In den letzten Monaten haben die Wildschweine ganze Arbeit geleistet. Auf der Suche nach etwas Essbarem haben sie fast das gesamte Areal des ehemaligen Campingplatzes in Gampelen am Neuenburgersee umgegraben.
Auch sonst verfällt der Campingplatz langsam. Die Gebäude und die Infrastruktur stehen zwar noch, aber die Türen sind abgeschlossen und vernagelt. Auch die gelbe Rutschbahn lädt nicht mehr zum Rutschen ein.
Die Natur kehrt auch ohne Baubewilligung zurück
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Bild 1 von 4. Die Wildschweine haben das gesamte Areal umgegraben. Bildquelle: SRF / Samuel Burri.
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Bild 2 von 4. Der Badestrand lädt nicht mehr zum Baden ein. Bildquelle: SRF / Samuel Burri.
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Bild 3 von 4. Die Infrastruktur des ehemaligen Campingplatzes steht zwar noch ... Bildquelle: SRF / Samuel Burri.
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Bild 4 von 4. ... aber eineinhalb Jahre ohne Nutzung haben ihre Spuren hinterlassen. Bildquelle: SRF / Samuel Burri.
Vor eineinhalb Jahren, im Herbst 2024, wurde der TCS-Campingplatz am Neuenburgersee geschlossen. Für immer. Dies, weil er inmitten eines Naturschutzgebiets von nationaler Bedeutung liegt und gegen geltendes Umweltrecht verstösst.
Der Rückbau und die Renaturierung des Gebiets sind schon seit Langem beschlossen, aber noch ist alles wie gehabt. Was fehlte, war die Baubewilligung für die Arbeiten, um die Gebäude rückzubauen und das Gebiet zu renaturieren. Wegen einer Einsprache der Gemeinde und wegen fehlenden Fachberichten.
«Sämtliche Berichte, die wir brauchen, um das Baubewilligungsverfahren abzuschliessen, sind nun da», sagt Franziska Steck, Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises Seeland. Diese prüfe man nun in diesen Tagen. Ausserdem habe die Gemeinde Gampelen ihre Einsprache zurückgezogen, das bestätigt die Gemeinde gegenüber SRF.
Langwieriges Verfahren
Weshalb sind derart viele Berichte für den Rückbau und die Renaturierung nötig? Es gebe mehrere Gründe, sagt Regierungsstatthalterin Steck. Der ehemalige Campingplatz liege in einem Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung, an einem Gewässer und ausserhalb der Bauzone: «All das bedingt zusätzliche Fachberichte.»
Franziska Steck rechnet damit, dass sie bis im April die Baubewilligung erteilen kann. Das bedeutet, dass die Gebäude auf dem Campingplatz in Gampelen schon bald abgerissen werden. Auch die Strom- und Wasserleitungen werden verschwinden.
Bis die Arbeiten für den Rückbau und die Renaturierung tatsächlich beginnen, übernimmt diese Arbeit die Natur, inklusive der Wildschweine.