Klaviertönen und Gesang begleitet.
Wo trauerten die Menschen noch? In der ganzen Schweiz und teilweise auch im Ausland wurde getrauert. Sportklubs stoppten ihre Trainings, der Flughafen Zürich stand still, am Zürcher Hauptbahnhof pfiffen die Züge und die Menschen blieben im Gedenken an die Opfer stehen. Auch zahlreiche Vereine und Organisationen drückten ihre Trauer aus. Die Feuerwehr Frauenfeld stand Spalier und der Kanton Aargau hisste die Walliser Flagge.